Wanderschuhe richtig pflegen - Tipps, Tricks und Informationen

Wanderschuhe: Der Pflege-Guide für deine Stiefel

Wanderschuhe pflegen — hier findest du umfassende Informationen, wie du deine Schuhe am besten nach deiner Wanderung reinigst und behandelst. Denn wenn du deinen neuen Wanderschuhen ein wenig Aufmerksamkeit schenkst, hast du länger etwas von ihnen. Investiere ruhig ein bisschen Zeit in die Pflege, das spart am Ende Kosten für ein neues Paar. SportScheck berät dich Schritt für Schritt, welche Materialien wie gepflegt werden sollten und sagt dir, worauf du achten solltest und welche Fehler du auf keinen Fall machen darfst. Wähle aus verschiedenen Themengebieten aus, was dich am meisten interessiert und weiterbringt.

Pflege-Anleitung für Wanderschuhe: Richtig Reinigen, Pflegen und Lagern

Du kommst zurück von einer schönen langen Wanderung an der frischen Luft und bist froh, die Wanderschuhe ausziehen und die Füße hochlegen zu können. Eine Wohltat für deine Füße, aber was ist eigentlich mit deinen Schuhen? Auch sie wurden beansprucht und brauchen eine besondere Behandlung.

Nach dem Wandervergnügen steht also ein wenig Arbeit an, damit du lange etwas von deinen Schuhen hast. Egal, wie hochwertig deine Wanderschuhe sind — sie sollten gepflegt werden, und zwar am besten regelmäßig. Das ist ganz einfach und sowohl für Glatt- als auch Nubukleder oder GORE-TEX® im Handumdrehen erledigt.

Warum ist die Pflege deines Wanderschuhes so wichtig?

Wer seine Wanderschuhe hegt und pflegt, kann Blasen an den Füßen vermeiden. Wieso das? Wenn du deine Schuhe nicht vernünftig imprägnierst, kann Nässe ins Innere gelangen, und Feuchtigkeit wiederum kann die Blasenbildung fördern.

Außerdem ist es für dich günstiger, wenn du dich gut um deine Schuhe kümmerst und nachhaltiger ist es ohnehin! Deine Schuhe halten bei richtiger Pflege einfach länger und es wäre schade, wenn du dir neue kaufen müsstest — vor allem, wenn dein Paar gerade so schön eingetragen wurde und richtig gut sitzt.
Am häufigsten sind Leder-Wanderschuhe zu sehen. Das Naturmaterial verändert sich im Laufe der Zeit: Es bilden sich kleine Knickfalten, das Material wird weicher, an den Stellen, an denen es bewegt wird. Damit das Leder nicht austrocknet und geschmeidig bleibt, ist die richtige Pflege wichtig.
Das betrifft nicht nur Wanderschuhe aus Leder, sondern auch aus jedem anderen Material: Regelmäßige Pflege erhält die Funktion und verlängert die Lebensdauer deiner Schuhe. Auch bestimmte Beschädigungen können durch fehlende Pflege hervorgerufen werden. Also: Es lohnt sich, zum Putzzeug zu greifen!
Du möchtest außerdem wissen, welche Bergstiefel dich am besten bei deiner nächsten Tour unterstützen? Unsere Wanderschuh-Beratung gibt dir wertvolle Orientierungs-Hilfe.

So pflegst du deine Wanderschuhe richtig


Für alle Schuhe, unabhängig vom Material, gelten folgende Regeln:

  • Nach Wanderungen, vor allem nach mehrtägigen Touren, solltest du als erstes die Innensohle herausnehmen. So kannst du kleine Steine und Sand gut herausschütteln, und dann trocknest du die Sohle an einem gut belüfteten Ort, aber niemals direkt in der Sonne oder auf der Heizung. Gerade in der Einlegesohle sammelt sich viel Feuchtigkeit. Das solltest du während einer mehrtägigen Tour jeden Abend machen.

  • Entferne die Schnürsenkel, damit die Pflegestoffe überall hingelangen.

  • Haken und Ösen kannst du mit Vaseline oder Wachs vor Korrosion schützen.

  • Sind deine Schuhe nass, vielleicht auch nach der Reinigung mit Wasser, stopf sie mit Zeitungs- oder Küchenpapier aus oder leg Schuhspanner hinein, so dass deine Wanderschuhe an einem gut durchlüfteten und trockenen Ort trocknen können und ihre Form behalten. Achte darauf, dass der Schuh wirklich trocken ist, sonst droht Schimmel.

  • Nach jeder Reinigung musst du deine Schuhe imprägnieren.

Unser Tipp: Ist das Wasser in deiner Gegend besonders kalkhaltig, dann verwende am besten destilliertes Wasser. Denn Kalk kann unschöne Flecken auf dem Leder hinterlassen.

Checkliste zur Reinigung von GORE-TEX® -Schuhen:


  • Äußere Verschmutzungen und groben Dreck kannst du ganz leicht mit lauwarmem Wasser und einer groben Bürste entfernen. Mit einer weichen Bürste entfernst du den Rest.

  • Innen kannst du einen Schwamm benutzen und mit etwas Flüssigwaschmittel putzen. Verwende bitte keine Chlorbleiche! Das Schuhinnere sollte mit einer weichen Bürste behandelt werden, weil sonst das Futter beschädigt werden könnte.

  • Anschließend imprägnierst du deine Schuhe. Behandele deine Schuhe ausschließlich mit den vom Hersteller empfohlenen Imprägnierungen.

  • Bei Lederschuhen mit GORE-TEX® -Membran solltest du deine Schuhe mit der Hand reinigen und sie einfach von außen mit Wasser abspülen und im Anschluss imprägnieren oder wachsen. Du kannst ein geeignetes Flüssigwaschmittel mit etwas Wasser auf einen Schwamm verteilen und es von innen in das Futter einmassieren — so befreist du die Membran von Schweißresten und Dreck.

Bei Schuhen mit hohem Textilanteil ist die Pflege besonders leicht: Du solltest deine Schuhe dann hin und wieder mit einem Spray imprägnieren, so dass sie sich bei Regen, Schnee und Matsch nicht so leicht mit Feuchtigkeit vollsaugen.

Checkliste zur Reinigung von Lederschuhen:


  • Sind deine Schuhe nass und schmutzig, trockne sie zunächst in einem gut belüfteten Raum und nicht direkt an der Heizung oder im Auto, weil das Leder sonst trocknen, brechen und reißen könnte. Diese Risse bekommst du nie wieder weg. Eine gute Durchlüftung ohne direkte Wärmeeinwirkung ist deshalb wichtig.

  • Bürste deine Schuhe gründlich ab und entferne den groben Schmutz, dafür kannst du auch warmes Wasser benutzen. Bei starken Verschmutzungen empfiehlt sich eine lauwarme Seifenlauge oder ein Schuhreinigungsmittel. Das Reinigungsmittel öffnet die Poren und sollte anschließend gut ausgespült werden.

  • An den Ösen oder Haken der Schnürsenkel kannst du mit einer Zahnbürste das Leder reinigen, so kommst du besser ran.

  • Ganz wichtig: Das Leder muss nach der Reinigung unbedingt imprägniert werden. Dafür sollten die Schuhe noch ein wenig feucht sein, dann gelangen die Pflegestoffe besonders gut in die Poren. Und dann heißt es warten. Plane also genügend Zeit ein vor deiner nächsten Wandertour. Denn es dauert 24 Stunden, bis die Imprägnierstoffe ihre volle Wirkung entfaltet haben. Deine Schuhe sind dann wieder schmutz- und wasserabweisend.

Checkliste zur Reinigung von Nubuk- und Velourslederschuhen:


  • Die Pflege von Wanderschuhen aus Nubukleder ist unkompliziert: Verwende eine Schmutzbürste, um Staub, Dreck und anderen Schmutz vorsichtig zu entfernen. Veloursleder kannst du mit einer Drahtbürste aufbürsten — allerdings verändern die Schuhe dann ein wenig ihr Aussehen.

  • Unser Tipp: Eine kurze Trockenreinigung ist bei deinen Schuhen jederzeit möglich und macht wirklich wenig Arbeit. So verhinderst du auch, dass Schmutz beim nächsten Regenschauer tief in das Material dringt.

  • Sind deine Wanderschuhe aus Nubukleder aber stark verschmutzt, musst du sie feucht reinigen. Dann bürstest du den groben Schmutz unter fließendem Wasser kräftig ab.

  • Anschließend stopfst du den feuchten Schuh mit Zeitungspapier aus und stellst sie wie immer an einen gut durchlüfteten, trockenen Ort. Sowohl Nubuk- als auch Veloursleder ist wasserempfindlicher als Glattleder. Deshalb ist eine regelmäßige Imprägnierung nach der Reinigung besonders wichtig. Bitte keine Schuhcreme benutzen! Diese verklebt nämlich die Fasern und lässt sich nicht gut verteilen. Benutz lieber ein geeignetes Spray. Das gibt es mit Farbe zur Auffrischung oder als reines Imprägnierspray.

  • Sind Flecken im Nubukleder, kannst du die Stellen mit Veloursgummi-Bürsten aufrauen. Es gibt auch spezielle Nubuk-Pflege-Sets mit einem Nubuk-Gummi. Danach dann wieder imprägnieren.

Wanderschuhe wachsen

Sind deine Schuhe häufig extremer Nässe ausgesetzt, empfiehlt sich eine Pflege mit Wachscreme oder einer Wachsemulsion. Nur so bleibt dein Lederschuh flexibel und widerstandsfähig gegen Schmutz und Wasser.

Bei Voll-Lederschuhen kannst du den Schuh auch föhnen — aber nicht zu heiß! Durch die Wärme dringen die Pflegesubstanzen noch besser ins Material.

 

  • Für das Wachsen bei Glattleder trägst du das Wachs auf ein Tuch und verteilst es dünn auf dem Schuh, massierst es ein und lässt es mehrere Stunden einziehen.

  • Nubuk- und Velourslederschuhen verändern ihre Optik, wenn du Wachs benutzt: Sie werden dann dunkler. Wenn du das nicht möchtest, verzichte auf Wachs und benutze ein Flüssigpflegemittel. Solltest du doch Wachs benutzen, dann ist es wichtig, dass du das Material wieder mit einer Bürste aufraust — sonst gibt es Flecken.

  • Bei Wanderschuhen aus GORE-TEX® benötigst du gar kein Wachs. Da genügt die normale Imprägnierung.

  • Bei Lederschuhen mit einer GORE-TEX®-Membran kannst du auf ein Lederwachs zurückgreifen. Das lässt sich am besten mit den Händen auftragen, weil die Körperwärme das Wachs schön geschmeidig macht.

Wanderschuhe unterwegs putzen

Du wirst auf einer Wandertour sicherlich keine Schuhbürsten und speziellen Pflegemittel dabei haben. Das macht nichts. Du kannst dich trotzdem deinen Schuhen widmen und sie reinigen. Das beginnt mit der täglichen Lüftung deines Schuhs. Das ist umso wichtiger, wenn du auf Tour bist. Ansonsten geh einfach wie folgt vor: Groben Dreck kannst du auch unterwegs an einem Bach abwaschen. Falls du in deinem Rucksack noch Platz für eine mini Tube Wachs hast, kannst du deine Schuhe sogar während einer mehrtägigen Tour imprägnieren.
 

Lagerung deiner Wanderschuhe

Wenn du deine (geputzten!) Wanderschuhe lange tragen und schützen möchtest, lagere sie am besten in einem Schuhbeutel oder im Karton an einem trockenen, luftigen Ort. Damit der Schuh seine Form behält, benutzt du vielleicht einen Holzschuhspanner. Er erhält die Form und verhindert, dass sich Falten bilden. Du kannst den Schuh alternativ auch mit Zeitungspapier ausstopfen — das Papier nimmt Feuchtigkeit auf und erhält auch die Form. Achte aber bitte darauf, das Papier zu wechseln. Bleibt das feuchte Papier im Schuh kann es zu Schimmelbildung kommen.

Wie oft solltest du deine Wanderschuhe reinigen und pflegen?

Am besten du kümmerst dich regelmäßig um die Pflege deiner Wanderschuhe und vor allem präventiv, bevor dein Schuh eventuell Risse aufzeigt und sich trocken anfühlt. Lass es gar nicht erst so weit kommen.

Generell hängt es auch von deiner Nutzung und Nutzungsintensität ab, wie häufig du deine Schuhe putzen solltest. Springst du durch Bäche, wanderst du durch Matsch und Schnee, oder geht die Tour hauptsächlich über feste Wege? Davon hängt auch ab, wie häufig du deine Schuhe reinigen solltest.

Halt dich an folgende Faustregel: Nach etwa fünf bis acht Touren ist eine ordentliche Behandlung angesagt. Alle drei Wochen solltest du deine Schuhe nachimprägnieren, weil dann die Wirkung nachlässt.

Damit deine Wanderschuhe schmutz- und wasserabweisend sowie atmungsaktiv bleiben, ist eine regelmäßige Nachimprägnierung wichtig. Am besten machst du das immer vor der nächsten Tour.

Was kannst du bei kleinen Beschädigungen tun?


Ärgerlich, wenn deine Schuhe trotz guter Pflege kaputt gegangen sind. Aber manchmal passiert das trotz bester Wartung. Und es gibt ja Möglichkeiten, deinen Schuh zu reparieren.

  • Beschädigte Nähte:
    Vielleicht bist du mit einem scharfen Gegenstand in Kontakt gekommen oder hast das Leder doch nicht gut genug gepflegt? Ein Schuhmacher kann neue Nähte ziehen. Allerdings könnte er beim Nähen durch das Futter den Wasserschutz zerstören.

  • Verbogene und abgebrochene Ösen und Nieten:
    Das ist eine Routinearbeit für den Schuhmacher, allerdings wird auch hier das Futter in Mitleidenschaft gezogen und ist dann nicht mehr wasserdicht.

  • Kaputtes Fersenfutter:
    Achte schon beim Kauf darauf, dass der Schuh an der Ferse gut sitzt, dann ist er dort auch weniger abgenutzt. Falls es aber doch dazu kommt, kann der Schuhmacher leicht ein neues Fersenfutter einkleben. Du kannst diesen Ärger vermeiden, indem du beim Reinigen auch an das Fersenfutter denkst. Bei synthetischen Stoffen reinigst du das Futter an der Ferse mit lauwarmem Wasser mit ein wenig Kernseife, bei Leder kannst du ab und zu eine normale Hautcreme auftragen.

  • Abgelaufene Sohle:
    Du kannst deine alte Sohle behalten und glatt schleifen und eine neue Laufsohle darauf kleben lassen oder du lässt beim Schuhmacher die komplette Sohle inklusive Gummirand erneuern. Bei vielen Herstellern kannst du deinen Schuh auch neu besohlen lassen. Das geht meist sogar recht kostengünstig und du bekommt sogar eine neue „Original-Sohle“.

  • Risse und Schnitte im Leder:
    Du weißt ja: Gute Pflege ist die beste Vorbeugung. Denn Risse sind kaum zu reparieren. Es gibt ein flüssiges Reparaturmittel: Seam Grip. Dafür brauchst du viel Zeit und Geduld und du müsstest deinen Schuh beim Auftragen fixieren.

  • Allgemein ist ein kaputter Wanderschuh beim Schuhmacher am besten aufgehoben, auch die Hersteller bieten einen Reparaturservice an.

Do’s and dont’s


  • Lederschuhe gehören nicht in die Waschmaschine. Der Waschvorgang und die hohen Temperaturen in der Maschine können deine Schuhe beschädigen, und die Farbe deiner Schuhe kann sich verändern, Klebstoffe können sich lösen. Also: Putz deine Schuhe immer per Hand.

  • Verwende keine Öle oder Fette: Sie machen das Leder oder Lederschuhe mit GORE-TEX®-Membran zwar schön weich und fast wasserdicht, aber: Sie schließen die Lederporen und dadurch verlieren deine Schuhe ihre Stabilität und Atmungsaktivität.

  • Wanderschuhe mögen keine nasse Lagerung, vermeide große Hitze.

  • Vermeide Gelände oder Böden mit Säure, Benzin oder Jauche. Diese aggressiven Stoffe greifen deine Schuhsohle und die Klebstoffe an. Ein Zersetzungsvorgang beginnt, der deine Schuhe beschädigen kann. Versuche am besten, den Kontakt mit diesen Stoffen vermeiden. Falls dir doch ein Missgeschick passiert ist, reinigen die Schuhe sehr gründlich.

Der gute Rat zum Schluss

Kauf dir ruhig hin und wieder eine neue Einlegesohle. Denn: Schweiß und Feuchtigkeit machen ihr ganz schön zu schaffen.