Tim Yilmaz: MADE FOR MORE than boxing

Ehrgeizig, passioniert, einfallsreich, aktiv – Tim Yilmaz gehört zu den Menschen, die nicht nur tausend Ideen im Kopf haben, sondern sie auch anpacken. Tim Yilmaz ist MADE FOR MORE.
Tim Yilmaz Boxtraining

Ein eigener Boxing Club in München, ein Sportswear Label, das einen regelrechten Hype erlebt, ein Doktortitel in Geologie und ein Kopf voller Ideen: Wenn Tim Yilmaz von alldem erzählt, wird einem klar, warum so viele Leute bei ihm das Boxen lernen und seine Gym Yilmaz- Kollektion tragen möchten. Alles, was der 39-jährige Wissenschaftler, Unternehmer und Familienvater anpackt, erarbeitet er sich selbst. Aus eigener Kraft und völlig authentisch. Schlag um Schlag, genau wie im Boxring. So entstand das Mariposa Boxstudio aus einem Underground Boxkeller – „ein illegaler Keller, wenn man es so nennen möchte“. Und die erfolgreiche Athleisure Kollektion? Begann mit 60 Pullovern von Ebay, die er bedrucken ließ ohne es sich leisten zu können. Wie er das alles schafft? Indem er sich beim Boxen den Kopf freisportelt und alles mit Ehrgeiz und Leidenschaft angehe, meint Tim.

Um etwas auch nur halbwegs gut zu machen, muss man leidenschaftlich in dem sein, was man macht.

Boxen: Liebe auf den zweiten Blick

Die Leidenschaft fürs Boxen allerdings kam erst spät. Tim war schon immer sportlich und spielte lange Zeit Handball, bis sich seine Mannschaft auflöste, als er 16 Jahre alt war. „Ich war nicht der klassische Jugendliche, der zum Boxen gekommen ist, weil der große Bruder ihn irgendwann mitgenommen hat. Ich hab halt ‘ne neue Sportart gesucht, die mich ausgleicht und auspowert“, erzählt er. Bei einem ersten Schnuppertraining war ihm nicht wohl zu Mute. Eine roughe Stimmung und harte Jungs, zwischen denen er sich als Milchbubi fühlte. Unzählige andere Sportarten folgten – manche waren ihm nicht fordernd oder körperlich genug, für andere fehlte es ihm an Talent. „Und dann habe ich mit 22 Jahren noch einmal mit dem Boxen begonnen und bin hängen geblieben.“ 

Das Boxen hat mir geholfen, mich zu fokussieren, mich zu strukturieren und Disziplin zu finden.

Das Boxen habe ihm einen mentalen Rückzugsort geboten. „Ich konnte da sehr gut runterkommen und meinen Kopf ausschalten, es hat mich einfach ausgeglichen“, erklärt Tim. Mit 30 Jahren reizte es ihn dann, einmal einen Kampf zu bestreiten. „Ich musste mich dann entscheiden. Hopp oder Top: Will ich wirklich noch ein paar Jahre in den Ring steigen?“ Denn den ersten Kampf musste man gemäß damaliger Regelungen noch vor dem 31. Lebensjahr bestreiten. Irgendwann ging Tim mit seinem Wunsch zu seinem Trainer. „Und dann haben wir so einige Schlachten geschlagen“, lacht er. Und das über mehr als fünf Jahre hinweg.

Vulkanologe, Coach, Studio-Betreiber

Wie wird man vom Vulkanologen zum Betreiber eines Boxclubs und einer Athleisure Brand? Vieles habe sich zufällig ergeben. Zu Zeiten seiner Diplomarbeit coachte Tim bereits eigene Trainingsgruppen im Boxclub eines Freundes, um sich während des Studiums etwas dazuzuverdienen. „Das hat mir Spaß gemacht und die Trainingsgruppen wurden immer größer. Irgendwann gab’s keinen Platz mehr für uns“, erinnert er sich. So kam es dazu, dass er besagten Keller anmietete, wo er Gruppen von bis zu acht Leute trainierte – inoffiziell. Gym Yilmazwar geboren. „Die Jungs haben es zum Spaß so genannt“, erzählt Tim. Der Name blieb, auch wenn der Underground-Keller mittlerweile dem schicken Mariposa Boxing Club gewichen ist. Gym Yilmaz steht heute für Tims Sportswear Label.

Gym Yilmaz: vom Keller-Pulli zur Athleisure Brand

„Wir brauchen mal T-Shirts oder Pullis, damit wir das Ding hier repräsentieren können“, habe einer der Jungs irgendwann gefordert. Da Tim jemand ist, der gute Ideen anpackt, bestellte er 60 Pullover auf Ebay und ließ sie bedrucken. „Ich war ja weit davon entfernt, zu wissen, wie man einen Pulli herstellt.“ Das war damals. Heute arbeitet Tim eng mit einer Produktion in Portugal zusammen, überarbeitet die Schnitte und produziert weit mehr als nur Pullover. Hoodies, Shirts, Bademäntel, Handtücher, Mützen, Socken, ... . Demnächst möchte er eine ganze Kollektion auf den Markt bringen – aus recycelten Materialien - soweit möglich - produziert in Portugal und Australien statt Pakistan und Bangladesh. Produkte in hoher Qualität und mit gutem Gewissen.

Tim Yilmaz läuft fürs Konditionstraining

Den Hype um die Brand Gym Yilmaz kann er sich manchmal nicht erklären. Plötzlich wollte jeder in seinem erweiterten Bekanntenkreis einen der Pullis mit dem charakteristischen Schriftzug „BRRRP! Munich“. Für die Jungs aus dem Boxkeller sei das identitätsstiftend gewesen, für Freunde eine Art Codewort und für alle anderen ein Stück Lokalpatriotismus auf der Brust. Aber ein Codewort für was eigentlich? „Zum motivieren“, erklärt Tim. Einem der Jungs sei irgendwann aufgefallen, dass er seine Schützlinge damit im Training gepusht habe: „Kommt jetzt, Tempo, auf geht’s, BRRRP!“ Der Stoff, aus dem die Motivation fürs Training ist, sozusagen. Und das längst über die Grenzen Münchens hinaus. Laut Tim Yilmaz ist mittlerweile jede zweite Bestellung aus Berlin und es wird wahnsinnig viel in die nordischen Länder verkauft.

Das Boxen an die breite Masse bringen

Was wünscht sich jemand für die Zukunft, der schon so viel erreicht hat wie Tim? An Ideen mangele es ihm nicht, konkrete Pläne für die nächsten Jahre habe er aber keine. „Ich verlasse mich da ziemlich auf die äußeren Einflüsse“, sagt er. Vieles von dem, was er heute mache, habe sich aus Zufällen heraus entwickelt. Ein großes Anliegen sei ihm allerdings, das Boxen noch mehr an die breite Masse zu bringen. Auch „an die Menschen, die Boxen für eine Schmuddelsportart halten“. Der Schlüssel dazu sind für Tim Frauen. „Wenn du mit Frauen etwas auf die Beine stellst, wird es ein gesellschaftliches Ding.“ Denn Frauen würden wiederum andere Frauen motivieren und mitbringen, während Männer eher beeindrucken wollen.

Ideen, Wünsche und Ziele habe ich noch tausende. Das war schon immer mein Problem.

Im vergangenen Jahr ging Tim noch einen Schritt weiter und organisierte einen Boxkurs für geflüchtete Frauen. „Ich wollte etwas Ehrgeizigeres machen, als den tausendsten Kurs für männliche Flüchtlinge“, erklärt er. Empowerment geben. Das hat er geschafft – und vier der Frauen sind sogar geblieben. „Wir haben vier Frauen einen Sport geben können, der ihnen Spaß macht. Und vor allem in einem Umfeld, das ihnen nicht schaden, sondern ihnen noch etwas mitgeben kann. Auf Augenhöhe mit Männern und anderen Frauen trainieren.“

Was jetzt kommt? Der nächste Zufall oder die nächste große Idee werden es zeigen.

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