Norwegen mit Kite und Freerideski

Freeride Land Norwegen. Wir stellen's vor.
Freeride Norwegen

Norwegen wird in der Freerideszene immer bekannter - vor Ort ist ein gewisser süddeutscher Akzent mittlerweile kaum mehr überhörbar. Auch für uns liegen hier die perfekten Spots, um Freeriden, Tourengehen und Kiten zu verbinden.

Das Projekt „May the wind be with you“

Als die mehrmaligen alaskaexpeditionserfahrenen Sebastian Bubmann und Philip Kuchlmeister im Sommer zu uns mit dieser Idee ins Büro kamen, waren mein Mitbewohner Maxi Kühnhauser und ich sofort am Start. Wir wollten den perfekten Spielplatz für uns finden und innerhalb von drei Wochen so viele Gipfel auf der Lyngenhalbinsel und den Lofoten machen wie möglich – alles mit Hilfe unserer Aufstiegshilfe, dem Wind.

Vom Kitesurfen zum Speedriden

Mit dem Kitesurfen im Sommer schon mehrere Jahre vertraut, wollten wir diesen Winter einen Gang hochschalten. Das bedeutet, sich mit einem Kite den Berg an den Tourengehern vorbei hochziehen lassen, am Gipfel wieder einzupacken und entweder die Firstline zu genießen oder unsere Speedrider auszupacken und wieder hinunterzufliegen. Wochenlang wurde die Ausrüstung gewogen, in Excel-Tabellen übertragen, hin und hergeschoben, kalkuliert und geplant, was das Zeug hält. Klar war nämlich, dass dies alles nur möglich wird, wenn wir an gewissen Hot-Spots auf den Gletschern ein Basecamp aufschlagen, um von dort möglichst viel zu erreichen.

Freeride Norwegen

Endlich im Tromsø angekommen, lief alles erstmal nicht ganz so nach Plan. Die über 200kg Gepäck zwangen, zum Glück dank unseres aufblasbaren Dachgepäckträgers unseren Passat, nicht ganz in die Knie, aber das größere Problem war der Wetterforecast der nächsten Tage. Wir hatten leider die Neuschneephase verpasst und wurden mit einer Woche Regen und trostlosem Wetter bestraft. Selbst eine Gebietserkundung war schwer möglich, da der Regen den Schnee nass und schwer gemacht hatte, weshalb die Lawinen im 5-Minuten Takt hinabgingen.

Freeride Norwegen

A long way up

Als das Wetter im kleinen Fischerdorf Koppangen schließlich besser wurde, brachte uns ein Boot in die Bucht, um den langersehnten Aufstieg endlich zu beginnen. Normalerweise wären die 8km Länge und 1.500 Höhenmeter überschaubar gewesen. Auf Grund unserer ganzen Sportgeräte auf dem Rücken in Kombination mit den überlebenswichtigen Gegenständen schien es sich unendlich in die Länge zu ziehen – vor allem deshalb, weil der Wind aus der falschen Richtung kam! Auf einem größeren Plateau umgeben von mehreren Spalten konnten wir es uns im Basecamp sehr wohnlich einrichten, indem wir eine Schneehöhle nach allen Regeln der Kunst 3m tief in den Schnee gruben. Leider stellte sich in den kommenden Tagen heraus, dass unser neues Schneewohnzimmer häufiger als gedacht genutzt wurde, da nicht enden wollende Schneestürme abermals unsere Pläne durchkreuzten. Nach leider nur einem erfolgreichen Gipfel im totalen Whiteout waren wir gezwungen abzubrechen. Der anschließende ca. 6-stündige Aufenthalt im Whirlpool war nicht nur gut um wieder eine angemessene Körpertemperatur (vor allem in den Zehen) zu bekommen, sondern kochte auch gleichzeitig unsere Muskeln wieder weich, um unser Glück auf den Lofoten zu probieren.

Freeride Norwegen

Samt voll beladenem Auto ging es mit dem Minikreuzfahrschifft, den Hurtigruten durch die Fjorde hindurch und alles inklusive Gletscherentwöhnungsfrühstücksbuffet. Endlich hat nun das Wetter mitgespielt und das volle Programm konnte starten. Auch der Wind drehte sich und so konnten wir unsere Flysurfer Kites direkt nach der Baumgrenze hochziehen und machten die 1.300 – 1.800 Höhenmeter in Rekordzeiten von ca. 10–15min.

Paybacktime

Die jeweiligen Aussichten waren atemberaubend und die Zeit schien im wahrsten Sinne des Wortes still zu stehen. Die kurzen dunklen Nächte bescherten uns nicht enden wollende Sonnenuntergangs-Stimmung und das auf mehreren Gipfeln hintereinander. Dank perfektem und mittlerweile eingespieltem Teamplay, wechselten wir zwischen unseren Spielzeugen selbst im anspruchsvollen Gelände hin und her und konnten dieses Abenteuer schließlich in vollen Zügen genießen. Den ganzen Trip gibt's als Video beim Bergfilm Festival Tegernsee und demnächst hier. Bis dahin kannst du dir schon mal der Teaser reinziehen:

Unser Fazit: Das schreit nach Wiederholung!

Freeride Norwegen

Die Crew

Sebastian Bubmann Philipp Kuchelmeister Maximilian Kühnhauser Tobi Deckert

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