Radreise? Das musst du wissen!

Seit April nehmen euch die Pasta Gorillas auf unserem Blog mit auf ihrer Reise nach Tokio. 27.000 Kilometer geht es auf dem Fahrrad nach Fernost. Für die Jungs ist das nicht das erste Abenteuer dieser Art. 9 Dinge, die Nico und Julian auf ihrer ersten großen Radreise nach Rio de Janeiro gelernt haben.
Julian und Nico mit bepackten Rädern

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit den Pasta Gorillas entstanden. Hier findest du das Reisetagebuch der Jungs.

1.   Nimm’s mit Humor

Nimm dich und dein Unterfangen nicht zu ernst. Egal wo wir auf der Welt wir unterwegs sind und waren: Humor hilft in der Regel immer weiter! Wir haben viel über uns gelacht und haben damit die Menschen auf der Strecke oft angesteckt. Das Bild des ernsten Deutschen nicht zu bedienen, Vorurteile nicht zu bestätigen, hat uns viele neue Freunde weltweit beschert. Mit Gestik, Mimik und einem Sprachmix aus allen erdenklichen Wortfetzen dem kubanischen Apotheker deinen Durchfall oder dem peruanischen Mechaniker ein gebrochenes Tretlager zu erklären, hat oft das Eis gebrochen, zu vielen bunten Konversationen geführt und unzählige Türen geöffnet.

1.   Ziele? Salamitaktik!

Auf der Reise war es für uns sehr wichtig, nicht immer nur das Ziel im Kopf zu haben. Ein Ziel, das über 28.000 km entfernt ist, war für uns als Fahrrad-Weltenbummler nur schwer greifbar. Es war daher wichtig, die Strecke in kleinere, greifbarere Abschnitte einzuteilen. Ziele wie die Grenze zu Mexiko, Machu Picchu oder Argentiniens Pampa haben uns bei kleinen mentalen Tiefs sehr geholfen. Dennoch war es schön, auf ein konkretes Ziel zu einem konkreten Termin hinzustrampeln.

3. Mach auch mal Pause

Pause in der Hängematte

Pausentage und Entspannung dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Selbst am Ende der Welt, mitten in den Bergen, am Strand oder im Stadtpark findet man eine schönes Fleckchen, um in der Hängematte zu entspannen und den Muskelkater auszukurieren. Auf Kuba und den Galapagosinseln haben wir uns ein paar Tage ohne Fahrrad gegönnt, Urlaub vom Urlaub sozusagen. Diese Auszeiten waren auch gut für unser Gruppenklima. Manchmal knallt man schon heftig aneinander und so hatte jeder auch mal Zeit für sich.

4. Vertrau deinem Instinkt

Vertraue deinem Bauchgefühl! Es ist erstaunlich, wie man auf solch einer Reise seine Sinne schärft und instinktiv meist richtig handelt. Vertraue deinen Fähigkeiten. Letztlich ist jede Herausforderung reine Kopfsache. Zuviel Recherche über ein Land oder eine Route kann dich auch verrückt machen, auch hier galt für uns: Weniger ist mehr. Klar geht manchmal auch gehörig was daneben, aber auch hier hilft eine positive Grundeinstellung. Über die 40 Plattfüße oder deinen 3. Sturz vom Rad lachst du zwar erst nach der Reise, aber auch das gehört eben dazu. Und die besten Storys sind oft die, bei denen man scheitert.

5. Support is key!

Du bist dein bester Ratgeber - Wie immer gibt es Befürworter und kritische Stimmen vor und auf einer solchen Reise. „Was ist mit der Lücke im Lebenslauf?“ und „Denkt ihr an das Rentenloch?“ Solches Kopfschütteln haben wir oft gehört. Doch für verrückt erklärt zu werden ist die beste Motivation! Auch, dass unsere Familien und engeren Freunde trotz aller Sorgen unsere Reise wohlwollend begleitet hatten, machte alles leichter. Die mentale Unterstützung war jedenfalls enorm, teilweise wurden wir auf der Reise sogar besucht.

6. Werde Minimalist

Zelten am Strand

Mach dich frei und unabhängig – W-Lan reicht alle paar Wochen, Strom kann man über Solar gewinnen, die Wäsche kann im Fluss ausgewaschen werden: Es tut gut, nur mit dem Nötigsten unterwegs zu sein. Mit dem Zelt findest du die schönsten Plätze unterm Sternenhimmel und selbst Spaghetti mit Tomatensoße sind auch nach Tag 423 auf dem Rad immer wieder ein Festmahl. Sei offen und genieße das Unerwartete. Die Kleinigkeiten, die auf dich einprasseln, sind die Besonderheiten und machen jeden Tag einzigartig und die Menschen geben der ganzen Reise ein wunderbares Gesicht.

7. Analog statt digital

Wir sind gerne mit Landkarten gereist. So bekommt man eher ein Gefühl für Distanzen als mit dem GPS-Gerät. Das hatten wir für den Notfall allerdings auch dabei. Sich frei zu machen von Motoren und Elektronik bedeutet auf solch einer Reise genau das: Freiheit! Bleibe Abenteuerlustig und neugierig, wecke das Kind in dir.

8. Trenne dich von Überflüssigem

Auf dem Rad ist jedes Gramm zu viel an Gepäck bremsender Ballast. Je länger die Reise geht, desto weniger darf noch mitfahren. Gerade in den Anden oder bei extremem Gegenwind fluchst du über jedes einzelne Kilo.

Vollbepackte Fahrräder der Pasta Gorillas

Wir haben daher viel an Equipment an Menschen in abgelegenen Gebieten verschenkt und konnten uns somit auch ein bisschen für die tolle Gastfreundschaft revanchieren. Unsere Ausrüstung war für Wüstenhitze und Eiseskälte ausgelegt. Es musste vom Erste-Hilfe-Set über den Wasserfilter bis zur Ersatzspeiche alles mit. In manchen Gebieten mussten wir zusätzlich Proviant für über 10 Tage aufladen: Da zählt jedes Gramm und Schnick-Schnack flog gnadenlos raus. Im Idealfall hat alles eine Doppelfunktion und kann von jedem in der Gruppe genutzt werden. Der Spanngurt sichert das Gepäck, bildet die Wäscheleine und spannt das Zelt ab. Shampoo wird zum Duschen und zum Abspülen vom Geschirr verwendet usw.

9. Tu es!

Aber der beste Rat ist sowieso: Zieh los, mach deine eigenen Erfahrungen und lass dich nicht verrückt machen.

Diese Beiträge könnten dich auch noch interessieren