Nächtliche Wanderungen sind immer etwas Besonderes. Die Dunkelheit lässt Konturen verschwimmen und nimmt die Orientierung. Da man nicht so genau sieht, wo man sich gerade befindet, werden die Wanderungen bei Nacht zu einem kleinen Abenteuer. Geräusche nimmt man dagegen wesentlich stärker wahr.

Da die optischen Reize stark reduziert sind, erleben vor allem Kinder viele neue Dinge. Vertraute Umgebung wird in der Dunkelheit zum mystischen Ort. Das Gefühl für die Distanz verschwindet und ehe man sich versieht, hat man mehr Strecke zurück gelegt als geplant.


Eine Frau sitzt auf einem Berg und schaut zum Sternenhimmel hinauf.

Welche Strecken eignen sich zum Nachtwandern?

Und jetzt ganz schnell was wünschen! Magische Sternschnuppen Nächte gibt’s in unseren Breiten meist im August (Foto: ©istockphoto.com/mihtiander)

Zum Nachtwandern eignen sich befestigte Wege abseits von Naturschutzgebieten, um die dort lebenden Tiere nicht unnötig zu stören. Ebenfalls wichtig ist es, dass die Route nicht über absturzgefährdetes oder sumpfiges Terrain führt. Durch die fehlende Sicht werden bei Tageslicht einfache Wege zu anspruchsvollen Pfaden. Noch mehr als bei Tag gilt hier die alte Weisheit: „Der Weg ist das Ziel“. Das heißt es lohnt sich nicht, prominente Aussichtspunkte anzusteuern. Spannendere Ziele sind Hütten, Ruinen und Bäche.

Was brauche ich für eine Nachtwanderung?

Wer nachts unterwegs ist, sollte sich auf jeden Fall grob in dem bewanderten Gebiet auskennen und nicht alleine gehen. Für die Tourenplanung eignet sich am besten eine Karte im Maßstab 1:50.000. Im Optimalfall speicherst du dir die Route als Track zusätzlich auf ein GPS Gerät, das einem im Notfall die Richtung anzeigen kann.

Ebenfalls obligatorisch ist eine gute Stirnlampe. Die leuchtet automatisch in Blickrichtung und man hat zudem die Hände frei. Besonders romantisch wird die Nachtwanderung, wenn man Fackeln oder Lampions mitnimmt. Voraussetzung ist dabei natürlich ein entsprechend vorsichtiger Umgang. Da es nachts meistens kälter ist, empfiehlt sich eine etwas wärmere Garderobe als bei Wanderungen tagsüber.

Ein Mann schaut im Dunkeln mit einer eingeschalteten Stirnlampe in die Kamera.

Was muss ich bei der Planung von Nachtwanderungen beachten?

Die Augen gewöhnen sich an die Dunkelheit – in unwegsamem Gelände hilft eine Stirnlampe (Foto: ©fotolia/marco iacobucci)

Deine Nachtwanderungen kannst du am Abend beginnen, so dass du in der Dämmerung losläufst und in die Dunkelheit hinein wanderst oder sehr früh, so dass du den Sonnenaufgang an einem besonderen Ort erleben kannst.

Ein seltenes Highlight sind Nachtwanderungen bei Vollmond. Wenn keine Wolken am Himmel stehen, erzeugt das fahle Mondlicht eine surreale Stimmung zwischen Nacht und Tag. In diesem Fall kannst du sogar oft auf zusätzliche Lichtquellen verzichten.

Nachtwanderungen mit Kindern

Besonders aufregend sind nächtliche Wanderungen für Kinder. Allein das Unterwegssein in der veränderten Umgebung ist bereits spannend und geheimnisvoll. Wenn man die Wanderung mit Gruselgeschichten oder einer Schnitzeljagd verbindet, sind die Kurzen in der Regel mit Feuereifer bei der Sache. Neben dem Sternenhimmel können sie kleine Tiere im Lichtkegel der Lampen entdecken.

Für ältere Kinder eignen sich Schmuggler- und Geländespiele, bei denen zwei Gruppen gebildet werden, die versuchen jeweils den Schatz der andern Gruppe zu heben und den eigenen zu bewachen. Einen schönen Abschluss bildet ein Lagerfeuer mit Suppe oder warmem Tee und reichhaltiger Verpflegung.

3 Wanderer in der Nacht unterwegs in einem Gebirge. Im Hintergrund ist ein Sonnenuntergang zu sehen.

Packliste für eine Nachtwanderung

Wandern mit allen Sinnen im Zwielicht: Eine schöne Art, den Tag zu beginnen oder zu beenden (Foto: ©istockphoto.com/bee_photobee)

Wenn du nachts zum Wandern gehst, solltest du das dabei haben:

  • Wanderschuhe
  • Wetterschutzjacke
  • Rucksack mit Proviant und Thermosflasche
  • Mütze und Handschuhe
  • Eine zusätzliche Wärmejacke
  • LED Stirnlampe
  • GPS Gerät und Handy
  • Wanderstöcke