Instagram – von kleinen quadratischen Bildern zu globalen Freundschaften

Instagram ist mehr als nur ein Quadrat. Wir zeigen dir warum.
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Fotograf Toni Stadler berichet von seinen Social-Media Anfängen und seiner Passion für das perfekte Bild. Seit ich ein Kind bin, habe ich fotografiert. Ich wusste nicht viel darüber, wie eine Kamera funktioniert oder was für Techniken Fotografen benutzen. Ich habe es getan, weil es Spaß gemacht hat. Einen Moment einfangen, die Schönheit des Alltags zu dokumentieren. Mein erstes Smartphone war eine kleine Revolution. Ich war Spätzünder, viele meiner Freunde besaßen schon seit längerer Zeit so ein schlaues Gerät und irgendwo hatte ich schon mal von Instagram gehört. Die App, mit der man kleine quadratische Bilder teilen kann und die sich langsam zur Grundausstattung vieler Smartphones mauserte. Ich war neugierig und der Download die nächste logische Konsequenz. Das Ganze muss ungefähr Ende 2012 gewesen sein. Ich war neu in meiner Stadt und die kleinen Fotos schienen eine spannende Art zu sein meine neue Heimat kennenzulernen. Ich fing an mit Fahrrad und Telefon ausgestattet die Stadt zu erkunden. Inspiration boten einige Accounts, auf die ich zufällig gestoßen war. Die Stadt, ihre Architektur und Menschen waren, was sich schnell als das herausstellte, was mich besonders interessierte.

Es dauert nicht lange und die Plattform hatte mich in ihren Kosmos gezogen. Ich kommunizierte mit Menschen, die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte und trotzdem fühlte es sich irgendwie so an, jeden von ihnen mit jedem Post ein bisschen besser kennenzulernen. Diese Community von Leuten, die ihre Umgebung, ihren Alltag und irgendwie auch ihre Persönlichkeit mit mir teilten. Und das alles durch kleine quadratische Bilder. [Best_Wordpress_Gallery id="51" gal_title="Toni Stadler"] Die Vorstellung einen von ihnen einmal persönlich zu treffen war zunächst irgendwie komisch, vielleicht sogar befremdlich. Spannend war es aber allemal und nachdem das erste Treffen dann stattgefunden hatte, war das Gefühl von Community präsenter als je zuvor – was für eine tolle Art Menschen mit gleichen Interessen kennenzulernen! So richtig hat sich mir die Kraft der Online Gemeinschaft dann auf Reisen offenbart. Nicht nur in meiner Stadt, nicht nur in Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München gab es diese Menschen, die Spaß daran hatten stundenlang durch die entlegensten Viertel zu laufen auf der Suche nach Perspektiven und spannenden Momenten.

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Instagram war meine erste Anlaufstelle geworden, wenn es darum ging neue Orte zu finden und ein nicht zu vernachlässigender Teil eines Dauerzustands von Fernweh in mir. Frankreich, England, Polen, Dänemark – überall gab es großartige Orte zu entdecken und einige der tollsten Menschen, die ich hätte wünschen können kennenzulernen. Noch immer versuche ich so oft ich kann zu verreisen und auf so ziemlich jedem Trip kontaktiere ich lokale Instagram Nutzer, die oft genug anbieten mir ihre Lieblingsplätze in ihrer Stadt zu zeigen, nicht selten auch gleich das heimische Sofa als Schlafplatz dazu. Es ist ein anderes Gefühl einen Ort durch die Augen und Geschichten eines Ortskundigen kennenzulernen, und ganz besonders wenn eine gemeinsame Leidenschaft über Sprach- und Kulturbarrieren hinweg verbindet. Weniger Tourist, mehr Eintauchen in das echte Leben.

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Und nicht selten entsteht so aus einem Follower eine echte Freundschaft. Das ist Globalisierung in ihrer schönsten Form. Die kleinen - und inzwischen nicht mehr nur quadratischen - Bilder haben mich von Spanien und Italien, nach Japan und China, in die USA, den Libanon und viele weitere Länder der Welt gebracht. An jedem dieser Orte habe ich Menschen getroffen, die diese Erfahrungen so viel eindrucksvoller und bedeutender gemacht haben, als sie es ohne sie jemals hätten sein können. Instagram hat sich verändert und es verändert sich weiter. Die Plattform ist eine milliardenschwere Werbemaschine und zwischen #selfie, #LatteArt und #outfitoftheday wachsen Fake-Follower- Dienste schneller als die Media Budgets großer Unternehmen. Wer weiß, ob der Community Spirit in einigen Jahren noch der Gleiche sein wird. Ich bin froh die Welt sehen und mich mit anderen passionierten Menschen verbinden zu können. Alles was ich dazu brauchte waren ein Smartphone und ein bisschen Kreativität.

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Toni Stadler  

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