Das Zelt – Heim der Wanderer und wichtigstes Equipment auf eurer Tour

Vom Aufbau bis zur Ausstattung: Tipps & Tricks für Campingfreunde
Camping - Tipps fürs Zelt

Wie ihr vielleicht gelesen und gesehen habt, sind Tobi und ich aktuell beladen mit allerlei Dingen. Unterwegs durch den Westen Kanadas ist auch immer unser MSR Zelt dabei.

Warum wir mit unserem MSR Zelt in Kanada unterwegs sind

Dass wir uns bei​ ​diesem​ ​Trip​ ​für​ ​das​ ​Zelten​ ​entschieden​ haben, liegt nicht nur am rein finanziellen Faktor der Reiseplanung, sondern ist auch eine ziemliche Herzensangelegenheit​! Wir mögen es unter freiem Himmel zu schlafen, das traute Heim immer mit an Bord zu haben und heute hier und morgen dort zu sein. Vor so einem Zelt Trip ist es natürlich wichtig, dass ihr euch überhaupt erstmal mit einem solchen Outdoor Heim gründlichst befasst. #EsBeginnt​ ​mit​ ​guter​ ​Vorbereitung​ ​-​ und dafür lohnt es sich auch mal in den nächsten SportScheck​ ​einzukehren und sich ordentlich beraten zu lassen. Wer sich selbst schon bestens auskennt und mal in ein neues Zelt investieren möchte, der kann natürlich auch online gucken - die Auswahl​ ​an​ ​Zelten​ ​ist​ ​groß​ und ihr solltet euch vorher über​ ​die​ ​Anforderungen​ ​eurer​ ​Tour​ ​informieren.​ Zu nahezu jedem Gebiet, das sich mit Zelt erkunden lässt werdet ihr im guten alten Internet fündig und bekommt jede Menge Tipps​ ​und​ ​Erfahrungsberichte.

Equipment Check ist oberste Pflicht - traut nur dem was ihr selbst überprüft habt

Doch bevor ihr mit eurem heiß geliebten Zelt auf größere Touren geht, checkt​ ​unbedingt euer​ ​Equipment.​ Sonst geht es euch wie Tobi und mir vor einigen Wochen. Wir hatten unser Zelt verliehen und natürlich vor dem nächsten Kurztrip nicht überprüft, ob wir es auch tatsächlich vollständig zurück bekommen haben. Und da standen wir nun - ohne Unterboden und ohne Heringe. Arg! Grummle, grummle! Natürlich kann man solche Kleinigkeiten wie Heringe unterwegs immer in bester Improvisation​ ​mit​ ​Steinen​ ​oder​ ​Ästen​ ersetzen, aber das sind eben Hilfslösungen​. Und wenn ein Sturm oder ein intensiver Regenschauer, wie es sie sehr oft in den Bergen gibt, dann doch unverhofft vorbei gehuscht kommt, dann tropft es nicht nur rein, sondern dann kann das auch das Ende und vorzeitige Aus eurer Tour bedeuten.

Wir haben definitiv daraus gelernt. Tobi​ ​ist​ ​jetzt​ ​unser​ ​Zelt-Verantwortlicher​ und kontrolliert jetzt vor jeder Reise, ob das Zelt in Ordnung und vollständig ist. Manchmal fallen ja auchkleine Reparaturen wie das Kleben der Fliegengitter an. Nichts ist nerviger, als wenn es des nachts um eure Köpfe surrt und summt und ihr nicht zur wohl verdienten Ruhe kommt, also gebt auch hier Obacht.

Tipps zum Zeltaufbau - so stellt ihr euer Natur-Heim richtig auf

Außerdem haben wir noch einen kleinen Tipp in Sachen Zeltaufbau in Petto, den wir uns von unserem schwedischen​ ​Outdoor​ ​Vorbild-​ ​und​ ​Experten​ ​Johan​ ​Skullman​ abgeguckt und zu Herzen genommen haben: Baut​ ​euer​ ​Zelt​ ​immer​ ​so​ ​auf,​ ​als​ ​würdet​ ​ihr​ ​es​ ​für​ ​den​ ​Ernstfall​ ​errichten.​ Das klingt jetzt etwas dramatisch, aber ein Glück haben wir diesen Ratschlag beherzigt. Wir sind sonst manchmal auch gerne von der gemütlichen Sorte. So wenig Heringe wie möglich, manchmal fehlen auch schnell ein paar der kleinen Schelme und schon wird das Zelt klapprig, sinkt an verschiedenen Stellen ein und kann gar nicht mehr leisten, wozu es an und für sich gemacht ist: euch Schutz​ ​vor​ ​der​ ​Witterung​ zu bieten. Vielleicht wird so ein mehr schlecht als recht aufgebautes Zelt kleineren Böen und romantischen Nächten standhalten, jedoch für Unwetter​ seid ihr damit nicht gerüstet!

Camping - Tipps fürs Zelt

Es gilt tatsächlich alle​ ​Schnüre​ ​komplett​ ​zu​ ​spannen​ ​und​ ​auch​ ​beim​ ​Aufbau​ ​nicht​ ​zu trödeln,​ denn erst wenn das Zelt sicher steht, ist es an der Zeit, die Gemütlichkeit Einzug halten zu lassen. Außerdem ist es von Vorteil, wenn euer Zelt die Möglichkeit bietet, je nach Witterung, die Schnüre​ ​immer​ ​wieder​ ​nach​ ​zu​ ​spannen​ ​oder​ ​zu​ ​lockern.​ So kann man auch mit klitschnassen Zeltbahnen ausgezeichnet umgehen! Und auch wenn ich selbst es anfangs ein bisschen „Kindergarten“ fand, dass wir uns am ersten Abend unserer Tour gemeinsam daran machten, das komplette Zelt aufzubauen, so erfuhren wir doch schon in dieser halben Stunde, wie​ ​schnell​ ​der​ ​Regen​ ​einen überraschen​ ​kann. Was ein Fest! Und innerhalb von Minuten war das Zelt nass! Hmmm.

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Wenn dem so ist, gilt es darauf zu achten, dass sich das Wasser nicht an den typischen Stellen staut. Dem ist, wie bereits erwähnt, nur mit gekonnter Abspannroutine und guter Laune zu begegnen. Zu unserem Glück krabbelte die Sonne so schnell wieder hervor, wie sie verschwunden war und wir konnten unser neues Heim halbwegs trocken beziehen. Prinzipiell ist es natürlich klar, dass man sich gerade auf Reisen die anfallenden Aufgaben teilt. Nichtsdestotrotz ist es einfach das​ ​Beste,​ ​wenn​ ​alle​ ​Mitreisenden​ ​wissen,​ ​wie​ ​bestimmte Arbeitsabläufe​ ​funktionieren,​ um im Ernstfall direkt und ohne langes Zögern mit anpacken zu können.

Vorher üben und rechtzeitig reparieren sind der Schlüssel für ein entspanntes Erlebnis

Wenn ihr von vorn herein wisst, dass euer Zelt einer Reparatur bedarf, dann wartet​ ​am besten​ ​nicht​ ​bis​ ​kurz​ ​vor​ ​die​ ​nächste​ ​Wandertour​ mit euren Unternehmungen, dann ist es nämlich meistens schon zu spät und ihr fahrt auf gut Glück einfach so los. Aus eigener Erfahrung würde ich sagen: Unterwegs​ ​ist​ ​man​ ​meist​ ​am​ ​schlechtesten gerüstet​ ​um​ ​zu​ ​flicken​ ​und​ ​zu​ ​knüpfen.​ Im schlimmsten Falle zerreißt euch der Sturm euren Liebling auch ganz. Und dann heißt es #EsBeginnt die frühzeitige Heimfahrt... ;) Und das wollt ihr doch nicht! Deshalb gebt​ ​Acht​ ​auf​ ​eure​ ​Ausrüstung​ und auch wenn ihr euch für eine Tour ein ganz neues Zelt zulegt, beherzigt unseren Ratschlag und baut es einmal vorher im Garten oder einem Park auf. Nie wieder werdet ihr so unbeholfen sein und so lange brauchen wie beim ersten Aufbau. Also nehmt​ ​euch​ ​diese​ ​Zeit​ ​im​ ​Vorfeld,​ damit jeder Handgriff sitzt, wenn es drauf ankommt!

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Das ist nicht nur praktisch, sondern macht auch Spaß und steigert die Vorfreude. Und außerdem ist es absolut sinnvoll, sich eine genaue Vorstellung davon zu verschaffen, wie lange​ ​der​ ​Aufbau​ ​ungefähr​ ​dauern​ ​wird​ und welche Handgriffe dafür von Nöten sind und wie geräumig eurer mobiles Heim sein wird und wie ihr euch am besten darin einrichten werdet.

ZITAT: „Cooperate with your tent.“ -​ ​Johan​ ​Skullman

Was der liebe​ ​Johan​ ​Skullman​ euch damit sagen will ist: „Seid fair zu eurem Zelt, denn nur so kann es sich von seiner besten Seite zeigen.“ Und vergesst nicht darauf zu achten, für​ ​welche​ ​Bedingungen​ ​und​ ​welche​ ​Zwecke​ ​euer Zelt​ ​gemacht​ ​ist.​ Nicht jedes Festivalzelt taugt dazu, durch die Natur geschliffen zu werden und mit unserem Baumzelt hätten wir hier oben in Kanada allein aus gewichtstechnischen Gründen keine großen Touren unternehmen können. Es gilt bei Zelten, wie beim anderen Equipment auch: Beachtet​ ​die​ ​Hinweise​ ​und​ ​Informationen​ ​dazu,​ ​für​ ​welche Jahreszeiten​ ​oder​ ​Kältegrade​ ​sie​ ​sich​ ​eigenen.​ Für unsere Kandareise eignen sich zum Beispiel Zelte, die von Sommer bis Herbst ihr volles Potential entfalten wollen. Genau solche wie unser​ ​kleines,​ ​leichtes​ ​und​ ​sehr​ ​feines​ ​MSR​ ​Zelt.​

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​Wenn ihr mich fragt: Zeltaufbau​ ​ist eindeutig​ ​Teamwork.​ Gerade wenn der Wind pfeift solltet ihr daran denken! Ansonsten kann es natürlich auch Teamwork sein, wenn einer sich um das Zelt kümmert, während der andere schon Wasser holt und ein leckeres Abendessen brodelt. Aber hier findet ihr ganz sicher eure ganz eigenen Routinen, die zu eurem gemütlichen Zeltalltag beitragen werden. Bei uns ist Tobi derjenige, der sich um den Aufbau,​ ​Abbau​ ​und​ ​die​ ​Innenausstattung bemüht, während ich meistens koche oder mit den Eichhörnchen der Umgebung Freundschaft schließe. Ich hole dann auch Wasser,​ mache Pfannkuchen​ und bringe den Kaffee​ ​so​ ​intensiv​ ​zum​ ​Duften​, dass damit eindeutig die Leckerniszeit​ eingeläutet wird und sämtliche Bauarbeiten ihren Abschluss finden sollten.

Unser MSR Zelt ist aufgebaut - jetzt geht es an die Inneneinrichtung

Einen weiteren Tipp möchte ich euch zudem mit auf die Fahrt geben. Erst wenn das Zelt steht, sollte eine - vielleicht nicht unbedingt explosionsartige - Entleerung des Rucksacks folgen. Das ist ein Punkt, an dem ganz besonders das Füchschen und ich noch arbeiten können. Während Tobias die Vorbildlichkeit​ ​samt​ ​eingefleischtem​ ​Ordnungssystem​ mit all seinen Packsäckchen in Person ist, herrscht bei mir immer eine gewisse kreative​ ​Vielfalt, im​ ​Rucksack​ ​und​ ​auch​ ​im​ ​Zelt. Grundsätzlich gilt: Wenn das Zelt steht, geht es um Komfort! Das heißt, Isomatte​ ​und Schlafsack​ dürfen gezückt werden. Wenn ihr vorausdenkende Wandersleute seid, warten in der Schlaftüte bereits das Inlett,​ ​eine​ ​lange​ ​Unterhose​ ​samt​ ​leichtem​ ​Pulli, Schlafsocken,​ ​Schlafmütze,​ ​Oropax​ ​und​ ​Schlafbrille​ auf euch.

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Leichtigkeit,​ ​Atmungsaktivität​ ​und​ ​eine​ ​Angemessenheit​ ​der​ ​Wärmegrade​ sollten auch hier oberste​ ​Priorität​ haben. Ich habe beispielsweise hier in Kanada auch immer dünne Handschuhe​ ​und​ ​einen​ ​Neckholder​ mit dabei, genau wie mein Game​ ​Of​ ​Thrones Hörbuch​, bei dem ich so herrlich wegräumen und einschlummern kann.

Tipps gegen Kälte und Frost

Und wenn ihr kein Freund von Kälte und Frost seid, dann kocht​ ​euch​ ​vorm​ ​Schlafen​ ​eine Kanne​ ​Tee,​ füllt diesen in eure Trinkflaschen und nehmt das Fläschchen​ ​mit​ ​in​ ​den Schlafsack.​ Das zaubert im Nu warme Füße und dann ist es auch nur noch halb so schlimm, wenn man des Nachts mal aus dem Zelt huscheln muss um diversen Geschäftigkeit nachzugehen. Und ein Tipp von Tobi, legt euch einen Hauch von Inlay zu. Er schwört tatsächlich seit Jahren auf sein Seideninlett​. Das schont euren Schlafsack und ist viel leichter zu waschen, zu säubern und zu trocknen, falls euch die Schlaftüte irgendwann vielleicht doch mal anstinkt.

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Aber auch hier wäre Tobi nicht unser Outdoor Experte, wenn er nicht auch in Sachen Schlafsack​ ​waschen​ ​und​ ​Schlafsack​ ​trocknen​ einige weitere Tipps für euch hätte. Für wen das Thema interessant ist, empfehlen wir unseren​ ​aktuellen​ ​Pflegebeitrag​ zu dieser Thematik mal gründlichst durchzustöbern. Und ganz wichtig, verzichtet​ ​keinesfalls​ ​auf​ ​eine​ ​gute​ ​Isomatte.​ Welches Modell ihr hier bevorzugt sei natürlich euch überlassen, da kommt es darauf an, ob es euch wichtiger ist, vor​ ​Bodenkälte​ ​und/​ ​oder​ ​Unebenheit​ ​zu​ ​schützen.​ Aber tut eurem, am Tag schon so schwer ackernden Körper den Gefallen und gönnt ihm nachts die Regeneration, die er verdient hat. Wir haben seit diesem Jahr immer unsere​ ​Thermarest​ ​Matten​ ​mit dabei und sind sehr zufrieden mit ihnen. Auch hier ist darauf zu achten, ähnlich wie bei der Ausstattung mit euren Schlafsäcken, dass euch die Matten von der Größe her entsprechen. Wenn​ ​euer Equipment​ ​zu​ ​euch​ ​passt,​ ​spart​ ​ihr​ ​überschüssiges​ ​Gewicht,​ das am Tag getragen werden will und ihr selbst seid bestmöglich gerüstet. Und das ist es, worum es geht.

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Wenn ihr so lange im Zelt schlaft, wie wir das aktuell gerade tun, würde ich auch auf das Mitnehmen​ ​eines​ ​Camping​ ​Kissens​ nicht verzichten. Klar kann man sich abends auch seine Klamotten unter den Kopf knödeln, habe ich jahrelang gemacht. Aber so ein Kissen ist eine sehr, sehr, seeeeehr feine Sache, auf die ich nie wieder verzichten würde. Tobi hat sich fur das COCOON entschieden. Einzig mit Luft gefüllt und perfekt geeignet für Seitenschläfer. Ich habe ich mich in das​ ​kleine​ ​rote​ ​Kissen​ ​von FRILUFTS​ verliebt. Je nachdem wie viel Luft ich hinein lasse, kann ich in den verschiedensten Positionen darauf ruhen und - die richtige Füchschenfarbe hat es auch noch! Das war ein wirklich gigantisch cooles Geburtstagsgeschenk von Tobi, dass mir seither meine Zeltfräuleindasein sehr versüßt!

Camping - Tipps fürs Zelt

Man, man, so viele Infos zum Thema Zelten, doch während ich euch hier so fleißig schreibe, was in Sachen Zelten alles zu beachten ist, denke ich mir schon, dass es auch beim Kapitel Rucksack​ einiges zu beachten geben würde. Und auch dafür können wir euch schon einiges an Infos anbieten. Zum Einen findet ihr auf dem Blog bereits einen ausführlichen​ ​Beitrag​ ​zur​ ​Thematik​ ​des​ ​Kaufes​ ​eines​ ​Trekking Rucksackes​. Zum Anderen haben wir von unserer letzten Wanderreise aus Peru auch eine sehr explizite Packliste mitgebracht, die ihr am Ende unseres Beitrages rund um die nötigen​ ​Mitbringsel​ ​für​ ​euren​ ​Trip​ findet und​ ​zum​ ​Ausdrucken​ ​und​ ​Ankreuzen kostenfrei​ ​herunterladen​ könnt! Wir hoffen sehr, dieser kleine Beitrag mit unserem MSR​ ​Zelt​ hat euch auf eure​ ​nächste Herbstreise​ bestens eingestimmt und wenn ihr Fragen rund ums Thema Zelten habt, dann nichts wie her damit! Wir freuen uns drauf und senden herzliche​ ​Grüße​ ​aus​ ​dem wunderschönen​ ​Kanada!

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