Reine Kopfsache: So findest du den perfekten Skihelm

„Ich brauche keinen Skihelm, ich kann doch Skifahren!“ – Ein Satz, den jeder sicher schon einmal so oder so ähnlich gehört oder gar selbst gesagt hat. Doch Statistiken beweisen: Ein Skihelm kann dein Leben retten. Wir zeigen, worauf es beim perfekten Helm ankommt.
Wintersportler mit Skihelmen

Ein Blick in die Unfallanalyse der Stiftung Sicherheit im Skisport macht deutlich, wie unverzichtbar ein Skihelm ist: Mehr als 40.000 deutsche Skifahrer haben sich in der vergangenen Saison verletzt, 11 Prozent davon sind Kopfverletzungen. Zwar sind die meisten Unfälle auf den Pisten in der Tat selbst verschuldet, dennoch sind auch erfahrene Wintersportler nicht ohne Verletzungsrisiko unterwegs – nicht nur, weil auch erprobten Skifahrern Fehler unterlaufen können, sondern auch, weil es sich bei rund 15 Prozent aller Unfälle um Kollisionen handelt.

11 Prozent aller Skiunfälle sind Kopfverletzungen

Noch immer nicht überzeugt? Wie wäre es mit dieser Zahl: Ein gut sitzender Skihelm schützt vor bis zu 85 Prozent aller Kopfverletzungen. Helm oder kein Helm – diese Frage stellt sich also eigentlich nicht. Damit dich dein neuer Helm ideal schützt, gibt es jedoch ein paar Kaufkriterien zu beachten.

Skifahrerin mit Skihelm
schwarzer Skihelm von poc

Skihelm-Test #1: Prüfsiegel & Kennzeichen

Das wichtigste Kriterium, das ein Skihelm erfüllen muss, ist den Sicherheitsanforderungen der EU zu entsprechen. Das erkennt man am CE-Prüfsiegel, das nach einer erfolgreichen Überprüfung der Europäischen Richtlinien angebracht werden darf. Alle Skihelme müssen mit diesem Kennzeichen versehen sein.

Manche Skihelme sind darüber hinaus mit dem Kennzeichen DIN EN 1077 versehen. Damit bestätigt der Hersteller, die EU-Richtlinien einzuhalten. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um eine Pflichtangabe.

Snowboardfahrerin mit Helm
Auch für Snowboarder ist ein Helm unverzichtbar

Skihelm-Test #2: Bauweise & Klasse

Alle Ski- und Snowboardhelme bestehen aus zwei Schichten: Einer Außenschale, meist aus Polycarbonat, für den mechanischen Schutz und eine Innenschale aus Styropor zur Dämpfung. Je nach Bauweise unterscheidet man zwischen Inmoulding und Hardshell bzw. ABS-Helmen.

Bei Inmoulding Modellen werden beide Schichten unter Druck und Hitze zu einer stabilen, leichten Verbindung. Nach einem Sturz sollte der Helm ausgetauscht werden, da der Helm Schaden genommen haben kann und ein Schutz nicht mehr garantiert werden kann.

Bei Hardshell Skihelmen werden beide Schichten getrennt voneinander produziert und später verklebt. So kann zwischen den Schalen ein Belüftungssystem integriert werden. Hardshell Helme sind dadurch zwar teurer und etwas schwerer, punkten jedoch in Sachen bessere Belüftung und Robustheit.

Skihelme gibt es in unterschiedlichen Bauweisen
Weißer Skihelm von Scott

Außerdem unterscheidet man zwischen den Klassen A und B. Skihelme der Klasse A, auch Vollschalenhelme, schützen einen größeren Bereich des Kopfes. Die Helmschale deckt Schläfen und Ohren mit ab und sorgt für eine höhere Stoßdämpfung und einen besseren Schutz vor Durchdringung mit Gegenständen. Helme der Klasse B, so genannte Halbschalenhelme, bedecken die Oberseite des Kopfes und haben meist abnehmbare Ohrpads. Dadurch sind sie besser belüftet und beeinträchtigen das Hören weniger, schützen aber nicht so umfangreich wie ein Helm der Klasse A.

Skihelm-Test #3: Größe & Passform

Damit ein Helm zuverlässig schützt, muss er richtig sitzen. Die richtige Helmgröße kannst du über deinen Kopfumfang ermitteln. Dazu misst du etwa einen Finger breit oberhalb der Augenbrauen und gleichst den Wert mit den Größentabellen der Hersteller ab. Die meisten Ski- und Snowboardhelme decken einen Größenbereich ab, den man mittels eines Einstellrädchens feinjustieren kann. Der Helm sollte bereits ohne Kinnriemen sicher und komfortabel auf dem Kopf sitzen. Der Kinnriemen selbst sollte eng anliegen und gepolstert sein, sodass du keine Druck- oder Scheuerstellen bekommst.

Skihelm Check - das ist wichtig

Tipp: Bei der Anprobe den Helm einige Minuten auf dem Kopf behalten und auf Druckstellen achten. Teste Modelle verschiedener Hersteller um herauszufinden, welcher Skihelm am besten zu deinem Kopf passt.

Skihelm-Test #4: Kompatibilität & Handhabung

Selbst ein perfekt sitzender und farblich aufs Skioutfit abgestimmter Helm kann sich als Fehlkauf erweisen, wenn die Handhabung unpraktisch ist. Zum einen sollten Skibrille und Helm eine Einheit bilden, sodass keine Lücke zwischen den beiden sowie keine Druckstellen entstehen können. Zum anderen solltest du darauf achten, dass du den Kinnriemenverschluss, den Skibrillenclip und die Belüftungsregler auch mit Skihandschuhen bedienen kannst.

Skifahrerin vor Bergpanorame
Hellblauer Skihelm von poc

Neue Skibrille? Was du beim Kauf beachten musst

Für welchen Ski- oder Snowboardhelm du dich entscheidest, ist letztlich auch eine individuelle Präferenz. Wenn du dir noch immer unsicher bist, kannst du dich in unseren Filialen beraten lassen und alle Helme, die infrage kommen, für einige Minuten anprobieren. Wenn du bereits eine Skibrille besitzt, bring diese am besten für die Anprobe mit. Wir wünschen dir eine verletzungsfreie Saison!

Skifahrer mit Skihelm
schwarzer Skihelm von Scott

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