Multisportuhr im Test: Was kann die Garmin Vivoactive 3?

In Sachen Optik ist Garmin mit der Vivoactive 3 eine Sportuhr gelungen, die auch im Alltag eine gute Figur macht. Aber wie steht’s um die inneren Werte? Wir haben den stylischen Tracker dem Performance-Test unterzogen.
Garmin Vivoactive 3 im Test

Schickes Design und umfangreiche Features – die Garmin Vivoactive 3 wirkt ein wenig wie der kleine Bruder der Fenix 5, nicht zuletzt dank der eleganten Edelstahl Lünette. Mit nur 43 Gramm ist sie allerdings wesentlich leichter als die meisten Sportuhren, die mit einem vergleichbaren Funktionsumfang daherkommen. Die Vivoactive 3 integriert sich mühelos in jedes Outfit und bringt eine Reihe an praktischen Smartwatch-Features mit. Das macht sie nicht nur interessant für Sportler, sondern auch für alle, die auch im Alltag Puls, Schrittanzahl, Kalorienverbrauch und vieles mehr überwachen wollen. SportScheck Autorin Birgit hat den Fitness-Tracker aus dem Hause Garmin getestet.

Hard Facts: Das steckt in der Vivoactive 3

Ein bisschen Smartwatch, ein bisschen Laufuhr, Pulsmessung am Handgelenk, präzise GPS-Funktion, verschiedenste Sport-Modi, Touchscreen und ausreichende Akkulaufzeit – neben der eleganten Optik lockte mich die Vivoactive mit all diesen Fakten. Zuvor war ich mit einer Polar m400 gelaufen, mit der ich beim Sport eigentlich ziemlich zufrieden war. Sie war mir im Alltag allerdings einfach nicht schick genug und der für die Pulsmessung notwendige Brustgurt bescherte mir bei langen Läufen immer wieder Hautreizungen.

Aktivitäten auf dem Smartphone analysieren mit der Garmin Vivoactive 3

Via Bluetooth wird die Garmin mit dem Handy gekoppelt, um aus der Sportuhr eine Smartwatch zu machen. Anrufe, Nachrichten, E-Mails und Push-Benachrichtigungen werden so direkt auf dem Farbdisplay der Uhr angezeigt. Mit der dazugehörigen App werden die Aktivitäten auf das iPhone oder Android Smartphone geladen und können komfortabel analysiert werden. Auch Praktisch: Der Musikplayer kann über das Handgelenk gesteuert werden. Wer – wie ich – ständig auf der Suche nach seinem Handy ist, wird sich außerdem über die „Find my Phone“ Funktion freuen. Die Koppelung mit dem Smartphone ist allerdings nur für diese Funktionen nötig: Die Sport Modi sowie das GPS sind selbstverständlich auch ohne Bluetooth-Verbindung nutzbar.

Garmin Vivoactive 3 weiß
Garmin Vivoactive 3 weiß/silber
Garmin Vivoactive 3 roségold
Garmin Vivoactive 3 pulverbeschichtet roségold

Die Vivoactive beim Sport

Laufen, Radfahren, Schwimmen, Stepper, Krafttraining, Skifahren… die Garmin Vivoactive 3 verfügt über eine Vielzahl an vorinstallierten Sportarten und Fitnessanalysen. Diese kann man manuell auswählen – oder aber man lässt die Uhr erkennen, dass und wie man sich bewegt. In der App werden diese Daten dann Aktivitäten zugeordnet.

Da ich die Uhr hauptsächlich zum Laufen nutze, ist bei mir meist die manuelle Funktion im Einsatz. Nach Betätigen des Knopfs an der Seite des Gehäuses wird das GPS gestartet. Das GPS-Modul funktioniert zuverlässig, braucht aber einen Moment, bis es einsatzbereit ist. Die Uhr tut, was sie soll – nämlich Distanz, Tempo, Zeit und Puls messen und anzeigen. Die Pulsmessung scheint mir nicht sehr präzise, ganz typisch für die Messung am Handgelenk. Genauere Werte bekommt man natürlich mittels Brustgurt, aber den wollte ich ja loswerden. Ein Kompromiss, der für mich in Ordnung ist.

Als Abendläufer finde ich besonders praktisch, dass die Beleuchtung via Gestensteuerung aktiviert werden kann. Sprich: Hebe ich den Arm, wird die Beleuchtung eingeschaltet. Außerdem ist sie wasserdicht (5ATM) – das hätte ich für kein so bedeutendes Feature gehalten, bevor meine erste Laufuhr im Regen einen Wasserschadentod gestorben ist.

Als Smartwatch im Alltag

„Wow, was hast du denn für eine coole Uhr?“ – seit ich stolze Besitzerin der Garmin Vivoactive 3 bin, werde ich häufig so oder so ähnlich auf meine Sportuhr angesprochen. Ich trage sie täglich – egal, ob im Büro, in der Freizeit oder am Samstagabend beim Feiern. Wem die Vivoctive 3 aufgrund des komfortablen Silikonarmbands zu sportlich daherkommt, kann das Uhrband ganz ohne Spezialwerkzeug zum Beispiel auch gegen eines aus Leder oder angesagtem Edelstahl austauschen.

Sicherlich nutze ich nicht alle Features meiner Garmin, beispielsweise die Schlaf- und Stressanalyse, aber auch im Alltag werfe ich gerne einmal einen Blick auf den Schrittzähler oder den Pulsmesser. Und obwohl ich nicht gedacht hätte, die Smartwatch Funktionen zu nutzen, empfinde ich diese mittlerweile als nettes Extra. Das Handy kann viel öfter in der Tasche bleiben, denn ein Blick aufs Handgelenk genügt, um zu sehen, wie wichtig die eben empfangene Nachricht ist. Und seien wir doch einmal ehrlich: Die allermeisten Nachrichten müssen nicht direkt beantwortet werden. Stichwort Digital Detox. Nachrichten beantworten oder löschen kann die Vivoactive allerdings nicht – sie bleibt in erster Linie eine Sportuhr.

Display und Akku

Ein Touchscreen ist mit Sicherheit Geschmackssache. Ich persönlich mag es, die Uhr über das Display oder den so genannten Side Swipe an der linken Seite des Gehäuses bedienen zu können. Hier gibt es allerdings ein klein wenig Punktabzug: Das Touchdisplay der Garmin Vivoactive 3 ist so sensibel, dass ein Jackenärmel manchmal schon ausreicht, um ungewollte Aktionen auf dem Display durchzuführen. Dann hilft aber immerhin die Sperrfunktion.

Die Akkulaufzeit beziffert Garmin mit bis zu acht Tagen im Uhrmodus, bis zu 13 Stunden im Sportmodus. Nutze ich die Uhr nicht beim Sport, hält der Akku tatsächlich etwa eine Woche lang durch. Je nach Akkustand hänge ich die Uhr vor einer Laufrunde kurz an das Ladekabel, während ich mich umziehe, oder lade die Uhr nach dem Laufen vollständig auf. Pluspunkt: Der Ladevorgang geht wirklich schnell, nach etwa einer Stunde ist der Akku von 0 auf 100%. Ein kleiner Wermutstropfen für mich ist allerdings das Kabel. Hier war ich vermutlich von der Polar verwöhnt, die mit einem ganz normalen Mini-USB Stecker auskommt – somit konnte ich ein und dasselbe Ladekabel für Uhr, Kindle, Powerbank etc. nutzen. Im Urlaub bedeutet das also, es kommt ein weiteres Kabel mit ins Gepäck.

Garmin Vivoactive 3 schwarz
Garmin Vivoactive 3 schwarz/silber
Garmin Vivoactive 3 schwarz/grau
Garmin Vivoactive 3 pulverbeschichtet grau

Fazit zur Garmin Vivoactive 3

Nach rund sechs Monaten im Dauereinsatz bin ich nach wie vor sehr zufrieden mit meiner Kaufentscheidung. Die Optik, das geringe Gewicht, die Funktionen und der recht attraktive Preis für dieses Gesamtpaket machen die Garmin für mich ideal. Garmin Pay, eine Bezahlfunktion, die mit der Kreditkarte verbunden ist, klingt ebenfalls vielversprechend – hierzulande ist sie aber leider noch nicht einsetzbar. Wer den Touchscreen und die Pulsmessung am Handgelenk mag und eine schicke Multisportuhr sucht, macht mit der Vivoactive 3 einen guten Deal.

Diese Beiträge könnten dich auch noch interessieren