Südafrika: Mehr als Safari

Naturelover? Dann sollte Südafrika ganz weit oben auf deiner Bucket-List stehen. Denn das Land am Kap der guten Hoffnung hat noch viel mehr zu bieten als Safari und Strand. Ein Reisebericht.
Blick auf Kapstadt

„Südafrika!“, lautete in neun von zehn Fällen eine der Antworten, wenn ich weit gereiste Freunde und Bekannte nach ihren bisher schönsten Reisezielen fragte. Die Natur sei atemberaubend, die Landschaft vielfältig, die Menschen herzlich und die Kosten erschwinglich. Ich war vom ersten Moment an angefixt – und doch habe ich eine Weile gezögert, die Reise nach Südafrika zu planen. Stichwort alleinreisende Frau und Sicherheit. Letztlich habe ich dann eine Freundin eingepackt und zweieinhalb unglaublich schöne Wochen entlang der Garden Route verbracht. Und die Sache mit der Sicherheit? War bei ganz normaler Vorsicht kein Thema mehr. Sprich: Wir waren in Kapstadt einfach nicht nachts zu Fuß unterwegs und haben nichts sichtbar im Auto liegen lassen. Folgende Highlights hätte ich mir auch nicht entgehen lassen wollen:

Kapstadt: den Tafelberg besteigen

Ein Geheimtipp ist Table Mountain sicher nicht. Den – bei freier Sicht – spektakulären Ausblick auf Kapstadt teilt man sich, wie es bei Must-sees ja leider üblich ist, mit jeder Menge anderer Touristen. Doch wer den Tafelberg auf einem der weniger frequentierten Wanderwege erklimmt, kann den Aufstieg und die Natur in Ruhe genießen. Lass also die Seilbahn, den Pipe Track und den Platteklip Trail links liegen und mach dich mit genügend Wasser und ein wenig Proviant auf den Weg in die Kirstenbosch Botanical Gardens. Am besten mit einem Taxi, Uber oder Bus, um für den Abstieg einen anderen Weg oder die Seilbahn nehmen zu können. Kirstenbosch gilt übrigens als einer der schönsten botanischen Gärten weltweit – es lohnt sich also, früh dran zu sein und diesen Programmpunkt mitzunehmen.

Wildnis von Kirstenbosch

Von Kirstenbosch aus beginnt der Skeleton Gorge Trail – eine der schönsten Wanderung, die ich je gemacht habe. Der Aufstieg bis ganz nach oben dauert drei bis vier Stunden und ist anfangs teilweise steil, dafür aber schattig. Man muss unter anderem über Holzleitern klettern und durch ein meist trockenes Wasserfallbett kraxeln. Daher ist dieser Trail bei Regen gesperrt und eignet sich nicht für den Abstieg. Der Weg ist dadurch aber herrlich abwechslungsreich, wenig frequentiert (im Oktober haben wir dort nur etwa 20 andere Hiker getroffen) und führt euch auf circa halber Strecke zum Table Mountain Reservoir. Diesen See erreicht ihr über einen kleinen Abstecher – ideal für eine kurze Pause.

Tafelberg Blick

De Hoop Nature Reserve

Das Naturschutzgebiet De Hoop Nature Reserve befindet sich etwa 250 Kilometer östlich von Kapstadt und wird vollkommen zurecht als Juwel des westlichen Kaps bezeichnet. Hier erwartet dich ein wirklich wunderschönes Stück Natur, das noch nicht von Touristen überlaufen ist. Das liegt vielleicht daran, dass die Anreise über eine rund 40 Kilometer lange Schotterstraße, Schlaglöcher inklusive, alles andere als komfortabel ist. Trotzdem: Lass dich davon nicht abschrecken. Selbst unser Kleinwagen hat das locker gepackt und am Ende des Weges erwarten dich Holzstege, die vorbei an Zebras, Buntböcken und Straußen zu schneeweißen Sanddünen und türkisblauem Meer führen. Mit ein bisschen Glück kannst du zwischen Juni und November vom Strand aus sogar Wale beobachten. Wir fanden das Whale Watching im De Hoop viel entspannter, als an den View Points im dafür berühmten Hermanus.

Zebras in Südafrika
Frau am Strand von De Hoop

De Hoop eignet sich wunderbar als Tagesausflugsziel von Swellendam. Aus Budgetgründen haben wir nicht im Park geschlafen. Wer mehr Zeit hier verbringt, sollte sich die Wanderungen entlang der Küste nicht entgehen lassen.

Knysna und der Tsitsikamma National Park

Knysna, sprich Neis-nah, ist eine charmante Kleinstadt an einer Lagune und ein wunderbarer Ausgangspunkt für die gesamte Umgebung. Es macht Spaß, an der Waterfront durch die Souvenirläden zu schlendern und ein paar ruhige Stunden in den tollen Cafés und Restaurants zu verbringen. Von Knysna aus haben wir Tagesausflüge ins benachbarte Plettenberg Bay und den Tsitsikamma Nationalpark gemacht.

Frau geht über Hängebrücke

Der Tsitsikamma ist einer der letzten Urwälder Südafrikas und ein absolutes Must-see für Wanderer und Abenteurer. Hier bekommt ihr neben der berühmten Suspension Bridge eine facettenreiche Flora und Fauna mit bis zu 40 Meter hohen Bäumen und Tieren wie Affen, Dassies und Delfinen zu Gesicht. Nach einer Wanderung durch den Park können Adrenalinfreaks den höchsten Brücken Bungee-Jump der Welt von der Bloukrans Bridge wagen. Das bedeutet 160 Meter freier Fall aus 216 Metern Höhe. Zugegeben: Uns war’s etwas zu hoch. Den Park haben wir uns trotzdem noch mit etwas Adrenalin von oben angesehen, und zwar beim Ziplining.

Frau macht Ziplining in Südafrika

Addo Elephant Park

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss – und das waren die letzten zwei Tage unserer Reise im Addo Elephant Park. Wir haben uns für eine Mischung aus selbst gefahrenen und geführten Safaris entschieden, die wir am Vortag am Haupteingang des Parks gebucht hatten. Früh morgens ging’s für uns zur Sunrise Safari – ein idealer Start in den Tag. Hier konnten wir von unserem Guide erfahren, wo und zu welchen Uhrzeiten wir die besten Chancen haben, Tiere zu sehen. So fühlten wir uns gut gewappnet, nach dem Frühstück selbst durch den Park zu fahren. Eine unfassbar tolle Erfahrung!

Glücklicherweise hatten wir ausreichend Wasser und Snacks dabei, denn es gab so viel zu sehen, dass wir den ganzen Tag bis zu unserer atemberaubend schönen Sunset Safari im Park verbracht haben. Obwohl wir nur zwei der Big Five gesehen haben, nämlich Elefanten und Büffel, hat uns der Addo einfach nur umgehauen. Noch niemals zuvor habe ich Tiere wie Zebras und Elefanten derart nahe gesehen und ich bin bis heute beeindruckt von diesen unfassbar schönen Wesen.

Elefant im Wasser

Nicht zuletzt wegen dieser Erfahrung möchte ich nun unbedingt noch mehr von Südafrika sehen und kann jedem Naturliebhaber eine Reise dorthin nur ans Herz legen.

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