Mountain Tutorials 4: Wandertipps & Sicherheit am Berg

So behältst du die Orientierung und bewegst dich sicher am Berg. In Teil 4 der Mountain Tutorials verrät SportScheck Bergführerin Julia von der Berg- und Skischule Vivalpin wertvolle Tipps, wie man sich beim Wandern richtig verhält – auch im Notfall.
Freunde beim Wandern

Zum Start in den Frühling haben wir in unserer Serie Mountain Tutorials Tipps für den perfekten Wandertag am Berg zusammengestellt. Teil 1, 2 und 3 zeigen wir dir, was in Sachen Ausrüstung wichtig ist. Denn nur mit gut passendem Schuhwerk, warmer und winddichter Kleidung und einem gut ausgestatteten Rucksack kann der Ausflug erfolgreich werden.

Nicht minder wichtig: das richtige Verhalten und die Sicherheit am Berg. Dazu haben wir Bergführerin Julia von der Linden von der SportScheck Berg- und Skischule Vivalpin auf einer ihrer Touren begleitet.

Gute Vorbereitung und Orientierung in den Bergen

Jede Wanderung sollte genau geplant werden. Gibt es Hütten auf dem Weg? Wie groß sind die Entfernungen und wie viele Höhenmeter gilt es zu bewältigen? Wie lange werde ich mit meiner Gruppe in etwa dafür brauchen? Unterwegs helfen Wegweiser bei der Orientierung. Wichtig ist es hier, auf die Wegnummer zu achten, denn oft führen unterschiedliche Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden zum Ziel. Auf manchen Wegweisern ist auch ein grober Zeitbedarf mit angegeben.

Verantwortungsbewusster Umgang mit der Natur

Tiere sind in der Natur zuhause und sollten von Wanderern in Ruhe gelassen werden. Versuche nicht, sie zu streicheln oder zu füttern. Achte auch darauf, deinen Müll wieder mitzunehmen und die Wege und Pfade nicht zu verlassen, um keine Pflanzen zu zerstören.

Die richtige Gehtechnik

Deine Gehtechnik ist ebenso wichtig wie ein gut sitzender Wanderschuh. Das bekommst du spätestens während deiner ersten Wanderung zu spüren. Beim Bergaufgehen setzt man den ganzen Fuß auf und macht kleine Schritte. Wenn es steiler wird, werden die Zehen und Ballen verstärkt belastet. Beim Bergabgehen solltest du darauf achten, über die Ferse abzurollen und dabei, trotz des schnelleren Tempos, jeden Schritt bewusst zu setzen.

Paar beim Wandern im Wald

In Notfällen Ruhe bewahren und Schritt für Schritt vorgehen

Beim Wandern am Berg kann es durchaus zu Unfällen kommen. SportScheck Bergführerin Julia betont, wie wichtig es ist, auch in diesen emotionalen Momenten Ruhe zu bewahren: „Wenn man zu einem Unfall dazu kommt, ist es ganz wichtig erst einmal auf die eigene Sicherheit zu achten. Erst wenn man sich sicher ist, dass man sich nicht selbst in Gefahr bringt, sollte man sich dem Unfallopfer nähern und die Lage sondieren.“ Wenn man weiß, ob das Unfallopfer ansprechbar ist oder nicht, sollte man zuallererst den Notruf absetzen.

Die 112 funktioniert immer

Mit dem Handy kann man mit der Nummer 112 auch dann den Notruf wählen, wenn das Handy eigentlich keinen Empfang hat. Die Nummer und weitere Gedankenstützen für das richtige Vorgehen bei Unfällen stehen auf der Innenseite der Deckelfächer vieler Wanderrucksäcke. Erst nach dem erfolgreichen Anruf beim Notruf kannst du das Unfallopfer mit Hilfe deines Erste-Hilfe-Sets versorgen.

Erste Hilfe beim Wandern

Für absolute Notfälle gibt es das alpine Notsignal

Solltest du nicht auf dein Handy zugreifen können, gibt es noch das alpine Notsignal. Dafür sendest du sechsmal in der Minute entweder ein visuelles oder akustisches Signal. Die Antwort erfolgt mit drei Signalen pro Minute. Viele Rucksäcke haben am Verschluss des Brustgurts an den Trägern eine integrierte Pfeife, die du dafür nutzen kannst. Oder du sendest das visuelle Signal über deine Stirn- oder eine Taschenlampe.

Wetterlage und Gewitter

In der Vorbereitung deiner Wanderung empfiehlt es sich, den Wetterbericht zu lesen und bei schlechter Sicht, Starkregen oder Gewitter gar nicht erst in die Tour starten. Allerdings kann sich das Wetter in den Bergen ziemlich schnell ändern. Es gibt vielleicht Quellwolken oder die Gipfel nebeln sich ein. Achte darauf und behalte das Wetter permanent im Auge. Im Zweifel, so SportScheck Bergführerin Julia, solltest du die Wanderung abbrechen und umdrehen.

Frau beim Wandern
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