Wetsuit Guide: wie du den richtigen Neoprenanzug findest

Wassersportarten wie Surfen, Stand-up-Paddeln oder Kiten machen zu viel Spaß, um sie nur im Hochsommer und bei warmen Wassertemperaturen zu betreiben. Wer sich auch ins kalte Nass begeben möchte, braucht einen Wetsuit. So findest du den richtigen Neoprenanzug.

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Ann-Kathrin entstanden.

Ich liebe Sport in der freien Natur. Seit mehreren Jahren zieht mich vor allem Wassersport magisch an. Surfen und Kitesurfen sind bei mir die klassischen Urlaubs- oder Wochenendsportarten. Wakeboarden hingegen klappt auch direkt zu Hause, ohne Meer. Im Hochsommer kommt man in Deutschland durchaus ohne Hilfsmittel aus, jedoch benötigt man in allen anderen Jahreszeiten kurze oder lange Neoprenanzüge. Und auch im Urlaub bei 35 Grad kann man dank kalten Meeresströmungen – beispielsweise im Atlantik – einen Neoprenanzug benötigen. Wetsuits schützen aber nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Sonne und bis zu einem gewissen Grad geben sie auch Puffer gegen Stöße oder Cuts durch Muscheln oder Korallen.

Wetsuits: stylisch bunt oder klassisch schwarz?

Die meisten Neoprenanzüge sind klassisch schwarz. Aus gutem Grund: Schwarze Neoprenanzüge halten die Wärme deutlich besser als bunte. Heute gibt es sie allerdings auch in verschiedensten Farben und Mustern. Vor dem Style sollte aber definitiv die Funktion stehen.

Daher gilt: Such dir dein Neoprenanzug nach deiner Wassersportart aus. Schwimmer oder Triathleten benötigen eine andere Flexibilität als Kite- oder Windsurfer. Die Bewegungsfreiheit in den Armen und Schultern sollten durch den Anzug nicht eingeschränkt werden.

Die richtige Größe: bitte nicht zu groß!

Leider sieht man gerade beim klassischen Verleih oft, dass Neoprenanzüge viel zu groß getragen werden und die Isolationsfunktion dadurch verloren geht. Generell sollte ein Neoprenanzug sehr eng wie eine zweite Haut ohne Falten oder Freiräume sitzen. Das Ein- und Aussteigen ist am Anfang sehr lästig und anstrengend, jedoch entwickelt jeder nach ein paar Mal eine gewisse Routine. Falls du dich wie eine Presswurst fühlst, lass dir gesagt sein, dass du damit definitiv nicht alleine bist und die Größe damit mit hoher Wahrscheinlichkeit passt.

Oft irritieren die Größenangaben bei Neoprenanzüge, wie zum Beispiel „MLT“. Die Hersteller haben in der Regel aber immer eine Größentabelle, an der du dich orientieren kannst. Trotzdem kommt man um ein Anprobieren nicht herum. Achte hier auch darauf, dass du verschiedene Hersteller und verschiedene Modelle probierst. „T“ beutet beispielsweise eher für den schmalen Körperbau.

Schnitt & Dicke: Wie ist die Wassertemperatur?

Generell unterscheidet man bei Neoprenanzügen zwischen fünf verschiedenen Arten:

· Rushguard: geschnitten wie ein Badeanzug und in der Regel nur für Mädels

· Shorty: Kurze Arme und kurze Beine

· Short Sleeve Wetsuit: Kurze Ärmel, Lange Beine

· Fullsuit: Lange Arme und Beine

· Hooded Fullfuit: Wie der Fullsuit mit zusätzlich integrierter Haube

Die Dicke bzw. Materialstärke wird meist von zwei Zahlen beschrieben, zum Beispiel 4/3. Die erste Zahl gibt Auskunft über die Dicke am Torso und die zweite über die Materialstärke an den Extremitäten.

Wetsuit Shorty O'Nell
Damen Neoprenanzug O'Nell kurz
O'Nell kurzer Wetsuit Herren

Welchen Neoprenanzug du wählst, hängt vor allem von der Sportart und deinem persönlichen Kälteempfinden ab. In den allermeisten Regionen benötigt man mehrere Wetsuits, wenn man das ganze Jahr oder zumindest in der europäischen Saison Ostern-Oktober aufs Wasser möchte. Ein Surfer liegt in der Regel mehr im Wasser als ein Kitesurfer. Ungefähr kannst du dich wie folgt an den Wassertemperaturen orientieren (Surfer ggf. nochmal einen Millimeter mehr):

< 7 °C:            5/4 mm Hooded Longsleeve

8 °C-11 °C:      5/4 oder 4/3 mm Fullsuit

12 °C-16 °C:    4/3 oder 3/2 mm Fullsuit

17 °C - 20 °C:  2 mm Shorty oder 2/3 mm Shorty

20 °C-25 °C:    1 mm oder 2 mm

> 22 °C:          UV Lycra

Reißverschluss am Wetsuit: vorne oder hinten?

In Sachen Reißverschluss gibt es drei verschiedene Wetsuit-Varianten:

· Fronzip: Reißverschluss sitzt an der Brust

· Backzip: Reißverschluss hinten

· Zipless: Ohne Reißverschluss

Zipless Suits kann ich persönlich weniger empfehlen, denn welcher Hintern hat die gleiche Größe wie der Hals? Der gesamte Körper muss durch die Öffnung, die später am Hals liegt. Die logische Konsequenz ist, dass der Neoprenanzug auf lange oder kurze Sicht ausleiern wird. Der Backzip ist komfortabler zum Ein- und Aussteigen, lässt allerdings dafür mehr Wasser durch als Frontzip. Bei sehr kaltem Wasser oder Wintersuits empfiehlt sich daher der Frontzip.

Wann lohnt sich ein eigener Neoprenanzug?

Ein Neoprenanzug ist bei vielen Wassersportarten das erste Teil des Equipments. Lohnt sich ein eigener Wetsuit? Hierzu solltest du kalkulieren, wie lange du beispielsweise Urlaub machst oder ob du öfter in ähnlichen klimatischen Regionen unterwegs bist. Ein Neoprenanzug kostet je nach Land zwischen 8-15 Euro zur Tagesmiete. Ein eigener Wetsuit lohnt sich daher meistens schon nach zwei bis drei Wochen auf dem Wasser. Wenn man zudem bedenkt, dass ein Anzug bei guter Pflege über mehrere Jahre hält, rentiert sich ein Kauf recht schnell.

Noch mehr Infos zu Neoprenanzügen findest du hier.

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