Laufen

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Verschiedene Laufarten stellen auch unterschiedliche Anforderungen an einen Laufschuh



Laufschuhtypen: Welchen Laufschuh brauchst du?

 

Die Auswahl an Laufschuhen ist so groß wie nie zuvor. Für jeden Einsatz und für jeden Läufertyp gibt es den richtigen Schuh. Allerdings ist es nicht immer einfach, in diesem großen Angebot den perfekten Laufschuh zu finden.

 

Egal ob du einen Stadtmarathon absolvieren, durch schwieriges Gelände oder einfach nur trainieren möchtest – für jede Situation benötigst du den passenden Laufschuh. Wir stellen dir die fünf wichtigen Laufschuhtypen vor und zeigen dir, welcher davon zu deinen Laufzielen passt.



1. Neutralschuhe

 

Die größte Laufschuhkategorie: Neutralschuhe verfügen in der Regel über eine komfortable Dämpfung und eine mittlere bis starke Sprengung (Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß in der Regel zwischen 8 bis 11mm). Schaft und Sohle sind so gestaltet, dass sie dem Fuß beim Laufen eine gewisse Führung geben.


Das Gewicht von Neutralschuhen liegt zwischen dem von Stabilitäts- und Wettkampfschuhen. Beim Obermaterial kommt in der Regel atmungsaktives Mesh zum Einsatz. Die Gummimischungen der Sohlen sind für den hohen Abrieb auf Asphalt abgestimmt und dementsprechend langlebig.



Für wen sind Neutralschuhe ideal?


Läufer, die Neutralschuhe tragen, haben keine Probleme beim Abrollen und keine Fehlstellungen der Gelenke. Für Freizeit und Trainingsläufe sind Neutralschuhe optimal geeignet – egal, ob für kurze oder lange Distanzen.



Steckbrief Neutralschuhe


  • Komfortable Dämpfung
  • Keine bis mittlere Führung
  • Moderate Sprengung
Neutralschuhe
Neutralschuhe haben eine gute Dämpfung und sind ideal für Asphalt geeignet



2. Stabilitätsschuhe

 

Laufschuhe der Kategorie „Stabilität“ verfügen über einen steiferen Schaft und geben dem Fuß auf diese Weise mehr Halt und Führung als Neutralschuhe. Die Dämpfung ist meist sehr stark ausgeprägt und die Schuhe verfügen meist über eine Konstruktion mit starken Stützen (Pronationsstütze). Dies verhindert die Überpronation, also ein starkes Abknicken des Sprunggelenks nach innen aufgrund von Fußfehlstellungen.

 

Der Fokus liegt bei Stabilitätsschuhen nicht auf Bestzeiten, sondern darauf, ein möglichst komfortables Laufen zu ermöglichen.



Wer sollte Stabilitätsschuhe tragen?

 

Läufer, die beim Abrollen im Sprunggelenk stark nach innen knicken (Überpronation), finden in Stabilitätsschuhen den idealen Trainingspartner.



Steckbrief Stabilitätsschuhe

 

  • Maximale Dämpfung
  • Starke Führung
  • Mittlere bis starke Sprengung

 

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du einen Neutralschuh oder einen Stabilschuh benötigst, führe in einer unserer Filialen eine Laufbandanalyse durch (mehr Infos hierzu weiter unten im Abschnitt „Lauflabor und Laufbandanalyse“).



3. Natural-Running-Schuhe

 

Im Gegensatz zu den Stabilitätsschuhen verzichten Natural-Running-Schuhe auf jegliche Stützen. Dadurch wird der ganze Schuh sehr flexibel und leicht. Auch die Dämpfung ist auf das Nötigste reduziert, denn die Sohle übernimmt lediglich die Aufgabe, den Fuß vor Steinen und scharfen Kanten zu schützen. Wenn der Fuß auf dem Boden aufsetzt, wird der Aufprall vom Bewegungsapparat aufgefangen.


Um den Vorfußlauf zu unterstützen, verfügen Natural-Running Schuhe meist nur über wenig Sprengung. Hat ein Laufschuh keine Sprengung, spricht man auch von einem Zerodrop-Schuh. Dadurch wird ein natürlicherer Laufstil gefördert, bei dem der Läufer statt auf der Ferse auf dem Mittel- oder Vorfuß landet. Da sich der Fuß beim Vorfußlaufstil etwas aufspreizt, ist die Zehenbox bei Natural-Running-Schuhen in der Regel etwas breiter.



Für wen eignen sich Natural-Running-Schuhe?


Natural-Running-Schuhe sind etwas für fortgeschrittene Läufer. Fuß und Wade müssen hier deutlich mehr arbeiten als in Neutralschuhen, dafür wird aber auch ein größerer Trainingseffekt erzielt, da die Fußmuskulatur gestärkt wird. Viele Läufer nutzen Natrual-Running-Schuhe als Zweitschuh im Lauftraining, um Kraft und Motorik zu trainieren.



Steckbrief Natural-Running Schuhe


  • Minimale Dämpfung
  • Keine Führung
  • Minimale Sprengung
Natural Running
Natural-Running-Schuhe eignen sich hervorragend als Zweitschuh für kurze, intensive Einheiten



4. Trailrunning-Schuhe

 

Um Läufern im Gelände optimalen Halt zu bieten, verfügen Trailrunning-Schuhe über einige Besonderheiten. In erster Linie fällt die Sohle auf, die meistens mit großen Stollen besetzt ist, um auch auf schlammigen weichen Wegen genug Grip zu bieten. Für den Einsatz auf der Straße sind die Schuhe jedoch nicht gedacht – hier reiben sich die Stollen sehr schnell ab.


Beim Obermaterial kommt anstelle von Mesh oft ein atmungsaktiver Stoff zum Einsatz – dieser ist in der Regel etwas robuster. Spezielle Modelle sind mit Membranen versehen, die die Schuhe wasserdicht und atmungsaktiv machen; ein Vorteil bei Läufen über nasse Wiesen, seichte Bachläufe oder im Regen.


Da Schnürsenkel im Gelände leicht an Büschen und Wurzeln hängenbleiben, besitzen viele Trailrunning-Schuhe ein spezielles Schnürsystem sowie eine Schnürsenkeltasche. Da abseits der Straße auf weichem Untergrund gelaufen wird, verzichten viele Trailmodelle zudem auf dicke Zwischensohlen mit starker Dämpfung. Stattdessen wird mehr Wert auf einen direkten Kontakt zum Untergrund gelegt.



Wer braucht Trailrunning-Schuhe?


Nun, das ist offensichtlich: Wer Wald gegen Asphalt tauscht, braucht meist auch mehr Grip in der Sohle – besonders bei schlechtem Wetter. Trailrunning-Schuhe bieten genau diesen Halt gepaart mit einem Durchstoßschutz vor großen Steinen.



Steckbrief Trailrunning-Schuhe


  • Mittlere Dämpfung
  • Mittlere Führung
  • Mittlere Sprengung
  • Maximaler Grip im Gelände
Trailrunning-Schuhe
Wer im schwierigen Gelände laufen möchte, benötigt unbedingt Trailrunning-Schuhe, um das Verletzungsrisiko zu senken



5. Wettkampf- und Lightweightschuhe

 

Im Wettkampf zählt nur die Zeit. Wettkampfschuhe sind daher ausschließlich auf minimales Gewicht und maximale Performance ausgerichtet. Auf Stützen oder umfangreiche Dämpfung wird größtenteils verzichtet, auch die Robustheit steht nicht im Vordergrund. Dafür gewinnt die Belüftung mehr an Bedeutung.

 

Sind Wettkampfschuhe nur etwas für Top-Athleten? Nein. Auch Hobbysportler profitieren im Wettkampf von einem leichten Schuh. Allerdings sollte man den im Training schon mal ausprobiert haben, denn diese Laufschuhe unterstützen den Läufer nur minimal. D.h. Muskeln und Fußgewölbe übernehmen die Aufgaben von Führung und Dämpfung. Auf langen Distanzen kann sich das gesparte Gewicht auf den letzten Metern bitter rächen, wenn die Anstrengung dann keinen sauberen Laufstil mehr zulässt.



Steckbrief Wettkampfschuhe

 

  • Minimale Dämpfung
  • Minimale Führung
  • Wenig Sprengung
  • Maximale Belüftung
  • Geringes Gewicht



Lauflabor und Laufbandanalyse

 

Wenn du dir einen neuen Schuh zulegen willst, empfehlen wir dir auf jeden Fall in einer unserer Filialen eine ausführliche Beratung im Lauflabor. Hier sprechen wir zuerst über deine Ziele und Anforderungen, dann analysieren wir auf dem Laufband deinen Laufstil. Aufgrund der Ergebnisse aus der Laufbandanalyse empfehlen wir dir einige Modelle, die du ausführlich testen kannst.

 

Ist nicht der richtige Schuh dabei, kannst du verschiedene Socken und Einlagen ausprobieren, bis du deinen perfekten Laufschuh gefunden hast.

 

 

Laufschuh-Lexikon


Überpronation

Bei einer Überpronation sind die Beine im Stand eher nach innen gebogen und die Knie bewegen sich beim Beugen zur Innenseite. Der Fuß knickt beim Aufsetzen auch eher nach innen. Der richtige Schuh sollte eine stabilisierende Stützfunktion und eine ausreichende Dämpfung aufweisen, um ein übermäßiges Einsinken zu verhindern.


Unterpronation (Supination)

Die Beine sind im Stand eher nach außen gebogen und die Knie bewegen sich beim Beugen eher zur Außenseite. Der Fuß knickt beim Aufsetzen eher nach außen ab. Ein flexiblerer Schuh mit einer hohen Torsion, z. B. Neutral Running Laufschuhe, unterstützen den Fuß optimal.


Pronationsstütze

Pronationsstützen sind an der Zwischensohle angebracht und bestehen in der Regel aus gehärteten Schaummaterialien. Sie geben dem Fuß mehr Stabilität und schützen ihn davor, zu stark nach innen einzuknicken (Überpronation).


Zwischensohle

Die Zwischensohle ist aus elastischem Material und befindet sich zwischen Innen- und Laufsohle. Ihr Aufbau ist äußert komplex und unterstützt den Fuß beim Federn, was die Knie-, Sprung- und Hüftgelenke schont. Manchmal werden in die Zwischensohle spezielle Elemente wie Luft- und Gelkissen eingesetzt, um die Dämpfung zu verstärken.


Sprengung

Die Sprengung bei Laufschuhen bezeichnet den Höhenunterschied von der Ferse bis zum Vorfuß, der von dem Fußbett und der Zwischensohle vorgegeben wird.


Dämpfung

Die Dämpfung schützt die Füße, Knie und Gelenke beim Laufen. Der Dämpfungsgrad wird dabei vom Körpergewicht, Untergrund, Laufstil, Trainingsart und Fußtyp bestimmt.


Abrollverhalten

Der individuelle Laufstil bestimmt das Abrollverhalten des Fußes, also in welcher Bewegung der Fuß beim Laufen auftritt und sich wieder abstößt. Die gängigsten Laufstile sind:

  • Rückfußlauf (Aufsetzen mit der Fersenaußenkante, Abstoß mit dem Fußballen)
  • Mittelfußlauf (Auftritt mit der gesamten Fußaußenkante, Abstoß mit dem Fußballen)
  • Vorfußlauf (Auftritt und Abstoß mit Fußzehen und -ballen)

Schaft

Der Schaft ist derjenige Teil des Laufschuhs, der den Fuß umschließt und schützt. Je nach verwendetem Obermaterial kann der Schaft den Fuß noch stärker stabilisieren. Außerdem sorgt ein Schaft mit atmungsaktiven Materialien für eine gute Belüftung des Fußes.


Zweitschuh

Ein zweites Paar Laufschuhe, auch Zweitschuh genannt, sorgt für einen anderen Trainingsreiz und stärkt so den Laufapparat. Oft verwenden fortgeschrittene Läufer Natural-Running-Schuhe als Zweitschuh.