Wintersport Safety Guide
Gefahrenlos und sicher Outdoor-Sport betreiben

Der „Wintersport Safety Guide“ zeigt dir, wie du als Hobbysportler oder Profi beim Outdoor-Sport sicher durch die kalte Jahreszeit kommst.


✔ 
Besonderheiten des Outdoor-Sports während der kalten Jahreszeit

✔ Gefahrenbewältigung, darunter Lawinen, Skiunfälle, Gletscherspalten, Windchill und viele andere Faktoren

✔ Tipps zu Lawinen Gefahren

✔ Checkliste für die richtige Ausrüstung

✔ Übersichtlicher Gefahren-Guide zum selbst Ausdrucken

Das Cover des Wintersport Safety Guides
Eine Skifahrerin geht mit ihren Ski auf der Schulter und Skistöcken in der Hand ein Stück die Piste hinauf

Immer mehr Sportbegeisterte zieht es auch über die kalten Monate in die Berge. Alpinsport im Winter ist mittlerweile mindestens ebenso beliebt wie entsprechende Betätigungen zur warmen Jahreszeit. Hier sticht vor allem der Skisport in seinen unterschiedlichen Ausprägungen hervor. Dieser winterliche Outdoor-Sport ist es jedoch auch, bei dem die meisten Unglücke geschehen. Nicht selten brechen Laien mit ungenügender Ausrüstung auf bzw. schätzen ihre eigenen Fähigkeiten oder gar die Gefahren von Lawinen falsch ein. Die Folge sind schwerste Skiunfälle, mitunter tragische Lawinenunfälle und andere Konsequenzen mit enormer Tragweite. Aber auch fortgeschrittene Hobbysportler oder Profis sind nicht vollkommen vor entsprechenden Fehlern gefeit. Der „Wintersport Safety Guide“ hilft, letztere zu vermeiden und im Notfall richtig zu reagieren.

Eine Luftaufnahme des Skigebiets am Stubaier Gletscher.
Skifahren ist eine der Disziplinen im winterlichen Outdoor-Sport, bei dem du nicht nur besonders viel Ausrüstung benötigst, sondern dich zudem stark auf diese verlassen können musst. Erfahrene Skifahrer erreichen enorme Geschwindigkeiten – und um dabei weder sich selbst noch andere in Gefahr zu bringen, sollte wirklich alles passen. So musst du vor jeder Abfahrt dein Material genauestens prüfen. Zentrale Fragen sind hier: Sitzt der Helm korrekt, bietet die Skibrille freie Sicht, haben die Handschuhe ausreichend Grip und ist das Erste-Hilfe-Set an der Frau bzw. am Mann? Des Weiteren musst du, schon bevor du die Piste überhaupt betrittst, einen professionellen Bindungscheck durchführen (lassen). Außerdem sollten deine Skier scharfe Kanten aufweisen. Sind diese vorhanden und die Beläge ausreichend gewachst, wird nicht nur der Fahrspaß erhöht, sondern ebenso die Sicherheit. Verschaffe dir ferner einen genauen Überblick, welche Pisten geöffnet haben, welche für dich überhaupt infrage kommen, ob es bei Erschöpfung ausreichende Möglichkeiten zur Rast gibt und ob aktuell vielleicht erhöhte Gefahren durch Lawinen gegeben sind. Überschätze vor allem deine eigenen Fähigkeiten nicht!
Ein Skifahrer fährt sehr schnell eine perfekt präparierte Piste hinab.
"Ein guter Skifahrer bzw. Snowboarder fährt nicht nur besser, sondern schätzt die Situation besser ein und kann angemessen reagieren. Ein Anfänger fühlt sich auf neuem Terrain eher überfordert. Das sollte ein guter Fahrer bedenken und berücksichtigen": Dieses Statement von Andre Scheid, dem Cheftrainer des Race Snowboardverbands Germany, kann man getrost auch auf andere Bereiche des winterlichen Outdoor-Sports übertragen. Gehörst du ebenfalls zur angesprochenen Gruppe, solltest du wissen, worauf es ankommt. Darüber hinaus sind die FIS-Verhaltensregeln bei jeder Skisport-Aktivität zu berücksichtigen. Diese besagen unter anderem, dass anderen, vielleicht verunglückten Outdoor-Sportlern unbedingt geholfen werden muss. Überholen darfst du andere Fahrer/innen von oben oder unten, aber auch von rechts oder von links, dabei musst du jedoch immer einen genügenden Abstand einhalten, in dem der überholte Skifahrer oder Snowboarder ausreichend Raum für all seine Bewegungen hat. Auf der Skipiste gilt zudem für alle Outdoor-Sportler Ausweispflicht. Ferner muss jeder Skifahrer oder Snowboarder vermeiden, sich, ohne dass ein Notfall vorliegt, an engen, unübersichtlichen Stellen einer Piste aufzuhalten. Es gilt einen gestürzten Outdoor-Sportler schleunigst von einem solchen Punkt zu bergen.
Drei Hochtouren-Geher stehen bei Sonnenuntergang vor dem Eingang der Zelte ihres Hochlagers
Sowohl Hochtouren beim Wandern als auch Skihochtouren stellen ganz massive Herausforderungen im winterlichen Outdoor-Sport dar. Eine optimale Tourenplanung ist hier besonders wichtig, denn die drohenden Gefahren sind nicht selten potenziell lebensbedrohlich. Des Weiteren müssen ausreichende Erfahrungen im Berg- und Outdoor-Sport vorhanden sein und zudem die notwendigen technischen Skills. Im Winter gehen hier vor allem Risiken von Gletscherspalten und Lawinen aus. Deine Planung muss diesbezüglich sämtliche Eventualitäten berücksichtigen. Unbedingt zu beachten ist dabei, dass Lawinen nicht nur schlimme Konsequenzen in Form von Verschüttung haben können, sondern sie ebenfalls gefährliche Abstürzen provozieren können. Als Skitouren Ausrüstung oder Equipment zum Wandern ist im winterlichen Hochgebirge immer ein geeignetes LVS Gerät mitzuführen. Außerdem sollten Sparten, Lawinenschaufel, Sonde und Biwacksack für einen längeren Aufenthalt im Schnee vorhanden sein.
Ein Foto des Bergführers Dominik Bartenschlager
Dominik Bartenschlager ist leidenschaftlicher Bergführer und Grundschullehrer aus dem Oberallgäu. Das ganze Jahr über ist er draußen in den Bergen unterwegs, wo er durch die Luft gleitet, Touren leitet, an Eiswänden klettert oder auf Skiern die Piste herunterfährt. Als staatlich geprüfter Berg- und Skiführer kennt sich Dominik bestens mit den Gefahren in den Bergen aus und sensibilisiert bereits Kinder und Jugendliche für einen verantwortungsbewussten Umgang im Wintersport.

Dominik Bartenschlager

Bergführer & Grundschullehrer

Interview mit Dominik Bartenschlager

Was war dein krassestes/einschneidendstes Erlebnis im Wintersport?
"Ein einzelnes Erlebnis herauszugreifen fällt mir schwer. Im Laufe der Jahre gab es immer wieder beeindruckende und krasse Erlebnisse im Schnee. Allen voran natürlich verschiedene Lawinenabgänge, zum Teil mit Verschüttung und teilweise leider auch mit tödlichem Ausgang. Sowohl von Menschen, die ich kenne bzw. kannte, als auch von anderen, mir fremden Personen. Von Menschen mit verschiedenster Könnens- und Wissensstufe. Solche Situationen sind immer einschneidend und beschäftigen mich auch im Nachgang. Allerdings gibt es auch im alltäglichen Wintersport auf der Piste immer wieder krasse Momente, vor allem, wenn Kinder involviert sind. Wie zum Beispiel neulich: Ein auf rudimentärstem Niveau snowboardender Vater, der sein Kind auf dem Rücken in der Kraxe die Piste herunter transportiert hat. Situationen, die für Kinder objektiv gefährlich sind, sind dabei immer besonders einprägsam."

Was gibt es beim gemeinsamen Wintersport mit Kindern zu beachten?
"Die Sicherheit der Kinder muss immer im Vordergrund stehen. Damit meine ich nicht nur die passende Ausrüstung, Helm, Material usw., sondern insbesondere der Schutz gegen die Kälte, die bei vor allem bei kleinen Kindern oft unterschätzt wird. Außerdem sollte im Wintersport mit Kindern immer die Freude der Kinder (und nicht die Selbstverwirklichung der Eltern) im Vordergrund stehen."

Welche Tipps hast du, um Angst(situationen) zu bekämpfen?
"Im Wintersport ist es oft der falsche Ansatz, zu meinen, Angst bekämpfen zu müssen. Angst ist ein natürlicher Instinkt, der schützt. Gerade im Wintersport stelle ich mir oft die Frage, warum dort die Risikobereitschaft so viel höher zu sein scheint, als im Alltag. Oft sehe ich Situationen, die selbst mir von außen Angst machen, in denen aber die Beteiligten auf jeden Fall Angst haben sollten. Angst kann in vielen Situationen hilfreich sein. Daher sollte man sie nicht bekämpfen, sondern auf sie hören."

Welche Auswirkungen hat eine falsche/fehlerhafte Ausrüstung?
"Wir haben bei uns im Wintersport meistens kein Ausrüstungs- sondern ein Ausbildungsdefizit. Die passende Ausrüstung ist aber selbstverständlich notwendig - ohne entsprechende Notfallausrüstung sollte das off-piste Gelände absolut tabu sein."

Welche Versicherung rätst du Wintersportlern?
"Auf was muss man achten? Die beste Versicherung ist es, den gesunden Menschenverstand zu nutzen. Etwas weniger Risikobereitschaft, etwas mehr Zurückhaltung und Rücksicht sind wichtiger, als irgendwelche Versicherungen."

Unser übersichtlicher Gefahren-Guide zum selbst ausdrucken


Der Gefahren-Guide informiert dich über:

✔ richtige Vorbereitung 

✔ richtige Einschätzung von Gefahrsituationen

✔ richtiges Verhalten im Notfall

✔ richtig Erste Hilfe leisten



Das Cover des Wintersport Safety Guides

Die Autoren unseres Wintersport Safety Guides

Philipp Dahlmann und Fabiola Shaw haben in ihrer Tätigkeit als Notfallsanitäter tagtäglich mit den Gefahren des (winterlichen) Outdoor-Sports zu tun. Der Innsbrucker Philipp Dahlmann hat zudem an der Uni Innsbruck zum Schwerpunkt „Akademisierung und Prozesse im Rettungsdienst, eine Frage von Kompetenzen“ promoviert und ist derzeit Dozent an der in Wolfratshausen ansässigen Berufsfachschule für Notfallsanitäter. Er und seine Co-Autorin, die Garmisch-Partenkirchenerin Fabiola Shaw, die zurzeit eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin sowie zur Einsatzleiterin der Bergwacht absolviert, sind selbst begeistert im Outdoor-Sport bzw. Berg-/Alpinsport aktiv.

Ein Bild von Philipp Dahlmann.
Philipp Dahlmann

Notfallsanitäter

Dozent der Berufsfachschule für Notfallsanitäter
Ein Bild von Fabiola Shaw.
Fabiola Shaw

Notfallsanitäterin

Einsatzleiterin der Bergwacht
Ein Freeride Skifahrer springt mit seinen Freeride Ski über einen kleinen Abgrund