WIE DU IN 5 SCHRITTEN DAS PERFEKTE SNOWBOARD FINDEST

Wenn die Temperaturen unter Null sinken, denkt so mancher mit Wehmut an seinen Urlaub an der Atlantikküste zurück. Das ist aber noch lange kein Grund zum Trübsal blasen: Mit deinem Snowboard machst du dich auch in der kalten Jahreszeit auf die Suche nach dem perfekten Ritt.
Noch bevor die Saison richtig losgeht und die Wochenenden dem Boarden gehören, solltest du dir dein Snowboard etwas genauer ansehen und die vergangene Saison Revue passieren lassen. Dein Snowboard gleicht eher einem alten Bügelbrett? Du wurdest regelmäßig von Leuten mit Tourenski und Einmetersiebzig-Zahnstochern überholt? Dann wird es aber höchste Zeit für ein neues Board und das richtige Equipment:

Snowboardhelme
Snowboardbindungen
Snowboardhandschue

Das richtige Snowboard für deinen Fahrstil zu finden, ist nicht so einfach. Die Produktbeschreibungen sind meist echte Rocket Science. Um dir einen Überblick zu verschaffen, haben wir die Annäherung ans optimale Board in fünf Schritte und Fragen gepackt.

Schritt 1: Wo möchtest du dein Board benutzen?

Snowboard Einsatzbereich

Mit einem Snowboard kannst du vom Tiefschnee-Hang bis zum Treppengeländer so ziemlich alles fahren, aber nicht jedes Brett eignet sich für jedes Einsatzgebiet gleich gut. Deshalb solltest du zunächst festlegen, in welchem Terrain du mit dem neuen Board hauptsächlich unterwegs sein wirst.

Freestyle

Hast eine Vorliebe für Funpark und Co.? Dann solltest du dich in Richtung „Freestyle“ orientieren. Damit entscheidest du dich für Boards, die möglichst weich und im Verhältnis zur Körpergröße nicht zu lang sind. Sie sind drehfreudig und verzeihen auch kleinere Unsauberkeiten. Das spart blaue Flecken, wenn du beim Tricksen die Landung nicht ganz so zentimetergenau hinbekommst – soll ja vorkommen.

Tiefschnee

Für Backcountry Style, abseits der Piste, wählst du ein Tiefschnee-Snowboard. Zum Powder-Surfen muss das Board schon etwas länger und breiter sein, sonst schwimmt das Board nicht stark genug auf. Je mehr Auftrieb dir das Snowboard im Tiefschnee bietet, desto leichter tust du dich im Powder und bekommst beim Fahren ein ähnliches Gefühl wie beim Surfen.

Allmountain

Du bist eher ein Allrounder, auf und neben der Piste unterwegs? Dann ist „Allmountain“ das Richtige für dich. Du brauchst ein Universal-Board – ohne besonderen Performance-Peak, aber auch ohne typische Schwächen.

Schritt 2: Welches Fahrniveau besitzt du?


Jetzt weißt du schon, aus welcher Richtung dein Board kommen soll und wie du es einsetzen kannst. Stellt sich noch die ehrliche Frage, wie gut du mit dem Board umgehen kannst. Erfolg ist, wie man weiß, auch eine Frage der Ausrüstung. Zu Anfang muss es nicht gleich das allerteuerste Board sein. Es muss funktional sein und gut auf deine Bedürfnisse abgestimmt sein, so tut ein kleiner Kratzer auch nicht ganz so weh. Für Einsteiger sollte das Board möglichst Fehler verzeihend ist.

Wer hingegen Board und Tempo in – fast – jeder Situation beherrscht, ist schon „Fortgeschrittener Boarder“. Das bedeutet, du interessierst dich für besonders hochwertige, langlebige Materialien. Mit ihnen hast du lange Zeit Spaß. Ein aufwendigerer Board-Aufbau sorgt für direktes Fahrverhalten: So bleibt für die nächsten Jahre noch jede Menge Luft nach oben.

Oder surfst du snowboardtechnisch in der Oberklasse, bist ein richtiger „Experte“? Dann investierst du in deine Leidenschaft auch gerne etwas mehr Geld: Du willst ein Board mit hochwertiger Verarbeitung und aufwendiger Konstruktion. Klar, dass die Hersteller hierfür höhere Entwicklungskosten ansetzen. Dafür erreichst du mit einem neuen Board aus der Profiliga Spitzenwerte in puncto Vorspannung, Torsion, Flexibilität und Gleitfähigkeit.

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Schritt 3: Für wen soll das Board sein?

Wenn wir hier zum Beispiel von Einsteigern reden, dann meinen wir natürlich auch EinsteigerInnen.  Damen-, Herren- und Kinder-Snowboards unterscheiden sich allerdings nicht nur im Design.

Größe und dein Gewicht sind entscheidend: Snowboards müssen zum Beispiel für einen schwereren Mann umso härter und stabiler sein.

Das Gewicht des Fahrers entscheidet auch über die nötige Vorspannung. Die ist zum Beispiel bei Freeride-Boards besonders wichtig. Wenn man beim Ollie den richtigen Bewegungsablauf drauf hat, speichert man zunächst Federenergie im Board. Diese wird dann beim Absprung wieder frei und katapultiert den Boarder nach oben. Dieser sogenannte POP funktioniert umso besser, je genauer die Härte und Elastizität des Snowboards auf dein Gewicht ausgelegt ist.

Schritt 4: Welcher Shape ist der richtige? Rocker gefällig?

Es gibt verschiedene Rockertypen – doch was bedeutet das für das Fahrverhalten des Boards? Der Rocker eines Snowboards beschreibt die Vorspannung des Brettes. In Kombination mit Flex und Shape bestimmt der Rocker das Fahrverhalten des Boards. Er entscheidet darüber, wie das Board im Schnee aufliegt und wie es sich bei bestimmten Anforderungen und Fahrstilen verhält. Je nachdem was du mit deinem Board machen möchtest, solltest du die richtige Bauart bzw. den Shape wählen.

Camber Snowboards

Der Klassiker ist das Camber Snowboard. Ein Camber beschreibt eine positive Vorspannung. Das Board hebt sich in der Mitte an und liegt an Tip und Tail auf dem Boden auf. Dadurch kann ein hoher Kantendruck und -halt aufgebaut werden. Camber Boards können in allen Snowboard-Lebenslagen genutzt werden. Prädestiniert sind sie für das Carven auf der Piste. Es gibt Snowboarder, die auf Camber Boards schwören und sie in jedes Terrain entführen. Das Fahrverhalten hängt neben dem Camber auch von der Form des Snowboards ab. Wenn zum Beispiel eine sehr breite Nose auf ein sehr schmales Tail trifft, kann ein Camber Board auch wunderbar im Powder eingesetzt werden und für den nötigen Auftrieb sorgen.

So kannst du dir den Shape eines Cambers vorstellen

Rocker bzw. V-Rocker

Genau die andere Richtung nimmt ein sogenanntes „V-Rocker“-Board ein. Auch hier geht es bei Tip und Tail steil aufwärts, die Vorspannung ist allerdings negativ. Damit liegt das Board vor allem in der Mitte auf und steigt Richtung Enden nach oben an. Das macht es sehr drehfreudig. Mit einem V-Rocker bist du im Funpark, beim Jibben auf der Piste und abseits der Piste zuhause – überall eben, wo es auf schnelle Schwünge und spontanes Ansprechverhalten ankommt.

Hier der klassische V-Rocker.

 

Wer es gerne etwas gutmütiger hat, entscheidet sich für einen „V-Rocker“. Sie eignen sich als Einsteiger-Board ebenso, wie als problemlose Allrounder, die mit unterschiedlichsten Verhältnissen gut zurechtkommen. Ein V-Rocker bekommt selbst bei geringer Schräglage gleich auf voller Länge Pistenkontakt, baut guten Kanten-Grip auf und verzeiht so manchen Fahrfehler.

Hybrid-Rocker

Hybrid-Rocker kombinieren Camber und Rocker in einem Board. Hier sind verschiedenste Varianten möglich. Oftmals erzeugt eine geschwungene Form des Brettes einen Camber, also einen Hohlraum, unter den beiden Bindungen. In der Mitte des Snowboards ist aber ein Rocker mit positiver Vorspannung, der das Board drehfreudig macht und damit fehlerverzeihend. Hybrid-Rocker können auch einen Camber in der Mitte haben und dann bereits an den Bindungen mit dem Rocker beginnen.

So sieht ein Flying-V Board von der Seite aus.

 

Hybrid-Boards sind dadurch in unterschiedlicher Bauart für alle Terrains einsetzbar. Sie haben Pop für die großen Jumps, sind fehlerverzeihend im Park auf Rails, generieren mit zusätzlichen Rockern in Tip und Tail Auftrieb im Powder und kreieren starken Kantengriff auf der Piste. Zu den bekanntesten Hybrid-Rockern gehört der S-Rocker – auch Powder-Rocker genannt – und der Flying-V-Rocker.

Und hier ein S-Rocker Shape.

 

Zero-Camber bzw. Flat

Zero-Camber heißt auf Deutsch Null-Camber. Das Board ist also plan auf dem Boden aufliegend – auch Flat Rocker genannt. Mit einem planen Board gehst du zum Jibben in den Park. Es ist drehfreudig und verzeiht Fehler was dir vor allem auf Rails und Boxen zugute kommt. Es verbindet aber auch viele positive Features von Rocker und Camber Boards miteinander. Die effektive Kantenlänge ist länger als bei Rockern, was Halt auf der Piste gibt. Dabei bleibt das Board spielfreudig. Durch die Variabilität kann es am ganzen Berg Einsatz finden.

Spiel, Spaß, Flat-Shape.

Schritt 5: Und welche Features brauchst du sonst noch?

Nein, das ist kein Tippfehler, auch im letzten Schritt geht es noch einmal um die Ausstattung, genauer gesagt um Tip und Tail.

True Twin Tip

Hier wählt der Symmetrie-Freund ein Board mit „True Twin Tip“: Beide Enden des Bretts sind stark aufgebogen. True-Twin-Tip-Boards sind in beiden Fahrtrichtungen gleich stark, also sowohl Regular (linker Fuß vorne) als auch Goofy (rechter Fuß vorne). Wo der antiquierte Zweibrett-Rutscher seine Spitzkehre auf den Hang zittert, zieht der Snowboarder elegant in die Gegenrichtung davon. Erfolg ist eben doch eine Frage der Ausrüstung – der True Twin Tip punktet bei schnellen Moves in Pipe, Park und Powder, weniger allerdings im Geradeauslauf.

Directional Twin

Schon ein wenig richtungsstabiler ist ein Board mit „Directional Twin“. Hier ist der Tip ein wenig stärker aufgebogen als der Tail. Mit diesem idealen Allmountain-Design gehst du auf und neben der Piste auf Nummer sicher und kannst sogar im Funpark noch mithalten – auch bidirektional.

Directional Tapered

Wie ein Ski mit Überbreite präsentiert sich ein „Directional Tapered“ Snowboard: am Tip aufgebogen, am Tail flacher. Dieses Design eignet sich vor allem für Piste und Downhill und hält das Board auch bei höherem Speed auf Kurs – mit gutem Grip und sicherer Führung. Und wer denkt schon an Goofy, wenn der Dopplereffekt beim Vorbeirauschen aus der Pisten-Gaudi-Musik einen echten Heavy-Metal-Song zaubert.

FAZIT

Man kann selbst im einundzwanzigsten Jahrhundert noch die Piste im korrekten Parallel-Umsteiger herunterfahren – man muss es aber nicht. Moderne Snowboards mit ihren sehr vielseitigen Auslegungen machen richtig Spaß, und den solltest du dir gönnen – als Experte gerne auch mal mit mehreren Boards zum Wechseln. Letztendlich entscheidet natürlich immer auch der Preis einschränken, aber im SportScheck-Sortiment ist für jeden Geldbeutel etwas dabei.

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