Salt & Silver Travel Diary Pt. 5: Surfstar Rob Machado und ein Campingabenteuer

Die coolsten Surfspots, das beste Streetfood, das echte Kalifornien. Jo und Cozy aka Salt & Silver sind nicht nur Surfer, sondern auch Küchengötter und Reiseblogger – und deswegen genau die richtigen, um San Diego für uns zu erkunden. Heute: Grillfeier mit Surflegende Rob Machado und Würstchen am Lagerfeuer in der Wüste.
Salt & Silver im Joshua Tree Park

Tag 4 für Jo und Cozy aka Salt & Silver in San Diego. Hier findest du alle Beiträge des California Travel Diarys.

Dear Travel Diary…

Wir finden, es wird Zeit, mal mit ein paar Locals abzuhängen und in deren Leben reinzuschnuppern. Aber mit wem? Zum Glück kennt unser Freund und Agent Quirin Rohleder so ziemlich jeden Surfstar des Planeten. Wir schreiben ihm eine Nachricht und, zack, haben wir die Nummer von Rob Machado, kalifornische Legende Nummer Eins. Der Mann bewegt sich mit dem wahrscheinlich stylischsten Flow in den Wellen seit Jesus übers Meer wandelte. Und das ist jetzt keine Übertreibung, zieht euch einfach mal seine Videos rein.

Rob ist nicht nur absolute Surflegende, sondern auch Filmemacher, hat eine eigene Stiftung zum Schutz der Meere gegründet und engagiert sich auf vielerlei Hinsicht für den Nachwuchs. Mit dem einen Abend chillen, kochen und abhängen, das wäre next Level. Wir schreiben ihm einfach und fragen – kostet ja nix. Dass Rob tatsächlich nach ein paar Minuten antwortet und uns zu sich nach Hause zum Grillabend mit seiner Familie einlädt, das hätten wir beim besten Willen nicht erwartet. Aber hey, wenns läuft, dann läuft‘s!

Mexikanisch-kalifornisches BBQ mit Rob Machado

Rob Machado

Wir treffen uns mit Rob vor seinem Lieblingsladen, der – wir haben nichts anderes erwartet – ein mexikanischer Lebensmittelhändler ist. Dort gibt es frische, noch warme Tortillas, hausgemachte Salsas, Nopal (mexikanischer Kaktus) und pervers lecker mariniertes Fleisch. Wir machen mal wieder den Einkaufswagen voll und plaudern eine Runde mit Rob über Gott und die Welt. Wenig später stehen wir auf seiner Terrasse, haben seinen Grill angeschmissen und grillen ein mexikanisch-kalifornisches Festmahl. Das Haus liegt direkt am Meer, die Sonne geht langsam unter und taucht Terrasse und Küche in goldenes Licht. Jo schneidet Papayas für das Mango-Papaya Ceviche, Cozy brutzelt mit Rob das Fleisch auf dem Grill.

Nach und nach kommen immer mehr Gäste dazu. Als es Essen gibt, sind wir knapp 20 Leute. Todd Glaser, ein hervorragender Surffotograf, und seine Frau Jenna, die für ein italienisches Weingut arbeitet, kommen dazu und beobachten uns neugierig beim Kochen. Später beim Essen connectet Jenna uns mit Weinmachern aus Italien und erzählt, dass es dort ebenfalls hervorragende Wellen gibt. Vielleicht also bald mal nach Italien? Robs Sohn hilft fleißig, Rob probiert mit uns Samples von seinem eigenen Tequila. Die Stimmung ist ausgelassen – statt am gedeckten Tisch zu sitzen, verteilen sich die Gäste im ganzen Raum. Irgendwann schaltet jemand den Fernseher ein. Es ist Oscarnacht und die Verleihung flimmert über den Bildschirm. Als Lady Gaga ihr Duett mit Bradley Cooper singt, kreischen die Mädels im Raum. Witzig! So also diniert man in Kalifornien bei den Machados. Danke dafür, Rob.

Letzter Tag in San Diego

Unser letzter Tag bricht an. Was stellen wir damit an? Kleines Sum-Up: Wir waren an verschiedensten Stränden surfen, haben die Stadt auf dem Skateboard nach dem besten Streetfood abgegrast, mehrere Märkte besucht, mit alten Freunden ein dekadentes California-Festmahl in einer Hippieburg gekocht und einen Tag mit den Machados verbracht. Stadt, Strand, Berge, Surfen, Skaten, Essen - Haken dran. Was also gibt es noch? Richtig. Die Wüste.

Kalifornisches Hinterland
Jo von Salt & Silver im Joshua Tree Park

Genauer gesagt, den Joshua Tree National Park, die Wüste mit den witzigen Kaktus-Bäumen, die alle aussehen wie Sideshow-Bob von den Simpsons. Wir finden, das schreit nach einem kleinen Campingabenteuer. Wir decken uns noch mit allem ein, was man für eine Nacht in der Wüste braucht: Würstchen fürs Lagefeuer, Schlafsack, eine gute Flasche Wein. Wir fühlen uns gut gerüstet und biegen auf den staubigen Schotterweg Richtung Joshua Tree ein. Ein genaues Ziel haben wir nicht, einfach mal drauf losfahren.

Camping mit Würstchen und Ketchup

Wir biegen also wahllos auf sandige Feldwege ein und heizen durch die Pampa, bis wir einen Spot finden, der uns geeignet scheint, um eine Nacht hier zu verbringen. Zuerst mal wollen wir uns aber mal anschauen, wo wir gelandet sind. Wir klettern auf die höchste der typischen Felsformationen und lassen den Blick schweifen. Schon beeindruckend, soweit das Auge reicht dieselbe repetitive Mischung aus Felsen, Joshua Trees und Sand.

Wir streunen noch ein bisschen durch die Wüste und freuen uns über die vielen noch nie gesehen Kakteen, Sträucher und Disteln, die wie ein Teppich auf dem Sand liegen. Dann wird es Zeit, das Zelt aufzuschlagen und uns auf die Nacht vorzubereiten. Die Sonne geht nämlich gerade unter und wir merken, wie es von Minute zu Minute eisiger wird. Jo nimmt den Kampf mit dem Zeltgestänge auf und Cozy sammelt Holz, um ein wärmendes Lagerfeuer anzufachen. Wir sind uns einig, dass es jetzt reicht mit Kochaction und haben uns ganz simpel mit Würstchen, Brötchen und einer Flasche Ketchup eingedeckt. Man muss ja auch mal die Kirche im Dorf lassen und sich ein wenig Schrott gönnen. Wir spitzen ein paar Zweige an und brutzeln die Würste über dem Feuer.

Zelt Aufbau in der Wüste
Würstchen am Lagerfeuer

Wir lassen nochmal die vielen Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren und freuen uns darüber, dass wir nach dem schwierigen Start doch noch so gut in unseren Flow gekommen sind und eine Menge toller Stories mit nach Deutschland bringen können. Cozy richtet ein letztes Mal die Kamera ein für eine nächtliche Langzeitbelichtung. Die Milchstraße über uns leuchtet so hell und deutlich, wie man es nur in der Wüste sieht. Als die Flasche Rotwein leer ist, verkrümeln wir uns in unsere Schlafsäcke und dann kommt er langsam über uns, der dream of californication.

Danke, Kalifornien, es war uns ein Fest.

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