Der neue Nike Air Zoom Pegasus 37 im Test

Aus gutem Grund ist der Nike Pegasus einer der beliebtesten Laufschuh-Allrounder: Komfortables Laufgefühl trifft auf optimale Reaktionsfreudigkeit. 2020 geht der Klassiker bereits in die 37. Runde. Was ist neu beim Air Zoom Pegasus 37? Unsere laufbegeisterte Kollegin Birgit hat den Schuh getestet und vergleicht ihn mit dem Vorgängermodell.
Nike Pegasus 37

Hello Pegasus 37! Seit seinem Launch 1983 hat sich der Nike Pegasus eine große Fangemeinde in der Running-Szene erlaufen. Jahr für Jahr wird der beliebte Neutralschuh neu aufgelegt – 2020 bereits zum 37. Mal. Im Laufe der Zeit hat sich einiges verändert und auch der Air Zoom Pegasus 37 bringt eine Reihe an coolen Neuerungen mit sich.

Der 37er ist bereits mein vierter Pegasus. Seit mir vor Jahren bei einer Laufanalyse der Pegasus 29 für meinen ersten Halbmarathon an die Hand (oder eher an den Fuß) gegeben wurde, greife ich immer wieder darauf zurück. Später folgte der 33er, der mich leider nicht so begeistern konnte. Im vergangenen Jahr wurde mein Pegasus-Fieber mit dem 36er schließlich neu entfacht – und damit auch meine Neugier auf den neuen Air Zoom Pegasus 37.

Das ist neu: Pegasus 36 vs. Pegasus 37

Mein erster Eindruck? Wow, ist der bequem! War der Vorgänger schon super komfortabel, setzt der Pegasus 37 nochmal eine Schippe oben drauf. Das liegt vor allem an der neuen Mittelsohle – der wohl größten Veränderung im Vergleich zum Pegasus 36.

Nike Pegasus 37 vs. 36
Im Vergleich: links der Pegasus 36, rechts der Pegasus 37

Im 2019er Modell war das Air Zoom Kissen noch über die gesamte Länge des Schuhs verbaut. An seine Stelle tritt nun ein mehr als doppelt so dickes Zoom Air Kissen im Vorfuß-Bereich. Warum? Hier stößt man sich beim Laufen ab, somit braucht man im Vorfuß die beste Energierückgabe. Dieses Element unterscheidet sich übrigens zwischen Damen- und Herrenmodell: Nike-Marktforschungen zufolge laufen Frauen gerne mit etwas weicheren Schuhen als Männer. Deshalb wurde das Air Zoom Kissen beim Damenschuh nur mit 15 PSI (ca. 1 bar) befüllt, wohingegen der Herrenschuh auf 20 PSI (ca. 1,4 bar) kommt.

Das war allerdings noch nicht das gesamte Update, das Nike der Mittelsohle spendiert hat. Wie bereits bei einigen anderen Modellen ersetzt Nike auch beim Pegasus den Cushion Foam durch den überlegenen React Foam. Das neue Material ist leichter und strapazierfähiger und verspricht eine höhere Reaktionsfreudigkeit sowie eine optimale Dämpfung. Für zusätzlichen Halt wurde ein Band im Mittelfuß verbaut, das für einen stabilen, bequemen Sitz und mehr Sicherheit beim Laufen sorgt. All das kann man schon bei den ersten Schritten spüren.

Design Update und neues Obermaterial

Auch der Look des Pegasus kommt in neuem Gewand daher. Während sich an der altbewährten Form wenig verändert hat, wurde die neue Mittelsohle optisch in den Fokus gerückt: Ein schicker Farbverlauf im Vorfußbereich betont das Air Zoom Element und verleiht dem Design eine neue Dynamik. Nicht zuletzt das überabeitete Obermaterial trägt zu diesem Eindruck bei. Das strapazierfähige und funktionale Upper sorgt mit seinen Mesh Einsätzen für noch mehr Atmungsaktivität. Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte – vor allem wenn’s ums Design geht.

Pegasus 37 mit Farbverlauf
Laufschuhtest Nike Pegasus 37
Nike Pegasus 37 Herren
Herren Modell
Nike Pegasus 37 Damen
Damen Modell

Der Pegasus 37 beim Testlauf

Nach einigen Testläufen hat mich die Neuauflage des Pegasus absolut überzeugt. Das komfortable Gefühl, das man bereits beim Hineinschlüpfen spürt, hält den ganzen Run über an. Auch meinen persönlichen Härtetest hat der Schuh bestanden: Ich bin eigentlich anfällig, mir Blasen zu laufen, insbesondere in neuen Schuhen. Bei meinen Testläufen habe ich die betroffenen Stellen vorab aber weder getapet noch anderweitig behandelt. Ergebnis: Null Blasen – der Schuh sitzt, wie er soll und gibt dem Fuß einen guten Halt, ohne zu reiben. Nicht nur deshalb ist für mich persönlich das Laufgefühl eine absolute Verbesserung im Vergleich zu den Vorgängern. Die Dämpfung ist angenehm, die Achillessehne spürbar gut gestützt. Das Versprechen eines federnden Laufgefühls wird erfüllt. Wie auf Wolken, würde der Volksmund sagen.

Einen kleinen Punktabzug gibt es allerdings: Beim ersten Lauf kam mir der Schuh etwas schwerer vor, als das Vorgänger-Modell. Und tatsächlich: Der neue Pegasus bringt je Schuh etwa 10g mehr auf die Waage. Bei allen weiteren Testläufen hat sich dieses Empfinden aber relativ schnell gegeben. Ein Blick auf die Uhr bestätigte mein Gefühl schließlich: Die Pace lag in meinem üblichen Schnitt und blieb davon unbeeindruckt. Ich freue mich schon, den Schuh beim SportScheck RUN im Herbst auch an einem Race Day zu testen.

Testlauf Nike Pegasus 37

Für wen ist der Pegasus 37 geeignet?

Der Air Zoom Pegasus 37 ist wie alle seine Vorgänger ein hervorragender Allrounder für Neutralläufer. Er wurde erstmals in den 80er Jahren als „Schuh für jeden Läufer“ entwickelt und wird diesem Versprechen bis heute gerecht – egal, ob Tempolauf, Longrun oder gemütliche Feierabendrunde. Vielleicht ist der Pegasus nicht der allerschnellste Schuh, für Profis und Bestzeitenjäger gibt es sicherlich geeignetere und leichtere Wettkampfschuhe. Wer allerdings keine Kompromisse in Sachen Komfort, Dämpfung, Tempo und Spaß am Laufen eingehen möchte, hat mit dem Pegasus 37 einen idealen Laufbuddy.

Fazit

Nike hat dem Pegasus in seiner 37. Auflage eine Reihe an Updates verpasst, die es in sich haben. Vor allem durch die überarbeitete Mittelsohle mit optimiertem Zoom-Airbag und neuem React Foam wird das Laufgefühl noch einmal deutlich verbessert. Ein Upgrade vom Pegasus 36 (oder einem älteren Modell) auf den 37er lohnt sich.

Sohle Nike Pegasus 37
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