Mit Blue Moon the Crew im Nationalpark Hohe Tauern

Blue Moon the Crew aka Michi und Lukas sind echte Abenteurer, Outdoorenthusiasten und Fotoprofis. Für den Nationalpark Hohe Tauern waren sie kürzlich auf Mission Naturschutz unterwegs, um vor allem junge Menschen darauf aufmerksam zu machen, warum das Wildnisschutzgebiet schützenswert ist.
Wanderung zum Untersulbachkees

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Blue Moon the Crewentstanden. Hiererfährst du mehr über die Menschen hinter dem Instagram Account und hier kannst du ihre Lieblingslooks nachshoppen.

Für einen Auftrag im Nationalpark Hohe Tauern mit Fokus auf sein Wildnisgebiet im Untersulzbachtal waren wir 5 Tage vor Ort. Dort wollten wir zum einen den Großvenediger (3662 m) von der Kürsinger Hütte aus erklimmen und zum anderen im Untersulzbachtal mehrere Tage in der Wildnis verbringen, um die Kernzone des Nationalparks zu erkunden. In unserem Travel-Diary nehmen wir dich mit auf unser Outdoor-Abenteuer:

Auf zur Kürsinger Hütte

Unsere Gruppe, bestehend aus Bergführern und Fotografen, trifft sich am ersten Tag im Headquarter des Nationalparks. Wir packen alle Rucksäcke in ein Auto und fahren damit zusammen zur Talstation. Von hier sind es knapp zwei Stunden entspannten Aufstiegs zur bewirtschafteten Kürsinger Hütte. Auf dem Weg nach oben gibt es einen Gletschersee und viel fotogenes Bergpanorama zu sehen.

Wanderung zur Kürsinger Hütte
Wander Outfit Damen

Die Hütte an sich ist eine klassische Berghütte mit kleinen Betten, einem Trockenraum und deftiger Küche. Der Hüttenwirt ist auffällig markant mit forschem Ton, aber man möchte ihm die Rolle des unangenehmen Onkels mit weichem Kern gerne zuschieben. :)

Nach dem Essen gehen alle früh ins Bett, weil es am nächsten Morgen bereits um 4 Uhr losgehen soll. Fun Fact: Wir wollen eigentlich um 3 Uhr los, um besseres Licht auf dem Gipfel zu haben, aber der Bergführer meint, dass es erst ab 3 Uhr Frühstück geben würde und deshalb könnten wir erst später los. Wir verdächtigen ihn bis heute, vom erwähnten forschen Hüttenwirt eingeschüchtert gewesen zu sein. Man hätte ja eine „Frühstückstüte“ packen können…

Wanderung im Nationalpark Hohe Tauern

Mit Stirnlampen, Steigeisen und Gurten zum Gletscher

Früh morgens machen wir uns wie verabredet im Trockenraum bergfertig. Es ist noch stockdunkel draußen. Wir sind auf den ersten Kilometern schon dankbar für den Bergführer, der uns sicher zum Gletscher führt. Ohne Bergführer wäre es schwierig gewesen, den Weg durch das Felsenmeer zu finden.

Nach etwa eineinhalb Stunden am Gletscher angelangt ziehen wir, mit Stirnlampen beleuchtet, unsere Steigeisen und Gurte an. Hier fällt Lukas auf, dass er gar keinen Gurt im Rucksack hat. Für den Bergführer ist klar, dass Lukas ohne Gurt nicht ausreichend von Gletscherspalten und anderen Risiken geschützt ist - er kann die letzten Meter zum Gipfel nicht mitkommen.

Wanderer im Nationalpark Hohe Tauern

Der Weg durch das Spaltengewirr am Obersulzbachkees ist nicht ungefährlich und die Entscheidung, welche Schneebrücke noch halten wird und welche nicht, ist für Bergsteiger ohne Erfahrung nicht problemlos zu treffen. Der Aufstieg am Seil ist zarg und kostet viel Energie, aber ein atemberaubendes Panorama und weitestgehend klare Sicht schenkt der Gruppe Energie und Motivation, es bis zum Gipfelkreuz zu schaffen. Gegen 9 Uhr haben wir es geschafft und jetzt wird erst mal ein Käffchen gekocht und der Ausblick genossen.

Wildnisgebiet Untersulzbachtal: Ohne Strom, Dusche und GPS

Mittags sind wir wieder an der Hütte, stärken uns erneut mit Kaffee und sind dann wieder auf dem Weg zur Talstation, von wo uns die Bergführer zum Wildnisgebiet Untersulzbachtal bringen. Die Kernzone ist von menschlichen Einflüssen abgeschottet und deshalb besonders schützenswert. Für Biologen und die Wissenschaft als Gesamtes hat das Schutzgebiet einen unheimlichen Mehrwert, den es an kaum einem anderen Ort dieser Welt noch anzutreffen gibt. Von einer Hütte in der Nähe des Untersulzbach Wasserfalls gehen wir ohne Bergführer weiter. Wir haben genug Proviant dabei, um die nächsten drei Tage auszukommen.

Der Weg zur Hütte ist anstrengend, besonders durch die Sonne und das viele Gepäck, aber wir kommen nach zwei Stunden völlig verschwitzt an. In der Hütte gibt es keine Elektrizität oder Dusche aber einen Kamin (der auch als Kochstelle dient) und Trinkwasser. Nachdem wir die Hütte inspiziert haben, beschließen wir, die Umgebung der Hütte auszukundschaften. Das Tal ist sehr schmal. Am einen Ende sieht man den Großvenediger, am anderen sieht man das Gebirge etwas auslaufen. Unweit der Hütte markiert ein Schild den Start der Kernzone - das Wildnisgebiet. Ab hier sind die Wege nur noch sehr schlecht bis gar nicht zu erkennen. Google Maps funktioniert selbstverständlich auch nicht.

Wanderer am Lagerfeuer

In der Hütte zurück kochen wir zusammen (Pasta, Pesto, Tuna). Eine Tradition, die unabdinglich für uns ist. Danach sitzen wir noch zusammen am Lagerfeuer draußen und reden über den Plan für den nächsten Tag. Wir wollen es rauf zum Gletscher Untersulzbachkees schaffen. Eine sechsstündige Wanderung, deren Schwierigkeit aber sicher nicht in der Länge, sondern im weglosen Terrain liegt.

Ohne Wanderweg zum Untersulzbachkees

Morgens vor Sonnenaufgang ziehen wir los um noch weiches Licht weiter oben in der Kernzone zum Fotografieren zu haben. Im Winter hatten wir den Aufstieg schon einmal versucht, sind dann aber am (ununtertrieben!) hüfthohen Schnee gescheitert. Als die Sonne schon am Untergehen war, waren wir noch auf halber Strecke. Wir hatten die Schneemassen und den Zeitplan unterschätzt. So mussten wir mit Stirnlampen unseren Weg nach unten finden. Völlig verfroren, mit nassen Füßen und demoralisiert waren wir spät nach Sonnenuntergang endlich wieder an der Hütte. Deshalb hatten wir für diese Tour im Frühling die Karten ausführlich studiert und uns viele Tipps vom Bergführer geben lassen.

Blue Moon the Crew im Nationalpark Hohe Tauern

Der Weg rauf ist auch im Frühling beschwerlich und anstrengend, aber dennoch um vieles leichter zu schaffen als in meterhohem Schnee. Das Wildnisgebiet ist dicht bewachsen und man kommt nur umständlich durch das Dickicht. Einen richtigen Wanderweg gibt es nicht. Die Almwiesen sind mit Blocksturzmaterial durchsetzt. Enziane, Scheuchzers Glockenblume mit ihren dunkelblauen, nickenden Blüten und Feldthymian findet man hier auf dem Weg. Vor allem in den höheren Lagen verhindern Steinbrüche jegliche Wegerkennung. Von hier an muss man sich auf die Intuition und das Gefühl für die Landschaft verlassen. Da das Tal relativ schmal ist und der Gletscherfluss einen roten Faden bietet, findet man dennoch den Weg nach oben.

Nach vier Stunden sind wir am Gletscher angelangt, den wir am Seil mit Steigeisen erkunden. Das Gletschertor steht majestätisch vor uns und wir wagen uns auch ein paar Schritte in den Gletscher hinein. Die Luft ist extrem Kalt und wir sind froh wärmere Schichten Kleider im Rucksack dabei zu haben. Nach einem letzten Kaffee machen wir uns wieder auf den Weg nach unten.

Gletscher Tor Untersulzbachkees

Natur pur - Handy aus, Wildnis an

Unser letzter Tag im Wildnisgebiet und für den Trip insgesamt. Ohne großes Ziel vor Augen geht es heute nur darum, Zeit in der Natur zu verbringen, die Feuerstelle zu belagern und zu entspannen. Wir schlafen entspannt aus, Frühstücken im ersten Morgenlicht an der Hütte. In unserer Zeit im Wildnisgebiet haben wir keine Menschenseele angetroffen, keine Nachricht auf dem Handy empfangen - totale Ruhe.

Wir machen uns daran die Hütte aufzuräumen und jeglichen Müll in unseren Rucksäcken zu verstauen. Am Taleingang werden wir von den Bergführern in Empfang genommen und aus dem Nationalpark gefahren.

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