Tourenskischuhe: So findest du die richtigen Boots

Was bei Skitouren so gar keinen Spaß macht, das sind Blasen an den Füßen und müde Beine. Leider ist es aber gar nicht so einfach, passende, leichte und funktionale Tourenskischuhe zu finden. Unsere Tipps helfen bei der Wahl.
Skitour am Stubaier Gletscher

Schritt für Schritt, die Sonne strahlt vom Himmel, unberührter Neuschnee vor dir – eine Skitour kann so schön sein. Aber nur wer gut ausgestattet aufsteigt, kann sich auch wirklich daran erfreuen. In unserem Blogbeitrag über Skifelle sind bereits nützliche Informationen zur idealen Steighilfe erklärt. Mindestens genauso wichtig für den Spaß am Berg sind hochqualitative Tourenskischuhe und die passende Bindung.

Was ein Tourenskischuh können muss

Man könnte meinen, Skischuhe sind Skischuhe, richtig? So einfach ist es nicht. Im Vergleich zu Alpinskischuhen müssen Tourenskischuhe sehr viel diverser sein: Im Aufstieg ist möglichst wenig Gewicht und hohe Flexibilität gefragt, in der Abfahrt sollten sie die nötige Steifigkeit besitzen, um eine ideale Kraftübertragung auf den Ski zu garantieren.

Ähnlich wie bei Wanderschuhen geht es bei der Wahl der richtigen Boots für die Skitour deshalb vorranging um den Einsatzzweck. Michael Hankl, Marketing Specialist beim Skitourenausrüster Dynafit, erklärt: „Als Erstes sollten sich die Sportler die Frage stellen, ob sie sich selbst eher als aufstiegs-, abfahrtsorientierte oder Allround-Skitourengeher einschätzen würden.“

Tourenskischuhe worauf kommt es an

Aufstiegs- oder abfahrtsorientiert – oder gar Allrounder?

Aufstiegsorientierte Skitourengeher sind oft auf der Piste unterwegs. Skitourengehen ist für sie ein Ausdauersport und die Möglichkeit, sich an der frischen Luft auszupowern. Je mehr Höhenmeter am Ende des Tages auf der Uhr stehen, desto besser. Der ideale Tourenskischuh für diese Sportler ist besonders leicht gebaut und möglichst beweglich. Hankl empfiehlt: „Die entscheidende Maßzahl dafür ist die Schaftrotation, die angibt, um wie viel Grad das Bein beim Aufstieg rotieren kann.“

Abfahrtsorientierte Skitourengeher sind auf der Suche nach unberührten Tiefschneehängen. Sie steigen oft nicht die ganzen Höhenmeter auf, sondern nutzen auch mal den Lift, um Kraft für die Freeride-Schwünge zu sparen. Boots für diese Sportler müssen nicht ganz so leicht und beweglich sein. Oft steigen sie nur eine Stunde von der Bergstation weiter in das Gelände auf. „Der Fokus liegt hier auf einem möglichst steifen Tourenskischuh, um bei der Abfahrt die nötige Kraft auf den Ski übertragen zu können“, beschreibt Michael Hankl.

Allround-Skitourengeher brauchen den perfekten Hybrid aus den beiden Varianten. Sie sind sowohl auf kurzen, gemütlichen Skitouren am Sonntagnachmittag unterwegs, als auch auf mehrtägigen Abenteuern, bei der sie pro Tag mehr als 1.000 Höhenmeter absolvieren. Der Dynafit Experte erklärt: „Der Schuh für den Allrounder darf ruhig etwas schwerer sein, als ein rein aufstiegsorientierter Schuh, sollte aber noch ausreichend Schaftrotation ermöglichen, für einen möglichst ökonomischen Gang.“

Dynafit Tourenskischuhe

Leicht und doch steif – die richtige Technik macht’s möglich

Entscheidend sind also unter anderem ein möglichst geringes Gewicht und eine gute Steifigkeit. Der Schlüssel zum Erfolg für die Tourenskischuhhersteller ist dabei die Wahl des richtigen Materials, hinzu kommt der Einsatz spezieller Verfahrens- und Fertigungstechniken. Michael Hartl von Dynafit beschreibt als Beispiel die Entwicklung des Hoji-Lock Systems: „Dank der innovativen Art, Schaft und Schuh miteinander zu verbinden, ist der Schuh mit nur drei Schnallen genauso steif wie ein Vierschnallen-Schuh, aber natürlich wesentlich leichter.“

Was beim Skitouren-Set im Vergleich zum Alpinski-Set außerdem enorm Gewicht spart, ist die Bindung. Zum großen Teil sind deshalb mittlerweile Pin-Bindungen Standard. „Auch bei der Abfahrtsperformance sind Pin-Bindungen den Rahmen- oder Hybridbindungen mittlerweile so gut wie ebenbürtig. Deshalb sind mittlerweile nahezu alle Tourenskischuhe mit den viel leichteren Pin-Bindungen kompatibel“, erklärt Hankl. Wichtige Faktoren bei der Wahl der passenden Bindung für den jeweiligen Einsatzzweck sind außerdem der Z-Wert (der Auslösewert der Bindung) und die Langlebigkeit. Die perfekte Bindung zu deinem Tourenski und Tourenskischuh wird dir in deiner SportScheck Filiale empfohlen und montiert.

Die richtigen Tourenskischuhe
Tourenskischuhe Hoji Dynafit
Tourenskischuhe Atomic Backland Pro
Tourenskischuhe Scarpa Maestrale

Die richtige Passform des Skitourenschuhs

Von außen nach innen – kommen wir nun zu dem Teil deines Tourenskischuhs, der wohl hauptsächlich für den Tragekomfort verantwortlich ist: Die Passform. Wichtig ist, dass Schale und Innenschuh gut aufeinander abgestimmt sind. Wenn du in deiner SportScheck Filiale Tourenskischuhe probieren möchtest, solltest du bereits deine Skisocken dabei haben und – wie bei Wanderschuhen – wäre es sinnvoll, am späten Nachmittag oder Abend vorbei zu kommen, da die Füße über den Tag leicht anschwellen.

Ebenfalls wie bei Wanderschuhen gilt: Nicht jeder Fuß passt zu jeder Leistenform der verschiedenen Hersteller. Manche Schalen sind einfach zu schmal oder zu breit für dich. Der Innenschuh sollte deinen Fuß immer so fest wie möglich umschließen, ohne dabei zu drücken. Die ideale Lösung ist, den Innenschuh anpassen zu lassen. Alle Tourenskischuhe von Dynafit und auch die der meisten anderen Hersteller sind über Hitze formbar. Die Innenschuhe werden in einem speziellen Ofen erwärmt und beim anschließenden Einsteigen in den Tourenskischuh passt sich der Schuh der individuellen Form deines Fußes an. Dieser Service wird als Teil der Beratung in deiner SportScheck Filiale durchgeführt, du kannst die Boots im Anschluss direkt mitnehmen und startest direkt in einen blasenfreien Skitourenwinter.

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