Yoga Teacher Training: Eine Reise zu Dir selbst

Du liebst und lebst Yoga? Dann könnte ein Yoga Teacher Training für dich interessant sein. SportScheck Autorin Steffi hat eine Yogalehrer-Ausbildung auf Bali absolviert, berichtet von ihren Erfahrungen und erklärt, wie du das richtige Yoga Teacher Training für dich findest.
Wie finde ich das richtige Yoga Teacher Training

Sich die Yogamatte unter den Arm zu klemmen und im Sportoutfit „zum Yoga zu gehen“ ist für uns ganz normal, könnte aber in Indien, wo Yoga eher für seine spirituelle, meditative Form steht, ein wenig für Verwunderung sorgen. Denn warum zum Yoga gehen, wenn Yoga doch direkt in uns ruht?

Wenn wir an Yoga denken, denken wir nämlich meist an Workouts, die unsere Bürostuhl-geplagten Körper mobilisieren, Muskeln stählen und uns biegsam und flexibel machen. Das ist nicht falsch, der eigentliche Kern von Yoga ist aber komplexer. Bereits der Begriff Yoga deutet darauf hin: Yoga ist im weitesten Sinne als „sich verbinden, vereinen“ (aus dem altindischen Sanskrit) zu übersetzen und meint damit, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Die physische Komponente ist dabei nur eine von vielen und neben beispielsweise Meditation oder Pranayama (Atemtechniken) lediglich eine der Möglichkeiten, sich mit dem wahren Selbst zu verbinden – denn „Yoga is the journey of the Self, through the Self, to the Self.

Noch eine Yoga-Lehrerin?

Nun möchte ich hier über meine Erfahrung und meine Yogalehrer-Ausbildung berichten. Dank des enormen Booms der letzten Zeit ist Yoga in unserer Wahrnehmung immer präsenter geworden, Studios sprießen in den deutschen Städten an jeder Ecke und die Zahl der Yogalehrer scheint immer größer zu werden. Da stellt sich natürlich die berechtigte Frage: Braucht die Welt nun wirklich noch eine Yogalehrerin?

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Auch ich habe vor Jahren den Zugang zum Yoga über den sportlichen Aspekt gefunden. Nach vielem Ausprobieren von erst Fitness-, dann Yogastudios, Yogastilen, LehrerInnen und Herangehensweisen habe ich für mich erfahren, dass hinter Yoga so unglaublich viel steckt, was ich gerne lernen und vertiefen möchte. Die Entscheidung, tatsächlich eine Yoga-Grundausbildung, ein sogenanntes 200 Stunden Yoga Teacher Training, absolvieren zu wollen, war vermutlich der Anfang einer langen Reise, die ich gerade erst begonnen habe. Dabei war für mich nie klar, ob ich tatsächlich einmal Yoga lehren möchte. Vielmehr war mein Ziel, mich intensiv mit allen Aspekten auseinanderzusetzen, von erfahrenen Yogis zu lernen, mich noch mehr mit der spirituellen Komponente zu befassen und mich auf eine Reise zu mir selbst zu begeben. Mein Anspruch war nicht, die nächste große Yogalehrerin zu werden, sondern erst einmal viel tiefer in das weite Feld einzusteigen, um dann ganz offen zu sein, wohin der Weg mich führen wird.

Wie finde ich das passende Yoga Teacher Training?

Die Vielfalt und der regelrechte Hype um Yoga spiegeln sich wohl auch in der Masse an Angeboten auf dem Markt wider. Dabei ist es eine sehr persönliche Sache, die richtige Yogaschule mit der passenden Ausrichtung für sich zu finden, die zugleich einen hohen Standard und somit eine qualitativ hochwertige Ausbildung anbietet.

Vor der Entscheidung für ein konkretes Angebot stellt sich zunächst die grundsätzliche Frage der Ausbildungsform. Hier gibt es im Wesentlichen folgende zwei Möglichkeiten:

- Eine Intensivausbildung, die je nach täglichem Stundenpensum drei bis vier Wochen dauert und es erlaubt, sich für diesen Zeitraum von morgens bis abends vollkommen in den Yoga-Kosmos zu vertiefen. Hier gibt es ein großes Angebot, oftmals an kulturell und spirituell inspirierenden Orten wie Indien, Sri Lanka oder Bali.

- Alternativ gibt es Teacher Trainings bestehend aus mehreren Blöcken, die über einen langen Zeitraum verteilt werden. Hier finden die Trainingsblöcke häufig an (verlängerten) Wochenenden statt, teilweise kombiniert mit längeren Lehrphasen. Diese Variante wird oft von den hiesigen Yogastudios angeboten, finden demnach sogar in der gewohnten Umgebung statt und lassen sich auch parallel zu einem Vollzeitjob realisieren.

Yoga Teacher Training auf Bali

Ich entschied mich für die Intensivausbildung, um mich für eine gewisse Zeit komplett auf eine ganz besondere Erfahrung einzulassen und von nichts anderem abgelenkt zu werden. Auf diese erste Entscheidung folgte ein langer Prozess mit viel Recherche, um eine konkrete Ausbildung auszuwählen. Hier gibt es kein Patentrezept, aber mitunter folgende Punkte, die es für sich zu klären gilt und die die Wahl beeinflussen:

- Welcher Yogastil? Hast du bereits einen Lieblingsstil? Willst du dich auf eine bestimmte Richtung fokussieren?

- Wo? In deiner Stadt? In Deutschland? Im Ausland?

- Wann werden passende Ausbildungen angeboten und passt das zu deinen terminlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen?

- Hast du womöglich eine/n LehrerIn, der/die dich so begeistert, dass du die Ausbildung ohnehin bei ihm oder ihr machen möchtest und alles danach ausrichtest?

Aus meiner Sicht ist die Frage der leitenden Yogalehrer - sofern du sie noch nicht kennst - ein sehr wichtiger Aspekt. Ich persönlich habe sehr viel Recherche in das “digitale Kennenlernen” der Lead Teacher gesteckt, um für mich herauszufinden, ob ich mir diese Person als Mentor und Inspirationsquelle für mich vorstellen kann. Denn was bringt eine Ausbildung, wenn dir die Art des Unterrichtens von deinem dortigen Lehrer nicht gefällt? Mir hat hier auch Instagram geholfen, um zumindest einen Eindruck zu bekommen, denn viele Yogalehrer sind inzwischen auf Social Media sehr präsent.

Die Yogastile

Yogalehrer Ausbildung auf Bali
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Ähnlich wichtig wie die Ausbildungsform und die Lehrer ist auch die Auswahl des Yogastils. Dieser beeinflusst die Erfahrung der Ausbildung sowie die Entwicklung als potentiell künftiger Yogalehrer maßgeblich. Hier gibt es eine große Bandbreite, wie (um nur einige zu nennen) Vinyasa, Jivamukti, Anusara, Bikram bis hin zu Yin oder Restorative Yoga. So unterschiedlich die Stile sind, so teilen sie den Gedanken, Körper, Atem und Geist durch die Yogapraxis zu vereinen.

In meinem Fall umfasste die Ausbildung gleich zwei Stile, was ich als besonders reizvoll empfand: Den dynamische Vinyasa-Stil, der sich durch die fließenden Bewegungen und oft kreativen, ineinander übergehenden Sequenzen auszeichnet. Hier ist auch die Atmung essentiell, die mit der Ausführung der einzelnen Asanas verbunden wird und die gesamte Praxis zu einem “Flow” werden lässt.

Der zweite Stil war in meinem Fall Yin Yoga, eine Yogaform, in der ich selbst noch nicht so erfahren war und die wohl nicht gegensätzlicher zu Vinyasa sein könnte. Ein ruhiger, geradezu meditativer Yogastil, der die tiefer liegenden Schichten des Körpers (wie z.B. die Faszien) in den Fokus nimmt. Meist sitzend oder liegend werden die einzelnen Asanas lange gehalten, keinerlei körperliche Anstrengung erzeugt und der Blick primär nach innen gerichtet. Ein für mich perfekter Kontrast und zugleich die ideale Ergänzung zur Dynamik von Vinyasa.

Ich packe meinen Koffer: Yogalehrer Ausbildung auf Bali

Für die Yoga-Einheiten selbst braucht es im Grunde, wie schon eingangs angeklungen, nicht allzu viel – zumal bei einem Yoga Teacher Training in den meisten Fällen sämtliches Equipment zur Verfügung gestellt wird: Yogamatten, Yoga-Blöcke, Yoga-Gürtel, Decken. Die umfassende Yoga-Ausstattung ist vorhanden. Anders sieht es da in Sachen Garderobe aus. Denn mehr als drei Wochen tägliches Yogatraining und damit ein Leben in Yogapants und Sporttops benötigen da doch schon eine etwas umfangreichere Ausstattung im Koffer als man das im sonst üblichen Alltag eines Teilzeit-Yogis gewohnt ist. Davon abgesehen gleicht der Kofferinhalt im Grunde dem eines sportorientierten Urlaubers, auch wenn ich im Nachhinein weitaus weniger Sonnencreme, Bikinis und Dinge für die sommerliche Freizeitgestaltung gebraucht hätte. Warum wird sich in meinem nächsten Blogbeitrag zeigen.

Yogalehrer werden auf Bali

Und so stieg ich im Juli vor genau einem Jahr ins Flugzeug, mit einem Koffer voller Sportsachen, meiner Yogamatte als einzigem vertrautem Begleiter und der Aussicht auf dreieinhalb Wochen weit außerhalb meiner Comfort Zone.

In den nächsten beiden Artikeln ihrer dreiteiligen Blogserie berichtet Steffi vom Verlauf ihres Yoga Teacher Trainings, von den Höhen und Tiefen der Zeit – und wie es danach für sie weiterging.

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