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outdoor

Langtang Expedition Nepal: Trekken auf eigene Faust & Testbericht Mammutjacken

Trekken im Himalaya - auf eigene Faust, mit Zelt auf dem Rücken, hüfttief im Schnee, mit Trinkwasser aus Bächen und stets auf neuen Pfaden. Klingt abenteuerlich? War es auch! Was Autor Peter und sein Wegbegleiter Stefan dabei gelernt haben und dir als Tipps mit an die Hand geben können? Das erfährst du im Folgenden. Außerdem mit dabei: Wie sich Hardshell- und Daunenjacke von Mammut im Himalaya geschlagen haben ...

AM 29.04.2022

Peter und Stefan beim Trekken im Himalaya
Fotos © Peter Baumeister

Wir, das sind Stefan und Peter, zwei Sportsfreunde und Abenteurer aus Bayern, die nach vielen Corona-Monaten mal wieder Fernweh hatten.

Als Expeditionsziel haben wir uns für das wunderschöne Nepal entschieden, obwohl wir dort im Jahr 2016 bereits einmal waren … oder vielleicht auch gerade deswegen! Wir wollten erneut die spektakulären Berge des Himalayas bewundern, in wilde Regionen gelangen, authentische Erfahrungen mit Einheimischen machen und unsere physischen Grenzen jenseits der 5000-Meter-Marke auf die Probe stellen - allerdings diesmal auf andere Weise: Und zwar auf eigene Faust, ohne Guide und komplett autark. Zum Glück waren wir hierzu bestens ausgerüstet und wollen dir in diesem Beitrag einen Einblick geben, was beim Zelt-Trekking für uns wichtig ist.

Außerdem haben wir zwei tolle Jacken auf unserer Expedition dabeigehabt und wollen euch diese als Produkttipp nicht vorenthalten.

Trekken auf eigene Faust

Folgende Ausrüstungsgegenstände dürfen nicht fehlen

Wir haben auf unseren Touren so einiges in unserem 65L-Trekkingrucksack dabeigehabt, um so autark wie möglich unterwegs zu sein. Dazu zählen neben den verschiedensten Outdoorklamotten (Regendichte Kleidung, Regendichte Schuhe, mehrere Wärmelayer, Buffs, Handschuhe und vor allem Merino-Shirts):

Wasserreinigung
Wir haben unser Wasser mit einem UV-Filter, welcher Bakterien, Protozea sowie Viren komplett deaktiviert, gereinigt. Somit können wir fast überall das so wichtige Wasser beziehen. Fast, da dieses Verfahren nur bei „reinem“ Wasser funktioniert. Sobald Partikel und Schwebstoffe das Wasser trüben, funktioniert der UV-Filter nicht mehr. Langfristig wollen wir deswegen auf einen Membran-Keramik-Aktivkohle-Filter umsteigen, was dann aber mehr Gewicht bedeutet.

Elektrische Geräte & Stromversorgung
Neben dem akkubetriebenen UV-Filter hatten wir unsere Handys, Stirnlampen und GPS-Uhren als Navigations- und Trackinginstrument dabei. Als Filmemacher trage ich zusätzlich stets eine GoPro, eine Kamera und eine Drohne inklusive eines Ersatzakkus je Gerät mit mir. 

Um die elektrischen Geräte auch jederzeit laden zu können, bedienten wir uns zweier 25W-Solarpanel sowie einer Powerbank. 

Camping
Die Basis unserer Autarkie war unser Camping-Equipment, bestehend aus unserem 2-Mann-Zelt, sowie Isomatten und Schlafsäcken aus Daune. Für die Essenszubereitung essenziell sind außerdem ein Gaskocher, Göffel und Feuerstahl.

Sicherheit
Wir haben ein Erste-Hilfe-Set sowie eine selbst zusammengestellte Apotheke dabeigehabt. Diese besteht aus den Klassikern wie z.B. Kopfwehtabletten, Tabletten gegen Durchfall, Übelkeit und Elektrolytmischungen. Es empfiehlt sich außerdem unbedingt vorher einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Zudem ist es essenziell, dich im Vorhinein über die Sicherheitslage im Land und in der Region zu informieren. Denn nicht überall ist es so sicher, alleine im Gebirge unterwegs zu sein ...

Bergequipment
Für die technisch schwierigeren Passagen haben wir Steigeisen und Eispickel mitgeführt. Im Nachhinein betrachtet wären aufgrund der Schneemenge aber auch Schneeschuhe nicht verkehrt gewesen. Aber auch hier gilt: Du solltest du dich vor deiner Tour nochmal ausgiebig über die Bedingungen vor Ort informieren, welche Ausrüstungsgegenstände hier außerdem notwendig sind.

Trekking Himalaya Ausrüstungsgegenstände

Wie kommen wir an Essen und Trinken?

Während unseres Treks haben wir aus allerlei natürlichen Quellen getrunken oder bei Einheimischen Wasser aufgefüllt. Durch unsere Wasserfilterung waren wir unabhängig und sicher unterwegs. Wenn es in höheren Lagen kein fließendes Wasser gab, haben wir mit Hilfe des Kochers Schnee geschmolzen.


Essenstechnisch haben wir uns gefriergetrocknetem Essen bedient, welches mit heißem Wasser zubereitet wird. Gefriergetrocknetes Essen spart Platz und Gewicht, ist gleichzeitig nährstoffhaltig und voller Kalorien.


Wie planen wir unsere Route?

Unsere Routen planen wir mittlerweile hauptsächlich mittels Komoot. Dabei ist unser Motto: „Weniger Planung – mehr Abenteuer“. Wir schauen uns vorab die Karten grob an und kreieren unsere eigenen Routen. Wichtig dabei ist der Blick auf Höhenlinien, vertikale und horizontale Entfernungen sowie nahegelegene oder zu passierende Bergdörfer. In der Höhe ist es zudem enorm wichtig, sich zu akklimatisieren und die Tagesetappen so zu wählen, dass man der Höhenkrankheit vorbeugt.

Trekken Himalaya Routenplanung

Last but not least: Recherche ist das A und O

Auch wenn wir uns persönlich nicht immer im Detail vorbereiten, raten wir dir: Informiere dich vorab über Gegebenheiten und Wetterbedingungen vor Ort. Das hätte uns während unserer kräfteraubenden Tourentage durch den hohen Schnee so einiges erspart: Bei jedem Schritt sind wir bis zur Hüfte eingesunken; für eine 100-Meter-Strecke haben wir da schon mal eine Stunde benötigt. Gut, dass wir bald darauf angefangen haben, unsere Etappen bei Nacht über den gefrorenen Schnee zu laufen. Mit etwas mehr Recherche vorab hätten wir die Info, dass es der schneereichste Winter seit 35 Jahren war, wohl auch vor unserer Tour erhalten und uns entsprechend darauf vorbereiten können. ;)

Testbericht Mammutjacken

Auf unserem Abenteuer hatten wir zwei Jacken von Mammut zum Testen mit dabei: Eine Daunenjacke für Stefan und eine Hardshelljacke für mich.

Mammut Broad Peak hooded – Daunenjacke Herren (Marine)

Durch die Flexibilität sowie die Gummischnur am Saum war die Passform der Mammut Broad Peak Hooded Daunenjacke in sämtlichen Situationen sehr angenehm. Absolut überragend ist die Daunenjacke in Bezug auf Packmaß und Gewicht. Zusammengefaltet kaum größer als eine 0,5L Trinkflasche, passt sie wirklich in jedes kleine Eck im Rucksack und füllt dieses optimal aus.


Tipp: am Besten als allerletztes Equipment in den Rucksack packen und so die „Löcher“ damit stopfen. Die Wärmefähigkeit ist für dieses geringe Packmaß und das Gewicht wirklich gut.


Situationsbeschreibung

Die Daunenjacke war mehrmals am Tag, in Momenten, in denen man durch fehlende Bewegung und Pausen schnell an Wärme verloren hat, sehr gewinnbringend, um Wärme zu puffern und gleichzeitig ein angenehmes und leichtes Tragegefühl zu erzeugen. In den kältesten Etappen (Aufstieg Yalapeak 5500m) wurde die Jacke sogar in Bewegung getragen und schützte somit den Oberkörper vor den minus 20°C.


Empfehlung

Lediglich in den Zeltnächten oberhalb von 3800m konnte die Wärmeleistung der Jacke nicht mehr ganz für eine entspannte Temperatur sorgen. Ich würde diese Jacke deshalb allen empfehlen, die nicht bei Temperaturen unter -5°C unterwegs sind. Das macht die Jacke perfekt für die "3 Seasons" in den Alpen sowie für den Winter außerhalb von Zeltexpeditionen.

Mammut Daunenjacke Broad Peak Hooded im Tes

Mammut Taiss – Hardshelljacke Herren (Highlime)

Gewicht und Packmaß sind bei der Mammut Taiss sehr gering für eine robuste Hardshelljacke. Die Passform lässt ein mehrschichtiges Layer-System auch mit einer dicken Daunenjacke darunter problemlos zu, ohne ein Engegefühl zu erzeugen. Die Jacke schützt sehr gut vor Wind und Wetter. Außerdem ist die Farbe ein echtes Highlight: Gut für die Sichtbarkeit am Berg.


Situationsbeschreibung

Die Jacke hat mir immer dann geholfen, wenn Wind oder Regen aufkam. Sie schafft eine trockene und windstille „Comfort-Zone“. Zudem war sie die erste Wahl, um an kälteren Tagen zusammen mit einem Merino-T-Shirt Aufstiege zu bewältigen. Durch die Reißverschlüsse unter den Armen kann man hier am Feuchtigkeitshaushalt spielen. Bei zu großer Anstrengung ist ein leichtes Schwitzen unter der Jacke allerdings nicht zu vermeiden – hier musst du dich entscheiden: Entweder eine sehr wasser- und winddichte sowie robuste Jacke mit schlechterem Feuchtigkeitstransport nach außen oder eine weniger dichte Jacke mit gutem Feuchtigkeitstransport.


Empfehlung

Ich würde dir die Hardshell dann empfehlen, wenn du eine sehr robuste Jacke benötigst, um dich bei Wind und Wetter in die Natur zu stürzen oder wenn du, wie wir, eine Trekking-Expedition planst.

Mammut Taiss Hardshelljacke im Test

Fazit unserer Expedition & Reise

Höhepunkt waren tibetische Feste, bei denen wir als einzige Touristen in die traditionelle Tracht gehüllt wurden, mit den Händen gegessen haben und animalisch mit dem gesamten Dorf ums Lagerfeuer getanzt haben.


Auf unserer Reise haben wir neben dem Trekking Abenteuer ein lokales Schulprojekt unterstützt. Die Erfahrung rund um das soziale Projekt waren unheimlich intensiv und wir haben unvergessliche Einblicke in das Leben der Nepalesen abseits des Tourismus bekommen. Höhepunkte waren tibetische Feste, bei denen wir als einzige Touristen in die traditionelle Tracht gehüllt wurden, mit den Händen gegessen haben und animalisch mit dem gesamten Dorf ums Lagerfeuer getanzt haben.


Das Abenteuer durchs Himalaya war für uns ein einmaliges Erlebnis, da wir alpine Natur sowie Kultur und Menschen noch nie so nah erleben durften. Die Gastfreundschaft der NepalesInnen ist unvergleichbar und wir können dir wärmstens empfehlen, diese spektakuläre Gegend eines Tages selbst zu bereisen. Ganz nebenbei unterstützt du mit einer Reise nach Nepal die lokale Bevölkerung, die zu einem großen Teil vom Tourismus abhängig ist, der wiederum in den letzten zwei Jahren unter Corona stark gelitten hat.


Die Filme zur Expedition gibt es übrigens bald auch auf meinem Youtube Kanal. Weitere Einblicke findest du außerdem auf meinem Instagram Kanal. In diesem Sinne: Stay tuned!

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