Haute Route - komm mit auf die berühmteste Skitour der Alpen

Jeder kennt sie - viele träumen von ihr: die Haute Route von Chamonix nach Zermatt ist der Everest unter den Skitouren.

Dabei wurde die Strecke Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals im Sommer zurückgelegt. Erst deutlich später fand die erste Begehung mit Ski statt. Neben der einzigartigen Hochgebirgskulisse vereint die berühmteste Skidurchquerung noch viele weitere Superlative: Die Strecke umfasst ca. 180 Kilometer, die in der Regel innerhalb von 6 Tagen zurück gelegt werden.

Dabei warten Aufstiege mit bis zu 1.400 Höhenmetern auf die Aspiranten. Mehrere Gletscher und ettliche Dreitausender liegen auf dem Weg. Übernachtet wird in Hütten. Die öffnen meist gegen Ende März. Wer früh in der Saison unterwegs ist, hat mehr Chancen auf Powder, allerdings auch auf schlechteres Wetter. Später wird der Schnee eher firnig, dafür ist das Wetter oft stabiler.  Die genaue Strecke der Haute Route ist nicht fixiert, da sich hier je nach Verhältnissen verschiedene Varianten ergeben.

2018 bieten wir zwei Termine für die Haute Route an: Einen mit Start am 24.03.2018 und einen mit Start am 01.04.2018. Beide Durchquerungen führt Julia von der Linden, eine erfahrene Bergführerin und Skilehrerin.

Unser Ablauf

1. Tag  Treffpunkt in Argentiere, Auffahrt auf die Grandes Montets und kurzer Anstieg zum Ref. d’Argentiere (2771m) 2. Tag Von der Hütte über die drei Pässe Col du Chardonnet (3323m), Fenêtre de Saleina (3216m) und Col du Ecandies (2796m) nach Champex. 3. Tag Hüttenaufstieg zur Cab. de Valsorey (3030m). 4. Tag Aufstieg zum Plateau du Couloir, über den Col du Sonadon (3507m), zur Cab. de Chanrion (2462m). 5. Tag Glacier du Breney, Pigne d‘Arolla (3796m), Glacier d’Otemma zur Cab. des Vignettes (3160m). 6. Tag Col de l’Evêque (3392m), Col duM. Brule (3213m), Col de Valpelline (3586m). Da Bekleidung und Ausrüstung für eine Woche Hochgebirge im Rucksack stecken, fällt der deutlich schwerer aus als auf der Tagestour. Hinzukommt, dass die Schneeverhältnisse wie bei jeder Durchquerung stark variieren. Der Genuss liegt dadurch oft mehr im Gesamterlebnis als im einzelnen Powderturn. Der Anspruch den die Tour stellt, hängt aber nicht nur vom Schnee sondern deutlich stärker vom Wetter ab. Was bei guten Bedingungen ein angenemer Ausflug ist, kann im Whiteout schnell zu ernsten Situationen führen. Dementsprechend gehört neben dem Wurstbrot auch die komplette Gletscherausrüstung mit Gurt, Steigeisen, Pickel und Seil zum Inventar.

Welches Material für die Haute Route?

Kurz gesagt: So wenig wie möglich und so leicht wie möglich - solange die Robusheit nicht drunter leidet. Beim Ski empfielt sich ein eher aufstiegsorientierter Allrounder (aber kein Race Modell) mit Harscheisen und Skibremse. Stell dir einfach kurz vor, was passiert, wenn dir ein Ski in der Mitte der Etappe abhanden kommt: Richtig - das wird ein verdammt langer Tag. Bei der Bekleidung hat sich ein Shellsystem aus Merinounterwäsche, Fleecepulli, Kunstfaserjacke und Hardshellkombi bewährt. Wichtig: die Sachen sollten schnelltrocknend sein aber das sind die meisten Funktionstextilien eh. Sicherheitsausrüstung, wie LVS-Equipment, Gurte und Steigeisen können auch ausgeliehen werden.

Wie bereite ich mich am besten auf die Haute Route vor?

Keine Frage, die beste Vorbereitungen auf eine so technisch und konditionell anspruchsvolle Durchquerung sind lange Ski(hoch)touren. Die trainieren nicht nur die Ausdauer, sie bieten auch genug Vorlauf, um alle Materialfragen in den Griff zu bekommen. Wer nicht die Möglichkeit hat vorab in die Berge zu kommen, unternimmt lange Wanderungen  - am besten mit dem Rucksack, der auch auf der Tour dabei sein wird. Langlaufen bietet eine weitere Alternative. Egal wie die Vorbereitung ausfällt, wichtig ist, dass man eine gewisse Grundkondition mitbringt. Denn ohne wird es schwer, dieses Abenteuer aus langen Anstiegen, wilden Abfahrten, kaltem Wind und einzigartigem Panorama richtig zu genießen. Soviel zu einem ersten Eindruck von der Tour. Wenn du noch weitere Fragen hast, wende dich einfach an unsere Berg- & Skischule. Dort sitzen erfahrene Leute, die dir alle Fragen rund um die Tour beantworten können.      

Diese Beiträge könnten dich auch noch interessieren