Ein Mann klettert an einer hohen und glatten Felswand an einem schmalen Spalt hinauf. Diese Technik nennt man Rissklettern.

Rissklettern, Reibung und Verschneidung bouldern

Ein Kletterer, der einen Riss in voller Klettermontur in Angriff nimmt (Foto: istock/ leoWH)

Wir stellen euch hier das Kletter mit Wandriss (schmaler Felspalt) vor, das Bouldern mit der Tritttechnik Reibung (wenn Tritte fehlen) und die Technik des Verscheidungsklettern (wie man den Körper in einer Ecke aufspreizt).

Bouldern ist technisch sehr anspruchsvoll. Wie bei der Disziplin Sportklettern kämpfst du mit verschiedensten Herausforderungen. Leichte Routen führen oft nur vertikal eine Wand hinauf: Der Schwierigkeitsgrad definiert sich dabei über die Bouldergriffe.

Manchmal muss man beim Bouldern aber kreativ Griffmöglichkeiten überhaupt erstmal erkennen, sich beim Treten voll auf die Reibung der Schuhsohle verlassen oder den Körper athletisch-geschickt verrenken. Genau deswegen macht Bouldern so viel Spaß!

Rissklettern

Beim Rissklettern, im Fachjargon auch Piazen genannt, greifst du mit deinen Fingern in eine schmale Felsspalte.

Dann hängst du dich mit deinem Körpergewicht nach hinten und drückst dich mithilfe deiner Füße von der Kletterwand ab. Um voranzukommen, schiebst du dich in der Spalte dann Stück für Stück nach oben, was auf Dauer recht kräfteraubend sein kann.

Reibungsklettern

Darstellung der Fussstellung beim Reibungsklettern an einer Felswand.

Reibungsklettern

Wenn es keine Tritte gibt, musst du die Reibung der Wand für dich nutzen. Die Sohle von Boulderschuhen ist extra dafür optimiert. (Foto: istock / scotto72)

Bleibt noch die Reibungskletterei, bei der eine Route (fast) keine greif- oder antretbare Bouldergriffe aufweist. Deshalb kommt es vor allem auf eine gute Tritttechnik an. Anstatt deine Zehen auf einem Bouldergriff zu platzieren, nutzt du die komplette Sohle deines Kletterschuhs.

Dadurch findest du auf der rauen Oberfläche eines Slopers oder einer planen Fläche der Kletterwand dennoch Halt. Da braucht es in der Tat manchmal etwas Selbstvertrauen. Aber am besten probierst du es einfach selbst einmal aus.

Verschneidungsklettern

Auch beim Verschneidungsklettern geht es nicht frontal eine Wand hinauf. Stattdessen musst du bei den meisten Zügen deinen Körper stützen, wegdrücken und ausbalancieren. Körperspannung ist hier das A und O. So kommt es viel weniger auf Finger- und Armkraft an, da du beim Verschneiden deutlich weniger auf Zugbelastung boulderst.

Vielmehr stützt, stemmst und verkeilst du dich zwischen einzelnen Griffen und verlagerst geschickt deinen Körperschwerpunkt, um ein Boulderproblem mit möglichst wenig Kraftaufwand zu lösen. In diesem Zusammenhang kommt auch das Manteln als Klettertechnik zum Einsatz. Dabei versuchst du dich mithilfe eines Fußes sowie deiner Hände auf eine höhere gelegene Kante zu drücken, um dann mit Schwung nach oben zu gelangen.