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Radsport

Revolutionäre Fahrradhose: Mehr Komfort für Frauen

Immer mehr Frauen entdecken das sportliche Radfahren. Trotzdem ist die Funktionsbekleidung noch immer eher auf Männer zugeschnitten. Der Hersteller Endura entwickelte nun eine Hose, die speziell für weibliche Bedürfnisse gemacht ist. Funktioniert das? Wir haben die Hose getestet.

AM 28.04.2021

Radfahrerin mit Endura Bibtights von hinten

Nicht wenige Frauen, die mit dem Radsport beginnen, kennen folgendes Szenario: Sie fährt mit einer Radhose des Partners oder trägt eine Unisex-Hose aus dem Fachhandel. Und genau in diesem Moment beginnt das Problem. Denn obwohl ihr die ersten Kilometer auf dem Rad noch Spaß machen, wird dieser schneller getrübt, als er gekommen ist. Grund: Es schmerzt im Genitalbereich, Nähte reiben und der Beinabschluss schneidet ein. Die Lust auf längere Touren oder sogar die nächste Ausfahrt schwindet. Kein Witz: viele Frauen entscheiden sich genau aus diesen Gründen für einen anderen Sport. Denn der sollte schließlich Spaß machen und nicht für wundgeriebene Stellen, Taubheitsgefühle und Schmerzen sorgen.

Der Radbekleidungshersteller Endura will Frauen den Spaß auf dem Rad zurückbringen und auch lange Ausfahrten ohne Schmerzen, dafür mit viel Komfort, ermöglichen. Dazu war viel Forschungsarbeit nötig. Schließlich entwickelte das schottische Unternehmen eine Radhose, die genau auf die Bedürfnisse einer Frau zugeschnitten ist. Doch beginnen wir von vorne.

Braucht eine Frau überhaupt spezielle Funktionsbekleidung?

Gemeint ist nicht die Optik, sondern die Ergonomie. Heißt: wie die Kleidung sitzt. Die Antwort ist einfach: ja! Schließlich soll Funktionsbekleidung, wie der Name schon sagt, eine Funktion erfüllen. Frauen haben einen anderen Körperbau als Männer. Sie sind z.B. oft kleiner, haben andere Arm- und Beinlängen, kleinere Hände, ein breiteres Becken, eine schmalere Taille. Ein perfekt sitzendes Rennradtrikot beispielsweise sollte nicht flattern, sich stattdessen an die Figur anschmiegen. Es muss, im Vergleich zu einem Herrentrikot, mehr Platz im Brustbereich lassen und in der Taille enger sitzen.

Testerin trägt Endura Bibshorts

Warum bekommen Frauen Sitzschmerzen?

Frauen und Männer sitzen anders auf dem Sattel. Der Sitzknochenabstand ist bei Frauen in der Regel weiter als bei Männern. Im Frauenbecken liegt außerdem der Schambeinbogen deutlich tiefer. Frauen tendieren dazu, sich beim Fahren leicht nach vorn zu beugen. Viel Gewicht lastet auf den sensiblen und verletzlichen Hautzonen im Sitzbereich. Ein Sitzpolster, das auf die Anatomie eines Mannes angepasst ist, kann die Bedürfnisse einer Frau nicht erfüllen. Schmerzen, geschwollene und wundgeriebene Stellen sind vorprogrammiert. Nicht selten tut es deswegen am Folgetag im Sattel sogar noch deutlich mehr weh.


Warum gibt es so wenig Funktionsbekleidung speziell für die weibliche Ergonomie?

Die Fahrradbranche definiert als Haupt-Zielgruppe nach wie vor Männer. In vielen Radgeschäften hängt meist eine größere Auswahl an Equipment für Herren als für Damen. Das mag zum einen daran liegen, dass bisher weniger Frauen sportlich mit dem Rad unterwegs waren als Männer. Es kann sich aber auch durch den Markt bedingen. Heißt: Wenn eine Frau nichts Passendes in einem Laden findet, verlässt sie ihn gleich wieder. In den letzten Jahren hat sich jedoch einiges getan: Viele Hersteller haben erkannt, dass Frauen eine wichtige Zielgruppe im Radsport sind und erweitern dementsprechend ihr Sortiment.

 

Wie macht die Träger-Radhose für Frauen von Endura so besonders?

Die Pro SL EMG Bibshort von Endura besitzt ein innovatives Sitzpolster mit medizinischem Silikonelastometer. Es verteilt den Druck gleichmäßiger und mindert ihn an den Stellen, wo er entsteht. Gleichzeitig soll Reibung reduzieren werden. Das Silikonelement sitzt in einem Schaumstoffpad, das Schweiß ableitet und die Atmungsaktivität fördert. Doch das beste Polster allein macht eine Radhose noch lange nicht komfortabel. Deswegen legten die Designer von Endura auch Wert auf eine gute Passform: das bedeutet z.B., dass die Beinlänge passt und die Bündchen dort sitzen, wo sie sollen. Der besondere Clou: Dank Enduras DropSeatTM Funktion ohne Reißverschluss sollen Frauen unkompliziert eine Toilettenpause einlegen können, ohne erst das Trikot ausziehen zu müssen.

Endura Bibshorts mit Trägern für Frauen
Details der Endura Fahrradhose für Frauen: flache Nähte und Beinabschlüsse

Im Test: Wie schlägt sich die Pro SL EMG Bibshort von Endura?

Auf den ersten Blick überzeugt die Qualität der Trägerhose, das Material fühlt sich angenehm an, Nähte sind kaum sichtbar. Auf der Haut bestätigt sich das Gefühl: die Hose sitzt wie eine zweite Haut. Das Mesh auf der Brust liegt eng an, ohne zu scheuern. Im Sommer ist ein zusätzliches Unterhemd nicht nötig. Die breiten Träger, die sich im Rücken überkreuzen, schneiden nicht ein und zerren nicht an den Schultern. Was meist eine Schwachstelle an vielen Radhosen ist, überzeugt ebenfalls: die Beinabschlüsse schneiden nicht ein – trotzdem verrutschen sie nicht. Viele konventionelle Radhosen haben im Bereich des inneren Oberschenkels außerdem eine Naht, die einschneidet und das Bein unschön formt, nicht so bei der Bib von Endura. Auf das Herz der Hose, das Sitzpolster, darf der Hersteller zurecht stolz sein: Schmerzen im Schritt hatten wir beim Test zu keiner Zeit. Es bleibt jederzeit dort, wo es sein soll. Und funktioniert das mit der schnellen Pinkelpause auch? Tatsache: die DropSeat-Funktion ermöglicht den schnellen Boxenstopp, ohne sich, wie in anderen Träger-Hosen, beinahe vollständig entkleiden zu müssen.


Fazit: Funktionsbekleidung für beide Geschlechter

Solche innovativen Konzepte, die Frauen als Zielgruppe von Radbekleidung mitdenken, revolutionieren den gesamten Radsport. Das jahrelange Suchen nach Bekleidung, die komfortabel ist und keine Schmerzen verursacht, hat endlich ein Ende. Selbst Profi-Radfahrerinnen wie die paralympische Weltmeisterin Denise Schindler und die Langstrecken-Triathletin Susie Cheetham schwören mittlerweile auf die Bib von Endura. Auch andere Hersteller gehen einen ähnlichen Weg wie die Marke. Wir sind gespannt, wie sich der Markt für Funktionsbekleidung für Frauen in den nächsten Jahren noch entwickelt.

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