Komm mit nach Peru!

Entdecke mit uns Peru!
Straße in Peru

Es lässt sich ja recht einfach beschreiben, dieses Peru: Lima, Hochkulturen und natürlich Machu Picchu. Lamas, Inkas, seltsame Linien in der Erde blablabla. Doch dieses Land kann mehr.

Pass auf, Stempel rein, kurze Kontrolle des Vans, „Bienvenidos a Peru!“ Vom argentinischen Feuerland nach Chile kommend, tuckern wir mit unserem Campervan an den grünen Grenzposten ganz im Süden vorbei und sind gespannt.

Surfer an der Küste in Peru

Die Erwartungen sind hoch, denn die Empfehlungen anderer Overlander fielen üppig aus. Es soll traditioneller sein, richtig südamerikanisch, mit einer unglaublichen Geschichte. „Geht nach Arequipa, diese Stadt ist ein Traum.“ Surfer erzählen uns von perfekten Wellen, Kletterer schwärmen von unzähligen Routen. Es soll billiger sein, die Menschen anders und das Essen lecker! Wir stellen uns die Frage, ob da ein 90 Tage Visa überhaupt reicht. Nach all diesen Informationen, dieser Werbung und unzähligen Empfehlungen presse ich meinen Fuß fest auf das Gaspedal. Wir möchten uns überraschen lassen. Ganz grob klimatisch betrachtet bietet Peru drei unterschiedliche Landschaftszonen. Costa, die Küste, Sierra, auch bekannt als Anden bzw. Hochland und schließlich Selva, der Regenwald oder auch Nebelwald. Die Küste

Frau mit Krabbe

Die ersten Nächte verbringen wir auf Meeresniveau. Fischerdörfer, in denen die Einheimischen uns Ceviche servieren, rohen Fisch in Limettenmarinade. Ein typisches Gericht das die kreative Küche Perus spiegelt, Herkunftsland so vieler Früchte, Gewürze und der weltbesten Köche. Und in dieser Küche spiegelt sich wiederum das Land selbst, mit seiner Vielfalt den verschiedenen Zonen und den sich darin befindenden sympatischen Menschen. Viele sind fleißig, stolz und gutmütig und meist in traditioneller Kleidung unterwegs. Weder Peruanerin noch Peruaner begegnen uns ohne Hut oder ohne freundlich zu grüßen.

Vanlife in Peru

Ein Tankwart erfreut sich an unseren hellen Haaren und schenkt uns eine Rolle Klopapier, während er mir zum zweiten Mal den Weg erklärt. Auf einer schmalen Straße auf Seehöhe in Serpentinen steil nach oben. Es geht in die Sierra. Das Hochland Konvois überholend, Schlaglöchern ausweichend und von lebensmüden Einheimischen selbst überholt werdend, kämpfen wir uns auf über 3.000 Meter. Sprachlos und fasziniert beobachten wir den Wechsel der Vegetation, nervös und konzentriert schlängeln wir uns weiter. Wir passieren das wunderschöne Arequipa, bei denen sich Touristen über ihre Tage im Colca Canyon unterhalten, umfahren das triste Juliaca und geniessen einige Tage bei einer Familie am Titicacasee.

Das Leben in dieser Höhe ist anders. Das Herzt schlägt schneller, die Luft ist dünner. Alles einen Atemzug langsamer. Wir versuchen die klassischen Touristenattraktionen auszulassen und lassen uns vom Ursprung Perus verzaubern. Ein kleines Bergdorf auf über 4.000 Meter, so faszinierend einfach, so voller Probleme und Armut und gleichzeitig so beneidenswert weit weg von unseren westlichen First World Problems.

Wandern in Peru

Der Regenwald Wir tanken Natur und sammeln die Geschichten der Kinder der Sierra und zehren von ihnen retour an der Küste. Nebelwände versperren uns Sonnenstrahlen, als wir knapp südlich von Lima das Meer erreichen. Ein fades Grau am Morgen verschwimmt in ein ebenso depremierendes Grau am Abend, und trotzdem genießen wir jede Sekunde. Die perfekte und absolut glassy Welle von Cerro Azul zieht uns in ihren Bann. Wie ein Schweizer Uhrwerk pumpt sie das Wasser konstant an die Küste und zaubert uns ein permanentes Lächeln ins Gesicht und nur der Gedanke an weitere Spots dieser Art im Norden, lässt uns weiterziehen. Aufgrund des Humboldstromes eine karge Fahrt entlang der Küstenwüste, durch das bedeckte Lima, dem pulsierenden Herz Perus. Wie Ameisen zirkulierende Menschen im Zick Zack und Chaos der Straßen und Häuser. Armut und Reichtum auf engstem Raum. Der Geruch von gebratenem Hühnchen vermischt sich mit den Abgasen und wir rauschen weiter. Es geht wieder nach oben. Im Schatten der von Touristen umgarnten Klassiker wie dem Machu Picchu, Cusco und den Nazca Linien türmen sich die Berge der Cordillera Blanca. Unbesiedelter und freier lässt diese Region unser Wanderherz höher schlagen.

Wanderer in Peru

Nach etwas Akklimatisation betreten wir wieder eine neue Welt. Zum Greifen nah vorbei an den Riesen, die nach den Bergen des Himalayas zu den Höchsten der Erde gehören, zu Lagunen das Ganze schon fast zu kitschig perfekt erscheinen lassen. Boulderblöcke und Klettersteige machen die Region zu einem Paradies für Outdoor Fans und nur der Wellenbericht lässt uns wieder in den Van steigen. Der Forecast verspricht das Beste und wir verlassen das saftige Grün und tauchen in ein sandiges Nichts, zurück ans Meer. Nördlich von Lima durchbricht die Sonne den Dunst und wir pilgern einen Top-Surfspot nach dem nächsten ab. Huanchaco, Pacasmayo und Chicama, die längste Welle der Welt bis hoch in den Norden, wo wir den Wetsuit weglassen und das warmer Wasser geniessen. Lobitos, Piscinas und Baterias sind die Wellen die unseren letzten Tage in Peru versüßen.

Wir stehen knapp vor Equador, und lauschen den Geschichten der anderen Reisenden und blicken Einander an als die nächste Empfehlung der Nächsten folgt und alles ineinander verschwimmt. Wie haben wir uns doch überraschen lassen wie hat uns dieses Land doch überwältigt. Eine Reise durch Dschungel und Wüste, zu den höchsten Routen der Welt. Märkte, Menschen und Bauten, so vielfältig und faszinierend. Herausforderungen, Bekanntschaften und gebratene Meerschweinchen. So viel Abenteuer, so nah aneinander. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Denn wenn du jetzt Bock bekommen hast, dir Peru selbst anzuschauen, kannst  du deinen eigenen unvergesslichen Trip gewinnen. Gleich hier. Viel Glück!

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