Challenge Roth - Die Motivation fürs Training

Endlich: 2018 holen wir uns das Sixpack, die neue Bestzeit und den Traumjob. Alles, was wir dafür brauchen, ist die richtige Inspiration. Bei den anderen klappt’s ja auch. Instagram ist voll von Fitnessfreaks und Motivationssprüchen. Nur wie funktioniert das genau? Ich habe mich mit Oli zusammengesetzt, den ich noch nie schlecht gelaunt gesehen habe und ihn gefragt, wie er die Motivation aufbringt, sich stundenlang im Keller auf der Rolle zu foltern oder nach fünf langen Anstiegen auch noch den sechsten zu packen. Seine Einstellung zum Thema Motivation: Oli Eigentlich ist es ganz einfach: Wer etwas findet, das er gern macht, ist automatisch motiviert. Manche Menschen machen gern Musik, die setzten sich auch freiwillig zum Üben ans Piano, andere leben für die Fotografie und haben kein Problem damit, früh aufzustehen um einen genialen Sonnenaufgang einzufangen. Schwierig wird es erst, wenn man etwas macht, von dem man nur halb überzeugt ist.
Motivation Training

Gehört dazu: Stadtverkehr vor der Runde über die Landstraße

Sport nur als Legitimation für die nächste Tortenschlacht ist so ein Beispiel. Dann wird die Bewegung schnell zum ungeliebten Pflichtprogramm. Ich dagegen habe das Glück mit dem Rennradfahren eine Sache gefunden zu haben, die mir wahnsinnig Spaß macht. Alles andere kommt dann automatisch. Mein Trainingsbuch zum Beispiel. Das ist kein Pflichtenheft sondern ein Erfolgsbuch. Hier trage ich meine Einheiten ein, auf die ich stolz bin und gleichzeitig kann ich damit meine Entwicklung verfolgen.

Trainingsmotivation

Leider schlecht zu sehen, aber um die Mundwinkel zuckt schon die Vorfreude

Sobald ich dann den Lenker in die Finger kriege, geht meine Laune von selbst nach oben. Ich liebe es, zu spüren, wie der Körper immer besser arbeitet. Den Wind im Gesicht, die Sonne aber auch den Regen und die Kälte. Über Gegenwind kann man sich beschweren oder ihn als zusätzliche Challenge im Training willkommen heißen. Da man ihn eh nicht abstellen kann, empfehle ich letzteres.

Umgang mit Motivationslöchern

Damit sind wir schon beim nächsten Punkt: Tiefs. Ja die gibt es. Tausende. Dauernd. Überall und immer wieder. Aber soll man sich deshalb den Spaß an der Sache nehmen lassen? Ich finde nicht. Auch bei mir läuft‘s nicht immer rund. Aber das ist ganz normal. Besonders bei Langdistanzrennen. Ich bin mehrere 24h Rennen mitgefahren und da gibst du auch 4-5 Mal auf. Wichtig ist halt, dann trotzdem weiter zu fahren. Vielleicht etwas langsamer, aber weiter. Diese Tiefs gehören dazu. Sie kommen garantiert, aber sie gehen auch wieder. Dieses Auf und Ab ist ein Bestandteil des Sports, den ich einfach akzeptieren muss und ein stückweit liegt darin ja auch gerade die Spannung der Sache. Im Training suche ich schon mal ganz bewusst diese Situationen in denen mich alles ankotzt. Das kann man dann ganz entspannt betrachten und sich in Ruhe überlegen ob’s wirklich so schlimm ist. Denn je mehr dieser Lowspots man trifft, umso mehr verlieren sie ihren Schrecken. Wie überall tritt nämlich auch hier ein Gewöhnungseffekt ein. Oder wie Ann Trason sagt: Es tut weh, bis zu einem gewissen Punkt, aber danach wird es nicht mehr schlimmer.

Motivation Startvorbereitungen

Außerdem hilft eine etwas distanzierte Perspektive. Anstatt Trainingseinheiten in toll und doof zu unterteilen, überlege ich: was ist sinnvoll und was nicht? Bringen mich 2 Stunden auf der Rolle näher an mein Ziel im Sommer? Die Antwort ist ja und damit fällt es mir dann deutlich leichter, diese Zeit zu investieren. Dabei hilft es ungemein, Höhenprofil und Strecke gut sichtbar in der Nähe anzubringen.

Butter bei die Fische

Ok, soviel zur Theorie. Ganz konkret: wenn ich mich an einem Punkt befinde, an dem die Beine müde sind, die Lunge leer und sich die Gedanken ans Aufhören breit machen, dann denke ich ganz bewusst an die schönen Dinge, die ich beim Radfahren erlebt habe. Die beeindruckende Runde durch die Dolomiten, den Spaß bei den Gruppenausfahrten oder das Gefühl des Erfolgs nach einem harten Rennen. Diese Gedanken verschieben den Fokus von der aktuellen miserablen Situation. So lange bis es wieder besser läuft. Meistens jedenfalls. Natürlich gibt es auch die ganz, ganz schwarzen Tage, an denen gar nichts geht. Ist mir beim Race across the alps passiert. Einem Rennen über 500 Km und 14.000 Höhenmeter. Auf dem Flüela Pass sind wir in Starkregen gekommen. Da hatte ich schon 420 Kilometer in den Beinen und vor uns lagen noch 3.000 Höhenmeter. Physisch hätte ich das Ding vielleicht zu Ende fahren können, aber die Abfahrt war mir einfach zu gefährlich. Natürlich hat mich das gewurmt. Aber eigentlich habe ich dabei nichts verloren. Ich kann ja noch mal starten. Und das mache ich diesen Sommer – eine Woche vor Roth.

Fahrradpanne

Das gleiche gilt für Materialdefekte, verlorenes Reisegepäck und andere Ausfälle. Kurz ärgern: ja. Alles in Frage stellen: nein. An dieser Stelle vielleicht noch ein Aspekt, der im ständigen höher-schneller-weiter-tschacka leicht untergeht: Jeder Körper hat eine Grenze bis zu der man ihn fordern kann. Meistens wird sie nicht berührt, aber man kann sie auch ganz schnell überschreiten. Wo dieses Übertraining beginnt, ist nicht ganz leicht zu ermitteln. Mich hat es fünf Jahre gekostet, bis ich ein Gefühl dafür bekommen habe, bis wohin ich mich pushen darf und ab wann es dann zu viel wird. Mein Tipp: Langsam rantasten und die Brechstange zur Seite legen. Schließlich geht’s hier nur um die Freizeitgestaltung.

Der ultimative Tipp

Am Ende läuft alles auf den Anfang hinaus: Such dir einen Sport, der dir Spaß macht, der Rest kommt von selbst. Siehst du ähnlich? Oder ganz anders? Schreib mal! Und noch was: Wenn ihr einen Teil unseres Triathlon Teams treffen wollt, habt ihr am Samstag die Möglichkeit dazu. Dennis wird beim ISPO Munich Night Run mitlaufen. Wenn ihr mehr zur Challenge Roth erfahren wollt und wie sich das Team drauf vorbereitet, werdet ihr hier fündig.

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