So findest du deinen perfekten Skischuh

Wir zeigen dir, wie du deinen perfekten Skischuh findest.
Piste oder Powder

Ob ein Skitag schön oder schrecklich wird, liegt nicht nur an Schnee, Wetter und Begleitung sondern zu einem großen Teil auch an den richtigen Skischuhen. D.h. wenn du Boots hast, die zu deinem Fahrstil, dem Gelände und deinen Füßen passen, dann stehen die Chancen für einen perfekten Tag wesentlich besser. Soweit so klar – nur wie kommst du bei all der Auswahl zu dem Traumskischuh, den du am liebsten gar nicht mehr ausziehen würdest? Eigentlich ganz easy, denn wir helfen dir gern weiter. Am besten geht das in einer unserer Filialen, aber auch hier kannst du einige Tipps mitnehmen, die dir die Entscheidung erleichtern.

Step 1 Einsatzgebiet

Piste oder Powder?

Bevor du nach Schuhen Ausschau hältst, empfiehlt es sich, kurz inne zu halten und etwas darüber zu meditieren, welches Gelände am häufigsten unter deinen Latten landet. Denn Piste, Powder und Park stellen jeweils andere Anforderungen an den Flex bzw. die Schafthärte deines Skischuhs. Die wird in Zahlen angegeben und reicht von 90 (weich) bis 150 (hart). Aber Vorsicht: je nach Hersteller fällt die Härte unterschiedlich aus. Sprich ein Flex von 100 bei Atomic ist nicht unbedingt das Gleiche wie ein Flex von 100 bei Head.

Step 2 Schuhgröße

Als nächstes lohnt sich ein Blick auf die eigenen Zehen. Kennst du deine Skischuhgröße? Wenn nicht, kannst du sie leicht rausfinden: Stell dich einfach auf ein Blatt Papier und fahr mit dem Bleistift einmal um deinen Fuß. Jetzt misst du die Form von den Zehen bis zur Ferse. 27cm? Dann hast du Mondopoint 27 – also wahrscheinlich, denn jeder Hersteller interpretiert das ein wenig anders. Hinzu kommt, dass die Schuhe enger gefahren werden, je sportlicher man unterwegs ist. Wer mehr Wert auf Komfort legt, kann etwas Spielraum lassen, verschenkt damit aber auch ein wenig Präzision.

Skischuhe bewusst zu groß zu kaufen „damit sie nicht drücken“ funktioniert leider nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall. Denn um in einem zu großen Schuh Halt zu finden, musst du die Schnallen oft auf der letzten Position zuknallen. Doch dadurch wird die Schale so zusammengestaucht, dass sie von oben auf den Rist drückt. Wenn du deinen Skischuh bei uns schon auf der letzten Rille zuschraubst, ist er zu groß. Hinzu kommt, dass sich die meisten Skischuhe noch etwas weiten. Besonders, wenn das Innenfutter am Anfang sehr flauschig ist. Neben der Länge ist die Breite ein wesentlicher Faktor, der bestimmt, ob der Schuh zu dir passt. Hier misst du die oben gezeichnete Form nicht der Länge nach, sondern die Breite an der breitesten Stelle. Besondere Fußformen wie Hohlfuß, Spreizfuß, ein hoher oder flacher Rist verlangen ebenfalls nach dem entsprechenden Innenschuh bzw. der richtigen Einlegesohle. Spezielle Einlegesohlen, die sich individuell anpassen lassen, unterstützen den Fuß optimal und sorgen für eine direktere Kraftübertragung vom Fuß zur Schale, was nicht nur die Präzision steigert sondern auch den Komfort. Bonustipp: wenn dein Skischuh gut passt, ist er in der Regel auch wärmer. Ein zu enger Schuh schnürt die Blutzirkulation ab, was schnell zu kalten Füßen führt. In einem zu großen Skischuh bleiben zu viele Leerräume, die zusätzlich erwärmt werden müssen. Kennst du Einsatzgebiet und deine Fußbreite, kannst du dich eigentlich schon ans Stöbern machen.Wenn du bei uns vorbei kommst, werden wir deine Füße mit einem 3D Scanner automatisch vermessen. Der erkennt Wadenumfang, Fußlänge und –breite sowie die Fußform. So sieht das dann aus:

mifitto footscan

Danach werden dir passend zur Fußform verschiedene Skischuhmodelle angezeigt. Und dann heißt es ausführlich probieren. Erst dann kriegst du langsam ein Gefühl dafür, ob wirklich alles passt. Das klingt aufwändig, aber es lohnt sich, die Zeit zu investieren und das am besten irgendwann unter der Woche. Für eine optimale Beratung kannst du auch gern einen Termin mit uns vereinbaren. In den meisten Fällen finden wir einen Skischuh mit optimaler Passform und du bist kannst ab auf die Piste.

Step 3 Sohlenanpassung

Doch auch wenn beim Traumschuh die eine oder andere Stelle drückt, können wir dir weiterhelfen. Als erstes mit speziellen Einlegesohlen, die dem Fuß mehr Unterstützung bieten als herkömmliche Modelle. Wie oben schon erwähnt, verbessert sich zudem der Kraftschluss. Je nach Stärke der Einlegesohle lässt sich damit auch das Volumen des Innenschuhs ausgleichen. Wenn das alleine nicht ausreicht, beginnen wir mit dem Bootfitting.

Step 4 Bootfitting

Passt der Skischuh auch mit Einlegesohle noch nicht, geht es zum Bootfittingofen. Je nach Modell können wir hier die Außenschale, den Innenschuh oder beides thermisch verformen und das bis zu 6mm im Vorfuß - und bis zu 10mm im Schaftbereich.

Bootfitting
bootfitting

Dabei läuft der Prozess im Wesentlichen immer ähnlich ab: zuerst wird der Schuh erwärmt, dann ziehst du ihn an, schließt die Schnallen und wartest, bis sich der Schuh wieder abgekühlt hat. Je nach Hersteller bzw. Material dauert das zwischen fünf und zehn Minuten. Wenn das Material auskühlt, behält es die Form, die dein Fuß vorgibt. Ja und dann kannst du auch schon Gas geben.

Wie's weiter geht

Das ganze Thema Bootfitting ist in den letzten Jahren erst langsam entstanden. Bisher waren diese Technoligien nur den Topathlethen vorbehalten. Doch dank stetiger Weiterentwicklung sind drückende oder kalte Skischuhe kein nötiges Übel mehr.

Bootfitting Schulung

Damit wir bei allem, was sich in diesem Bereich tut auf dem Laufenden bleiben, holen wir uns regelmäßig die neuesten Infos der Hersteller. So waren wir letztlich auf einem mehrtägigen Seminar in Altenmarkt bei Atomic/Salomon und haben uns dort von den Profis das Bootfitting von der Pike auf zeigen lassen.    

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