SUP Städtetrip: Durch Oslo mit Paulina Herpel

Bei SUP denkst du an eine Feierabendrunde auf dem See? Citytrips assoziierst du mit U-Bahnen, Touribussen und zigtausend Schritten durch eine pulsierende Stadt? Versuch’s doch mal vom Wasser aus – auf dem SUP eröffnen sich ganz neue Perspektiven, die du so noch nicht im Reiseführer gesehen hast.
Paulina Herpel auf SUP Board in Oslo

Ob New York, London oder Berlin, Metropolen ähneln einander oftmals: Straßenzüge, Häuserschluchten, beeindruckende Skylines, Parks und jede Menge Menschen. Da kann man schnell das Gefühl bekommen, das alles schonmal gesehen zu haben – zumindest auf Instagram und Co. Dass es aber auch anders geht, zeigt uns Paulina Herpel. Die mehrfache deutsche SUP-Meisterin hat ihre ganz eigene Art, Städte zu erkunden: Sie steigt auf ihr SUP-Board und lässt sich einfach mal treiben. Der Reiz? Vom Wasser aus wirkt alles ganz anders – so hast du die Stadt garantiert in noch keinem Feed oder Reiseführer gesehen. Unser Tipp für einen SUP-Citytrip: Oslo! Modernste Architektur und beeindruckende Natur liegen in der Hauptstadt Norwegens nur ein paar Paddelschläge voneinander entfernt.

Sonne satt

Dass im Sommer die Tage lang und die Nächte kurz sind im Norden Europas, kennen wir aus etlichen Dänemark Trips. Doch Norwegen im Hochsommer setzt noch mal ordentlich einen drauf. Als wir nach langer Fahrt vor der Haustür unseres imposanten Ferienhauses stehen und die Sonne immer noch nicht ganz am tiefblauen Himmel untergegangen ist, fühlt sich das Ganze doch etwas merkwürdig an. Schließlich ist es drei Stunden nach Mitternacht. Naja, so müssen wir nicht mal Licht anmachen um unser Heim an einer malerischen Bucht kurz vor Oslo in Augenschein zu nehmen. Die alten Holzdielen knirschen unter unseren Füßen. Das Haus hat Geschichte, so viel steht schon mal fest.

Olso Oper
Die Osloer Oper

Eisberg in Sicht

Vier Stunden später sitzen wir, das sind Paulina Herpel, Vallentin Illichman, Klaas Voget und das Produktionsteam, beim Frühstück zusammen. Die Sonne scheint schon wieder – oder immer noch? Das Auto ist schnell gepackt und einige Tunnel und Kurven später – gerade Straßen sind hier eher Mangelware – parken wir vor dem SrfSnoSk8 Shop von Helge, einem alten Bekannten von Klaas. Um die Ecke die prächtige Oper, die natürlich direkt am Wasser liegt.

„Hei, hyggelig å se deg,“ begrüßt uns Inga, unser Guide für den Tag. Es ist zwar erst 9 Uhr am Morgen, aber die Sonne heizt uns schon ordentlich ein. Von wegen kalter Norden! Entsprechend gut besucht ist jetzt schon das Sørenga Sjøbad, ein öffentliches Bad mit Liegewiese, Holzsteg und allen drum und dran nicht weit entfernt von der Oper. Das gegenüberliegende Kreuzfahrtterminal sorgt immer wenn eins dieser Dickschiffe ein oder ausläuft für ein paar nette Wellen. Genau die richtige Startrampe für unsere Entdeckertour.

Paulina Herpel mit Paddel

Wir pumpen unsere Boards auf dem Steg auf und Paddeln dann rüber zu dem imposanten weißen Gebäude. Das Bauwerk ist ganz aus weißem Marmor und „rutscht“ auf einer Seite ins Wasser. Es soll wirken wie ein schwimmender Eisberg im Meer, so die Idee der Architekten hinter dem Entwurf. She lies heißt die schwimmende Skulptur davor. Die Wenigstens kommen wohl so nah an dieses Gebilde aus Glas und Stahl heran wie wir.

Direkt an der Hafenmauer gegenüber liegt noch ein weiteres kleines Floß, darauf  ein kleines Häuschen mit großem Schornstein. „Das ist ein Kok, eine schwimmende Sauna. Sehr angesagt hier“, klärt uns Inga auf. Naja, bei 30 Grad im Schatten können wir das vernachlässigen. Lieber schwimmen wir noch mal eine Runde im Fjord, um uns abzukühlen.

Bucht von Oslo
Skulptur "She lies"

Danach fahren wir tiefer ins Zentrum hinein. Wir wollen ein Stück auf dem Akerselva paddeln, dem Fluss, der quer durch Oslo fließt. Ihn komplett zu durchpaddeln macht allerdings wenig Sinn, schließlich hat er allein 20 kleinere und größere Wasserfälle zu bieten. Wir suchen uns ein nettes kleines Stückchen in der Nähe der Markthallen von Oslo. Die liegen direkt am Fluss und hier kann man für norwegische Verhältnisse fast schon günstig essen. Viele kleine Stände bieten in der alten Werkhalle von 1913 alles, was das Herz begehrt, von herzhaft bis süß.

Royal Norwegian Yacht Club

Auf dem Weg zum Yachtclub und dem Frammuseum, beide liegen auf einer kleinen Halbinsel im Oslo-Fjord, führt unser Weg vorbei an grünen Wiesen und Bauernhöfen, die man so ganz und gar nicht in einer Großstadt erwarten würde. Dass Norwegen nicht gerade zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, merkt man in Oslo schnell. An jeder Ecke wird an- und umgebaut. Auch ein paar Einwohner von Oslo müssen ein gut gefülltes Konto haben, das merken wir spätestens an unserem nächsten Spot: Am Royal Norwegian Yacht Club schaukelt eine ansehnliche Yacht neben der nächsten. Auch die umliegenden Villen, allesamt mit bestem Blick auf den Fjord, sind ganz hübsch anzusehen. Wir paddeln an ihnen vorbei und können uns, zumindest in diesem sonnigen Moment, sehr gut vorstellen, eine Zeit lang hier zu leben.

Oslo Fjord
Oslo-Fjord

Geschichtsträchtig

Direkt vor dem Frammuseum machen wir wieder Halt. Hier liegt die Fram, das „stärkste Schiff der Welt“. Die Fram genießt diesen legendären Ruf, da sie als einziges Schiff der Welt im Verlauf von drei Polar Expeditionen am weitesten in den Süden und in den Norden vorgedrungen ist. Uns reicht es, dem benachbarte Schifffahrtsmuseum vom Wasser aus einen Besuch abzustatten und ein wenig auf den Fjord hinaus zu paddeln. Obwohl die Sonne natürlich immer noch recht hoch am Himmel steht, neigt sich ein langer Tag dem Ende zu. Wir verpacken die Boards und machen uns auf den Rückweg.

Natur pur

Wer schöne Bilder machen möchte, sollte nicht zu den Langschläfern gehören. Der Duft von frischem Kaffee zieht durchs Haus – ok, also raus aus den Federn. Auch, wenn es schwer fällt. Heute geht es ohne lange Anfahrt auf die Boards. Schließlich liegt gefühlt mindestens jedes zweite norwegische Haus am Wasser inklusive eigenem Bootsanleger und passendem Fortbewegungsmittel. Unser kleines Herrenhaus, wir tippen darauf, dass es wohl einmal dem Besitzer der keinen Werft nebenan gehört haben muss, macht da keine Ausnahme.

Paulina Herpel mit SUP Board
Billabong Badeanzug lange Ärmel
Red Paddle SUP Set
Rip Curl Neoprenshorty Herren

Von der Terrasse aus sind es nur ein paar Meter bis runter in die Bucht. „Das ist wirklich schön, überall diese beeindruckenden Steine im Wasser und dazu die Felswände, die senkrecht ins Wasser fallen“, findet Paulina. Zudem sind wir so gut wie alleine unterwegs auf dem Fjord. Und das, obwohl 40 Prozent der Norweger in diesem Teil des Landes leben und die Wasserstraße nach Oslo einer der meistbefahrensten Routen im Norden ist. Früh aufstehen lohnt sich manchmal doch.

Für uns steht fest: Hier müssen wir noch mal hin. Schließlich gibt es rund um Oslo 40 Inseln und 343 Seen zu erkunden und diese Mischung aus einmaligem Naturerlebnis und ultra moderner Stadt auf dem SUP zu erleben ist einfach nur cool. 

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