Radsport

So machst du dein Bike fit für den Frühling

Langsam, aber sicher weicht der Winter dem Frühling. Zeit, das Rad aus dem Keller zu holen. Egal ob Rennrad, Mountainbike oder City-Fahrrad: Nach der Winterpause braucht dein Sportgerät einen Rundum-Check! Wie du dein Fahrrad selbstständig fit für den Frühling machst, erfährst du in dieser Kurzanleitung.

AM 23.03.2021

schwarzes Fahrrad wird getragen

Der Frühling kommt und damit steht ausgedehnten Radtouren oder der Fahrt zur Arbeit nichts mehr im Weg. Doch bevor du losradelst, solltest deinem Fahrrad einem Frühjahrscheck unterziehen. In dieser Schritt-für Schritt-Anleitung erklären wir, wie du den Check selbstständig übernehmen und Teile reparieren kannst. Technisch knifflige Probleme solltest du trotzdem einem Profi überlassen. Für den Fahrrad-Frühjahrscheck solltest du zwischen 30 Minuten und zwei Stunden einplanen – je nachdem, was alles zu tun ist:

1. Schritt: Reinigung

Der erste Schritt besteht immer darin, dein Fahrrad zunächst von Staub und Dreck zu befreien. Denn nur bei einem sauberen Fahrrad erkennst du, wo etwas defekt ist oder Dellen und Brüche am Rahmen entstanden sind. Zuerst entfernst du den groben Schmutz mit einer Bürste. Bei schwer zugänglichen Stellen, wie Bremsen und Umwerfer, hilft beispielsweise eine alte Zahnbürste. Anschließend säuberst du dein Rad mit klarem, lauwarmem Wasser. Hier gilt: Finger weg vom Hochdruckreiniger, denn dieser drückt Schmutz und Feuchtigkeit in die Lager hinein. Nutze daher entweder einen Gartenschlauch oder eine Gießkanne.

Frau putzt Fahrrad

Sprühe nun dein Rad mit speziellem Radreiniger ein und lasse diesen mindestens zehn Minuten einwirken. Mit einem weichen Schwamm säuberst du nun Rahmen und Laufräder. Da manche Reinigungsmittel den Lack angreifen, solltest du dein Rad anschließend erneut abspülen. Zum Schluss trocknest du das Rad mit einem weichen, saugfähigen Tuch noch einmal ab.

Defekte Teile entdeckt? Hier findest du Ersatz.

2. Schritt: Kette reinigen & ölen

Bevor du deine Kette ölst, solltest du auch diese vorab mit einem Kettenreiniger sauber machen, zum Beispiel mit Ballistol. Wenn du keinen speziellen Radreiniger hast, eignet sich auch Motorrad- und Autoreiniger. Achte darauf, dass du keinen Reiniger an die Bremsscheibe sprühst, da diese dadurch ihre Funktion verlieren kann. Anschließend entfernst du den Reiniger und Schmutz von der Kette mit einem alten Lappen. Nachdem die Kette sauber ist, kannst du das Öl einsetzen. Dieses verteilt sich am besten, wenn man es tröpfchenweise auf die einzelnen Glieder aufträgt. Lass das Öl circa fünf Minuten einwirken. Dann drehe das Pedal einige Male rückwärts, damit sich das Öl gleichmäßig verteilen kann. Zum Schluss ziehst du die Kette noch durch einen alten Lappen, um überschüssiges Öl zu entfernen. Das ist wichtig, denn bei zu vielen Ölresten auf der Kette haftet Dreck schneller an.

Frau ölt die Fahrradkette

3. Schritt: Schraubverbindungen prüfen

Am Rad gibt es einige Schraubverbindungen (Vorbau, Lenker, Bremsen, Kettenblätter, Schaltkomponenten), die auf ihren festen Sitz hin überprüft und bei Bedarf nachgezogen oder ersetzt werden sollten. Insbesondere die Schrauben am Vorbau und den Bremsen sind sicherheitsrelevant und sollten nur mit einem Drehmomentschlüssel festgezogen werden. Das richtige Drehmoment findest du entweder auf dem Bauteil selbst oder in der Bedienungsanleitung. 

4. Schritt: Bremsen prüfen

Ein weiterer wichtiger Teil deines Checks besteht darin, die Bremsen auf ihre Funktion zu überprüfen. Teste zunächst, ob deine Bremsen gleichzeitig und leicht zu betätigen sind. Dann schaue dir die Bremsbeläge einmal genauer an. Hier kommt es darauf an, ob du eine Scheiben- oder Felgenbremse hast. Felgenbremsen haben meist eine Indikatorlinie. Ist diese überschritten, sollten du die Bremsbeläge tauschen. Bei Scheibenbremsen gilt, dass ca. 1mm Belag noch übrig sein sollte. Ist es weniger, solltest du den Belag bei der nächsten Gelegenheit ersetzen. Checke außerdem, ob alle Komponenten der Bremse fest mit dem Rahmen deines Fahrrads verbunden sind.

Funktionierende Bremsen sind lebenswichtig. Wenn du dir mit Teilen unsicher bist - das gilt auch für alle anderen Komponenten - überlasse die Reparatur einem Profi. 

Bremsencheck am Fahrrad

5. Schritt: Schaltung testen

Während einer etwas längeren Standzeit im Winter können sich Kettenschaltungen verstellen. Dadurch kann es sein, dass die Kette am Umwerfer streift oder es zu ungewollten Gangwechseln kommt. Das Nachjustieren funktioniert mithilfe der Zugspannschraube. Diese findest du dort, wo das Kabel in die Schaltung mündet. Wenn du die kleine Schraube im Uhrzeigersinn drehst, dann wandert das Schaltwerk zum kleineren Ritzel, und umgekehrt.

6. Schritt: Licht checken

Zwar werden die Tage im Frühjahr wieder länger, dennoch ist eine funktionierende Beleuchtung essentiell. Überprüfe also, ob der Dynamo fest und richtig positioniert ist. Bei Beleuchtungen mit Akkubetrieb solltest du überprüfen, ob diese aufgeladen sind.

7. Schritt: Reifen aufpumpen

Wenn das Rad über den Winter steht, ist es ganz normal, dass die Reifen – auch ohne Loch oder undichtes Ventil – etwas an Luft verlieren. Auf den Reifenflanken kannst du ablesen, wie viel Luftdruck in Bar für deine Reifen empfohlen wird. An einer Luftpumpe mit integriertem Druckmesser kannst du den Luftdruck im Reifen nachverfolgen. 

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