SportScheck RUN Köln 2019: Zweiter Platz beim ersten Lauf nach Babypause

Ultrarunnerin Andrea Diethers ging am Wochenende beim SportScheck RUN in Köln an den Start. Wie die frisch gebackene Mama ihren ersten 10-Kilometer-Lauf nach der Schwangerschaft erlebte, berichtet sie im Blogbeitrag:
SportScheck RUN in Köln

Was für eine Kulisse, was für eine Atmosphäre! Mehr Köln geht nicht. Mitten im Herzen der Stadt findet der Sportscheck RUN CGN statt. Die typische Aufregung vor dem Rennstart ist von der angenehmen Atmosphäre des Start-Ziel-Bereiches wie weggezaubert. Der Ausblick auf den Dom lädt zu einem Erinnerungsfoto ein und lässt die Anspannung zumindest für einen Augenblick verschwinden.

Letzte Vorbereitungen: Warm-up und Startunterlagen

Insgesamt ist die Stimmung der Läufer ausgelassen und gut. Die Anfahrt ist angenehm und einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Event ist top organisiert, freundliche Helfer reichen einem die Starterbeutel und es gibt kein Gedränge, da viele Teilnehmer schon in den Tagen zuvor in der örtlichen SportScheck Filiale ihre Unterlagen abgeholt haben. Gemütliche Sitzgelegenheiten wie die extra aufgestellten Sonnenliegen und Sitzsäcke laden bei den abendlichen 22 Grad zum Verweilen ein und bieten Familie und Freunden genug Möglichkeiten, ihr Basis-Lager zum Anfeuern aufzubauen.

Andrea Diethers vor dem Start beim SportScheck RUN in Köln
Andrea kurz vor dem Start ihres erstes Rennens seit der Geburt ihrer 5-Monate alten Tochter Naja.

Auch als Nicht-Local findet man leicht eine Einlaufstrecke und direkt beim Startbereich eine Zone für das Lauf-ABC und die letzten Steigerungen. Alternativ kann man sich auch von einem Coach beim Warm-up für den Start aufheizen lassen. Es gibt ausreichend Toiletten in unmittelbarer Nähe und so kann man als Eventteilnehmer sehr entspannt und gut gelaunt an dem Lauf teilnehmen. Selbst kurz vor dem Start findet kein Gedränge statt und die Stimmung ist weiterhin vorfreudig.

3, 2, 1 RUN! Los geht‘s

Im Startblock unterhalte ich mich mit Claudia, der Geschäftsführerin des Leichtathletik-Teams der Deutschen Sporthochschule Köln. Sie hat gerade den 5 km-Kurs gewonnen und startet nun wie ich über die 10 km-Distanz. Wer also zweifachen Spaß haben möchte: Ein Doppelstart über die kurze und lange Distanz ist zeitlich sehr gut machbar. Es folgt ein letztes gemeinsames Jubeln der gesamten Startergruppe, ein Foto vom Eventfotografen und dann beginnt der finale Countdown zum Start. 3, 2, 1 RUN – der Startschuss fällt pünktlich um 21.15 Uhr am Freitagabend.  

Startschuss für den SportScheck RUN in Köln

Abwechslungsreicher Kurs mit vielfältigem Untergrund

Bereits nach wenigen hundert Metern heizt uns eine laute Trommelgruppe ordentlich ein. Der Kurs verläuft erst einmal flach, bevor es hoch zur Hohenzollernbrücke Richtung Dom geht. Insgesamt ist der Untergrund sehr vielfältig: eben gepflastert, Sandwege mit kleinen losen Steinen, Asphalt, unebenes Kopfsteinpflaster, Treppen, kurvige Abschnitte. Dementsprechend sollte man seine Schuhe wählen. Perfekt für den Nachtlauf in Köln ist ein wendiges Schuhmodell, das auch auf unebenem Untergrund ausreichend Stabilität liefert und eine Sohle mit gutem Grip hat, in der keine Steine haften bleiben.

Auf der Hohenzollernbrücke rauscht man in Richtung Dom und kurz darauf geht es eine Treppe hinunter und dann in Richtung Deutzer Brücke. Direkt nach der Treppe gibt es einen Fotospot von SportScheck und so kann jeder Teilnehmer ein Erinnerungsbild mit Dom im Hintergrund erhalten. Ich war scheinbar zu schnell für die Kamera :D

Andrea Diethers beim SportScheck RUN vor dem Kölner Dom
Fotospot. Jeder Teilnehmer erhält ein Lauffoto mit Dom.

Stronger together – ich lasse mich pushen

Irgendwo auf dem folgenden Streckenabschnitt sind Claudia und ich aufeinander aufgelaufen und wir waren uns schnell einig: Wir machen das Rennen gemeinsam. Wir supporten uns also, machen uns gegenseitig Tempo und versuchen auf diese Weise möglichst schnell und vor der nächsten Frau ins Ziel zu kommen. Ich bin glücklich über diese Entscheidung, da es das erste Rennen nach der Geburt meiner kleinen Tochter Naja ist und mein wichtigstes Ziel ist es, gut anzukommen und ein besseres Gefühl für mein Tempo-Vermögen zu erhalten. Ich bin schon viele Rennen gelaufen, habe viermal in Folge den SportScheck-Lauf in Hamburg gewonnen und doch ist mein letzter Wettkampf so lange her, dass ich einen typischen Anfänger-Fehler mache und den ersten Kilometer in einer Zeit von 3:30 min/km anlaufe. Eindeutig zu schnell für meinen jetzigen Trainingsstand und aus Erfahrung weiß ich: Das kann sich schmerzhaft auf den letzten Kilometern bemerkbar machen.

Claudia und ich finden ein gutes gemeinsames Tempo. Wir überqueren die 5 km-Marke beim Start-Zielbogen und werden für die zweite Runde angefeuert. Wir sind auf Platz 2. Ich weiß, dass wir gleich an den Punkt kommen, wo meine Familie auf mich wartet. Mein Freund Jan Erik feuert mich mit unserer Tochter Naja und Juna an – was gibt es schöneres! So holprig die erste Runde für mich angefangen hat, so gut fühle ich mich bei der zweiten Runde. Das Tempo stimmt, ich genieße den Lauf, spreche ein wenig mit Claudia und kann die Anfeuerung der Zuschauer aufnehmen. Man hat viermal die Gelegenheit zu trinken, doch die Temperaturen sind so angenehm, dass ich keinen Durst verspüre.

Läufer beim SportScheck RUN Köln

Endspurt zum zweiten Platz

Kurz vor dem Ziel durchläuft man einen Lichttunnel und weiß: Nun geht es auf die Zielgerade! Claudia und ich geben noch einmal Gas und laufen dann Hand-in-Hand ein. Ich bin überglücklich! Platz 2 für uns in einer Zeit von 40:55 min. Ich denke, wir hatten noch Luft, aber das kann ich immer noch in einem anderen Rennen auspacken.

Direkt nach dem Ziel landet man im Verpflegungsbereich und hier gibt es alles, was das Herz begehrt: Eine ausreichende Auswahl an Getränken, Bananen oder Laugenstangen sowie Riegel – die Auswahl ist so groß, dass auch ich als Veganerin glücklich werde. Das wichtigste für mich ist allerdings, meine Familie in die Arme zu schließen. Das Gelände ist so gut überschaubar, dass wir uns auch sofort finden. Claudia und ich machen noch schnell ein gemeinsames Foto, bevor ich mit meiner Familie zur Bahn eile, damit die Kleinen schnell ins Bett kommen. Ein aufregender und besonderer Tag endet für uns alle.

Andrea Diethers im Ziel des SportScheck RUN Köln
Teamwork: Platz 2 für Claudia und Andrea.

Köln, ich komme wieder!

Mein Fazit? Der Lauf ist absolut empfehlenswert. Sowohl für schnelle Flitzer als auch gemütliche Läufer. Die abwechslungsreiche Route lässt die Kilometer vorbei huschen. Für mich steht fest: Ich komme im nächsten Jahr wieder. Dann allerdings schon zum Kids Run, da die dann 6-jährige Juna über die 2,3 Kilometer starten möchte. Und da ich im Herzen eine Ultraläuferin bin, starte ich dann vielleicht auf beiden Distanzen.

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