Salt & Silver Travel Diary Pt 2: der beste Tacotruck San Diegos

Die coolsten Surfspots, das beste Streetfood, das echte Kalifornien. Jo und Cozy aka Salt & Silver sind nicht nur Surfer, sondern auch Küchengötter und Reiseblogger – und deswegen genau die richtigen, um San Diego für uns zu erkunden. Heute: Einen Organic Farmers Market und den besten Tacotruck der Stadt.
Salt & Silver und die besten Tacos

Tag 2 in San Diego. Den ersten Teil kannst du hier nachlesen und alle Beiträge von Salt & Silver findest du hier.

Dear Travel Diary…

Alright, erstmal Kaffee. Den besten gibt’s im Birds Rock Café in Pacific Beach. Wir chillen gemütlich auf der Holzbank und blinzeln müde in die Sonne, während wir den Latte-Art-Schwan von unseren Flatwhites schlürfen. Tom hat uns seine Surfbretter geliehen, wir haben sie aufs Dach unseres Offroaders geschnallt und sind ab jetzt auf uns gestellt, denn das Wochenende ist vorbei.

Wir cruisen nach Ocean Beach, wo wir uns einen der tausend kleinen schönen Beachbungalows gemietet haben. Ocean Beach ist ein bisschen schizophren. Auf der einen Seite ist es unfassbar schön und hat diese typischen, breiten Teerstraßen, die von Palmen gesäumt direkt von den Hügeln fließend ins Meer zu münden scheinen. California Dreams vom feinsten! In Kombination mit den bunt angemalten, leicht windschiefen Bungalows und Häuschen ergibt sich eine fast kitschige Szenerie wie in einem 70s-Surfmovie. Auf der anderen Seite zeigt sich hier im Viertel auch die hässliche Fratze des amerikanischen hire-and-fire-Systems: In den Straßen am Strand hausen hunderte von Obdachlosen. Die Gestrandeten des harten Kapitalismus.

Strand in San Diego

Unser Zuhause für die nächste Woche

Unser Airbnb Strandhäuschen ist klein, gelb gestrichen und sieht auf den ersten Blick besser aus als auf den zweiten. Ein Typ um die 40 mit Batikhemd und zerzausten Haaren fegt die Einfahrt und winkt, als er uns als seine potentiellen Mieter erkennt. Er stellt sich als Cisco vor und erzählt erstmal, dass er mit seinen Buddies Trance-Technoparties in der Wüste veranstaltet und Magic Mushrooms anbaut. Genau unser Mann …not!

Die Bude riecht innen nach Raumspray Marke Waldduft und verfügt über ein wackeliges Stockbett sowie eine Schlafcouch. Wir scannen den Raum einmal von oben bis unten und attestieren ihr halbwegs gefahrlose Bewohnbarkeit. Das ist also unsere Base für die nächste Woche. Ihr großer Vorzug befindet sich allerdings außerhalb der vier Wände: Die Bude liegt keine 50 Meter vom Ocean Beach Pier, wir können quasi aus dem Bett ins Wasser spucken. Aber zuerst mal machen wir uns auf den Weg zum Farmers Market im Stadtteil Coronado – mal sehen, wie so ein Markt in San Diego aussieht.

Salt & Silver erkunden den Farmers Market

Kochinspiration: California Summer Salad

Tatsächlich besteht der Markt nur aus fünf Ständen, die allerdings haben es in sich: Alles ist „organic“, also Bio, und stammt von kleinen Höfen aus der Umgebung. Hier sieht das Gemüse noch aus wie Gemüse und man merkt an der liebevollen Art, mit der die Marktverkäufer ihr Gemüse beschreiben, dass hier Menschen mit Herz und Hirn am Werk sind. Am ersten Stand verkauft eine junge Farmerin Tomaten, alle wunderbar unregelmäßig geformt, von grün über gelb bis knallrot, farblich sortiert. Wir snacken ein paar Cherrytomaten - sie duften und schmecken mega gut.

Wir kommen gleich mal auf die erste Idee: Wir kaufen alle Zutaten, die man für einen richtig schönen Califonia Summer Salad verwenden könnte. Tomaten, Verschiedene Kohlsorten, Rucola, Kresse, Birnenessig, Zitronen-Olivenöl, Nüsse und Koriander. Die Papiertüten duften wie der Garten Eden höchstpersönlich. All die leckeren Früchte und Gemüse haben uns hungrig gemacht. Zum Glück hat das mexikanische Mädel, das uns die Salate verkauft hat, einen Geheimtipp: SD Fishtacos. Ein mexikanischer Fishtaco-Truck, der an einem Parkplatz in einem der außerhalb gelegenen Viertel parkt und dort original sinaolensisches Streetfood verkauft.

Salt & Silver am Markt in San Diego

Streetfood-Tipp: SD Fishtacos

Unsere Herzen schlagen sofort höher: Vor dem Tacotruck, im Schatten einer provisorisch aufgespannten Plane, sitzen einige mexikanische Bauarbeiter in orangenen Warnwesten und dösen vor sich hin, während zwei andere Latinos knusprige Tostadas mit haufenweise Seafood und scharfen Salsas on top in sich reinschaufeln. TOP! Denn wenn wir von unseren Mexikotrips etwas gelernt haben, dann das: Bauarbeiter haben ein gutes Näschen dafür, wo es die besten Tacos gibt!

Wir spazieren auf den Truck zu und bestellen in fließendem spanisch alles, was lecker klingt. Aguachile, ein höllisch scharfes Ceviche aus rohen Garnelen, Tostadas mit Pulpo, Fishtacos. Dass wir spanisch sprechen ist wie immer ein super Icebreaker: Die Tacoladies quasseln sofort auf uns ein, spendieren uns eine leckere Fischsuppe während wir warten und warnen uns mehrfach davor, dass die Salsas, die in einem Eisfach kaltgestellt auf uns warten, bestimmt nichts für unsere schwachen europäischen Nerven seien. Schockt uns natürlich nicht, das haben wir in Mexiko schon tausendmal gehört. Sogar die Bauarbeiter hat der Nationalstolz gepackt. Sie erklären uns, dass hier alle Rezepte aus Sinaola, dem Bundesstaat Mexikos, der für das beste Seafood bekannt ist, stammen und es hier die besten Tostadas der Stadt gebe. Tatsächlich schmeckt alles todeslecker, die Salsas haben ordentlich Bumms – so wie wir das lieben – und es gibt ausreichend Papierservietten für unsere vor schärfe triefenden Nasen. Ein Top Tipp!

Der beste Tacotruck in San Diego

Langsam reift auch unsere erste gute Idee: Wir machen uns auf dem Skateboard auf die Suche nach dem besten Streetfood in San Diego. Station Eins haben wir schonmal abgehakt. Die Tacotruck-Ladies haben gleich den nächsten Tipp für uns: Wir sollen mal ins Barrio Logan fahren, ein Viertel in Hafennähe unter den riesigen Autobahnbrücken. Dort sei alles voller mexikanischer Wandgemälde, Graffitis, Skatespots und Streetfood. Klingt gut! Allerdings haben wir für heute erstmal noch ein anderes To Do: das Meer ruft!

Endlich: California Feeling!

Wir haben uns zur Sunset Session mit Tom am Blacks Beach verabredet. Blacks Beach begrüßt uns mit einem atemberaubenden Anblick: Wir parken direkt an den mehrere hundert Meter hohen Klippen, um uns herum schwirren Paraglider im Schwarm entlang der Steilküste. Unten am Strand sehen wir in der untergehenden Sonne kleine saubere Wellen hereinrollen. Einziger Schwachpunkt: Aufzug gibt’s leider keinen. Wer in die Wellen da runter will, muss erstmal einige Millionen in den Stein gehauene Stufen zum Meer herunterklettern. Wir machen uns auf die Socken und kommen gerade noch so rechtzeitig unten an, um ein paar schöne Sundowner Wellen zu reiten. Na, da isses doch, das Gefühl, auf das wir gewartet haben!

Surfen am Blacks Beach San Diego

To be continued…

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