Spätestens, wenn die ersten Schneeflocken vor dem Fenster tanzen, wird es Zeit einen Blick auf die Skiausrüstung zu werfen. Zugegeben, der geerbte, neongelbe Völkl Renntiger aus den Siebzigern war seinerzeit ein echtes Highlight in Technik und Design. Aber, du wirst es kaum glauben, inzwischen gibt es weit Besseres. Selbst wenn die alten Brettl „ja noch pfenningguat“ sind, bei den Skiern hat sich die Technik rasant weiterentwickelt:

Moderne Allrounder gehen quasi von alleine in die Kurve, und wer das Carven mit einem stark taillierten Renner wirklich drauf hat, lässt im Ziehweg so manchen frustriert-schwitzend anschiebenden Snowboarder weit hinter sich. Ganz klar: Ein neues Paar Ski bringt halt neuen Pistenspaß.

Ski-Kaufberatung

 

Aus Spaß wird schnell Ernst, wenn du dich im Internet nach Ski-Kaufberatung umschaust: Da wird schon mal geraten, nach Tabelle und Punktesystem seinen persönlichen Index zu bilden. Den schlägst du dann in einer weiteren Tabelle für die passende Länge der Ski nach, um so den passenden Ski kaufen zu können. Falls du nicht zufällig Sportartikel-Fachverkäufer bist, liest sich so manche Produktbeschreibung wie eine UFO-Bedienungsanleitung. Da wäre vielleicht ein Halbjahreskurs an der Volkshochschule nicht schlecht…

Deutlich schneller und einfacher haben wir das Thema für dich aufbereitet: Wir erklären dir, was die verschiedenen Ski-Typen aus dem SportScheck Sortiment können. Für wen sie jeweils geeignet sind und für wen eher nicht. Was die Charakterisierungen in den Produktbeschreibungen eigentlich bedeuten. Mit diesen vier Schritten findest du heraus, welche Skier zu dir passen – und wirst ganz nebenher zum Skiexperten! Nimm dir die Zeit, schließlich möchtest du mit deinen Ski im Winter lange, tolle Skitage im weißen Rausch verbringen.

Ski-Kaufberater Schritt 1: Wo möchtest du deinen Ski benutzen?

Nicht jedes Brettl-Paar eignet sich für jedes Terrain gleich gut. Deshalb ist zunächst dein bevorzugtes Wintersport-Revier entscheidend für die Wahl des richtigen Ski: Willst du hauptsächlich auf der Piste fahren, abseits präparierter Strecken den Tiefschnee durchpflügen, Tricks springen oder Touren gehen?

 

Die Könige der Pisten – Pisten-Ski bzw. Carving-Ski

Wer fast ausschließlich auf Hängen unterwegs ist, die von Pistenraupen präpariert wurden, braucht einen klassischen Pistenski, also einen Allroundcarver, einen Racecarver oder einen Slalomcarver. Bei der Wahl des Pistenskis spielen das Fahrkönnen und die Vorlieben eine Rolle:

  • Bist du eher als Genussfahrer auf blauen und rote oder doch eher sportlich auf tiefschwarzen Pisten unterwegs?
  • Ziehst du lieber lang gezogene Kurven in eine perfekt präparierte Piste oder wedelst du im Kurzschwung die Buckelpiste hinab?

Je nachdem brauchst du einen Ski für Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis mit einem großen oder kleinen Kurvenradius.

 

Carving-Ski

Vorneweg wollen wir noch mit dem Terminus „Carving-Ski“ aufräumen. Denn jeder neue Pisten-Ski den du kaufen kannst ist tailliert, also an der Schaufel vorne und am „Hinterteil“ breiter als bei der Bindung und damit ein Carver.

Mit einem stärker taillierten Ski lassen sich beim Skifahren, wenn du Druck auf die Kanten ausübst, kleinere Kurven in den Schnee carven als mit einem schwach taillierten für richtig lange Schwünge.

Die exakten Maße des Skis brauchen dich aber nicht zu kümmern (wie breit der Ski an der Schaufel, „Nose“ genannt, unter der Bindung sowie am hinteren Ende, „Tail“ genannt, ist): Für dich ist als Essenz aus dem Zusammenspiel dieser Größen der Radius des Alpin-Skis relevant: dazu später mehr.

 

Carving-Ski

Carving-Ski

Einer für alles – der Allmountain-Ski

Damit du mit Carvern auch mal abseits der Piste unterwegs sein kannst, gibt es sogenannte „Allmnountain Ski“. Dir gehört damit der ganze Berg, auf und neben der Piste. Also brauchst du einen ebenso vielseitigen Ski, der mit allen Untergründen gut zurechtkommt. Dann wähle einen Ski für alle möglichen Fahrspäße am Berg aus: einen All-Mountain-Ski eben. Allmountain Carver sind ein guter Kompromiss für verschiedene Einsatzgebiete.

Im Gegensatz zu einem spezialisierten Ski holst du zwar nicht immer das Maximum heraus, bist aber immer auf der sicheren Seite, kannst bei spontanen Schneefällen gut zwischen Piste und Powder wechseln und gibst immer eine gute Figur ab. Allmountain-Ski meistern den Pisten mit Bravour, wühlen sich aber auch durch den Powder und lassen dich über Buckelpisten wedeln.

Allmountain-Carver

Ein Ski der alles mitmacht!

Direkt zu den All-Mountain-Ski

Allmountain-Carver

Allroundcarver

Wie der Name schon sagt, der Allrounder unter den Carving-Ski. Ein Allroundcarver bietet dir ein weites Spektrum an Möglichkeiten. Mit so einem Brettl-Paar bist du auf der Piste gut aufgehoben, ziehst gemütlich deine Lines in den Schnee und kannst jederzeit zum Einkehrschwung ansetzen. Der Allroundcarver ist der richtige Ski für Genuss-Skifahrer, die nicht die ganze Zeit sportlich unterwegs sind und sich auch während der Fahrt mal eine Auszeit gönnen wollen. Sie sind in der Regel wendig und drehfreudig, ermöglichen dir aber auch das lang gezogene Carven. Es gibt weichere und härtere Modelle. Grundsätzlich gilt, je weicher ein Ski ist, desto Fehler verzeihender ist er. Ein Allround-Carver ist die richtige Wahl für Anfänger und fortgeschrittene Fahrer. Die Allround-Carver für Einsteiger werden oft auch Easy Carver genannt. Easy Carver verzeihen Fehler und machen die Kurven im Schnee drehfreudig mit. Das macht am Anfang mehr Spaß und du machst schnell Fortschritte.

Allroundcarver

Direkt zu den Allroundcarver für Anfänger und Fortgeschrittene mit durchschnittlich schnellem Fahrstil.

Zu den Allroundern

Slalomcarver

Wedeln wie Willi Bogner in einem der ersten Ski-Filme? Der stark taillierte Slalomcarver ist eigentlich ein Wettkampfski: der sportliche Kurzschwung-Ski, für enge sportliche Kurve mit einem Radius von ca. 11, 12 Metern. Auf dem Slalom-Carver generierst du in jeder Kurve Geschwindigkeit, stehst direkt wieder auf der Kante, um die nächste Kurve einzuleiten und fegst die Piste hinunter. Dabei ist er eher steif und hält bei jeder Geschwindigkeit auf der Kante. Beim Schuss-Fahren kann es aber vorkommen, dass der kurvenfreudige Slalomcarver zu flattern beginnt. Denn Slalomski solltest du kleiner als deine Körpergröße wählen.

Racecarver

In der Schusshocke aufs erste Tor zu, ab in die Kurve, rein in den Steilhang und mit einem Affenzahn über die Schanze: Abfahren wie Hermann Maier beim Riesentorslalom ermöglicht dir ein Racecarver, der für einen weiten Kurvenradius von rund 18 Metern konzipiert ist. Mit einem Speed-Racer lassen sich Kurven mit hoher Geschwindigkeit meistern. Sie sind sehr laufruhig und halten ihre Spur besser als andere Skier, enge Kurven fallen dafür aber schwer. Wenn du also Speed orientiert, sportlich und sicher Ski fährst und lang gezogene Schwünge genießt, bist du mit einem Racecarver gut. Bedenke aber auch: Das Skifahren mit Racecarvern kostet mehr Kraft als das Fahren mit einem Allrounder.

Slalom- und Racecarver

Die richtigen Ski für schnelle und sichere Fahrer.

Zu den Pisten-Racern

Powder-Alert auf freien Hängen + im Wald: Deine Freeride-Ski

Als bekennender Pistenraupen-Allergiker solltest du Tiefschnee-Ski wählen. Freeriden abseits der präparierten Wege – Offpiste also – ist dein Lebenselixier: Dann brauchst du einen breiteren Freeride-Ski mit mehr als 100 mm Breite unter der Bindung, der im weichen Powder für den nötigen Auftrieb sorgt. Damit schwebst du regelrecht über den Dingen, nicht nur beim Heli-Skiing in Kanada. Stark taillierte Carver sind für dich eher nicht geeignet: Ohne griffigen Untergrund wird es nichts mit dem Carven und du versinkst. Nur Allmountain Carver sind für dich eventuell ein Kompromiss für schneearme Tage.

Prinzipiell brauchst du einen Ski, der dich in deinem Rhythmus über den weißen Puder gleiten lässt. Vom Ski mit extremer Laufruhe bis zum Kurven-Monster: es kommt darauf an, worauf du stehst. Wenn du oft Treeruns durch den Bergwald machst, brauchst du einen wendigeren Ski. Sobald du lang gezogene Turns in freie Hänge ziehen willst, greife eher zu langen Skiern mit großem Auftrieb.

Freeride-Ski: Unterwegs im Tiefschnee

Freeride-Ski

Die dicken Latten die für den richtigen Auftrieb sorgen - machen den Trip ins Backcountry zum Kinderspiel.

Ab in den Powder mit deinem neuen Freeridee-Ski

Freestyle-Ski

Sick Sticks für den Park – Freestyle-Ski

Wer Skivergnügen abseits der Piste sucht oder im Funpark durch sicke Tricks für offen stehende Münder sorgen möchte, sollte sich für Skier aus dem Segment Freestyle entscheiden. Im Gelände und im Funpark punkten breitere Modelle, die mit Robustheit und Kontrolle glänzen.
Freestyle-Ski sind vorne und hinten aufgebogen („Twin-Tip“), denn der echte Fuzzy-Garhammer-Nachfolger bewegt sich standesgemäß bidirektional. Du kannst mit dem Ski also vorwärts und rückwärts fahren. Die Ski sind relativ leicht und oftmals weich, damit sie Fehler verzeihen und dir die krassen Stunts ermöglichen. Bei den Park-Skiern gibt es unterschiedliche Modelle. Entweder du bist gern am Jibben und suchst einen kürzeren leichten Ski oder du gehst Richtung Big Air, mit großen Sprüngen, dann kaufst du einen stabilen Ski mit Laufruhe. Diese Begriffe sagen dir alle nix? Nun, dann bist du vermutlich mit einem klassischen Allround-Carver oder einem Allmountain-Ski doch besser bedient.

Freestyle-Ski

Für lässige Fahrten im Funpark oder Abfahrten abseits der Piste.

Unsere Freeride-Ski

 

Zusammenfassend

  • Verarbeitung der Kanten und Aufbiegung („positive Vorspannung“) des Ski unter der Bindung („Camber“) für kraftsparendes Handling in Kurven.
  • Die Biegsamkeit: Die Strichworte Flex und Torsion beschreiben, dass Skier unterschiedlich steif gearbeitet sind. Kurz gesagt: je härter ein Ski ist, desto mehr Laufruhe bringt er mit.
  • Kurvenfreudigkeit bzw. Weite der Radien: ein großer Radius bedeutet weite Kurven und Laufruhe, sowie, dass der Ski für‘s klassische Wedeln eher weniger gut einsetzbar ist. Einer Kleiner Radius steht im Gegenteil für enge Kurven, führt allerdings leichter zum Verkanten und bei langen Schussfahrten zum Flattern.
  • Zwei aufgebogene Enden („Rocker“ bzw. „Tip“ in Nose und Tail bzw. Twin-Tip) ermöglichen beim Trickfahren das Fahren nach vorwärts und rückwärts.

 

Einsatzgebiete der Ski auf einen Blick
Einsatzgebiete der Ski auf einen Blick

 

Ski-Kaufberater Schritt 2: Wie gut und wie schnell fährst du?

Über die Wahl des richtigen Tempos gehen die Meinungen ja nicht nur in der Musik weit auseinander. Geschwindigkeit ist relativ, wie wir seit Einstein wissen. Und das gilt genauso auf der Piste. Für so manch unsicheren Einsteiger aus dem Flachland, der Berge bisher nur von Fotos kannte, sind eben 20 km/h noch zu schnell. Während geübte Tegernseer Bewegungstalente sogar bei der Schussfahrt auf dem Glaslhang allenfalls von ambitionierter Fortbewegung sprechen.

Skier sind für unterschiedliche Fahrgeschwindigkeiten ausgelegt, Kanten, Belag und Kern werden bei extremem Tempo anders beansprucht als bei entspanntem Fahren. Stell dir einfach einen Durchschnittsfahrer vor, um dich einzustufen. Bei unseren Produkten steht jeweils dabei, ob sie für Anfänger, Fortgeschrittene oder als High-Performance- Sportgeräte für echte Schneeexperten geeignet sind.

Gemächliches und durchschnittliches Tempo: Anfänger und Fortgeschrittene

Wer beim Fahren „mit der Masse schwimmt“ und mehr Wert auf Gemütlichkeit legt als auf die maximale Nutzung der Tageskarte, braucht einen Ski für „komfortables Tempo“. Gelegenheitsskifahrer und Genussfahrer brauchen einen drehfreudigen und gutmütigen Ski, nicht zu breit, damit man beim nicht zu viel Kraft braucht. Damit steht einem langen und unbeschwerten Tag auf der Piste nichts im Wege. Erkennst du dich hier wieder? Dann bist du wahrscheinlich ein Anfänger oder fortgeschrittener Fahrer – oder zwar Experte, aber reiner Genussfahrer: Auf der Piste kommen für dich Allround-Carver mit mittlerem Radius in Frage, abseits der Piste z.B. Allmountain-Ski.

Als Anfänger stehst du noch am Anfang deiner Träume oder hast mal einen Kurs gemacht, der schon länger zurückliegt. Wenn du nicht so viel Erfahrung auf Skiern hast, musst du die Bewegungsabläufe beim Fahren noch verinnerlichen und fährst vorsichtshalber am liebsten auf blauen oder roten Pisten. Ein Ski für dich sollte dir in erster Linie durch einfaches Handling beim Lernen helfen, leichtes Kurvenfahren und Bremsen ermöglichen und nicht zu schnell werden.

Fortgeschrittene Fahrer können fast überall fahren, aber es gibt immer noch etwas zu lernen. Ein passender Ski wird dir durch seine Ausstattung weiterhelfen! Als erfahrener Skifahrer mit guter Technik fährst du rote Pisten auch bei schlechtem Wetter und bist gelegentlich auch mal schneller unterwegs.

Sportliches und extremes Tempo: sehr Fortgeschrittene und Profis

Oder weißt du genau, was du willst und was du kannst, bist auf und abseits der Piste bei jedem Wetter unterwegs und gehst dabei gerne mal ein Risiko ein: Dann bist du Profi. Dein Motto lautet: Geschwindigkeit stabilisiert und in Kurven kann Geschwindigkeit aufgebaut werden. Wer seine Ski sicher im Griff hat, kann beim Skifahren ein einzigartiges Bewegungserlebnis spüren.

Wenn du ein Geschwindigkeits-Fetischist bist, brauchst du einen Speed-Ski mit großer Laufruhe. Dazu werden High End Materialien verbaut und der Ski ist härter, was ihn etwas schwerer macht. Racecarver sind für dich das Maß aller Dinge.

Mit den Racern wirst du gefordert, kannst schnelle, lang gezogene Kurven fahren und bist auf den Spuren von Bode Miller unterwegs.
Wenn du schnell aber trotzdem wendig unterwegs sein willst, nimmst du einen Slalom-Carver. Sie sind die Schnellsten, wenn du im Kurzschwung die Piste hinunter brechen möchtest.

Ski für sportliche Skifahrer

Welcher Ski für wen?

  • Ski-Kaufberatung für Anfänger: Als Anfänger wählst du einen Allround-Carver, besonders leicht zu fahren sind dabei die Easy Carver. Kauf dir einen Fehler verzeihenden Ski, der nicht zu lang ist und dir so durch seine Wendigkeit Sicherheit verleiht. Wähle keine zu hohe Steifigkeit (Flex/ Torsion)
  • Ski-Beratung für Fortgeschrittene: Als fortgeschrittener Skifahrer solltest du zum Allrounder greifen. Er ermöglicht dir, alles auf der Piste auszuprobieren und deine Vorlieben zu entdecken.
  • Genuss-Skifahrern raten wir ebenfalls dazu, einen Allround-Carver für Pistenausflüge zu kaufen. Sobald der Ski Tiefschneeeinsätze meistern soll, kannst du auch zum Allmountain-Ski greifen.
  • Fortgeschrittene bis Profis können nach Ihren Vorlieben wählen. Mit sportlichen High-Performance-Ski aus jeder Kategorie genießt du dein Skierlebnis auf höchstem Niveau. Profis wählen nach den eigenen Vorlieben zwischen Slalom-Carvern, Race-Carvern und Allmountain-Skiern.
  • Kaufberatung für Powder-Süchtige: Powder-Freaks holen sich die dicken Dinger, die einen Flug durch den weißen Fluff zum Kinderspiel machen.
  • Kaufberatung für Park-Ski: Park-Ratten greifen zu Freestyle-Skiern, um neue Tricks zu üben und hohe Drops zu stehen.

Die Übergänge zwischen den Kategorien sind fließend. Du bekommst Allround-Carver. die eher für lang gezogene Schwünge und höhere Geschwindigkeit konzipiert wurden, also tendenziell Richtung Racecarver gehen, aber auch sehr fehlerverzeihende Modelle, die einem Anfänger den Einstieg erleichtern.

Ski-Kaufberatung Schritt 3: Für wen bzw. wie lang sollen die Skier sein?

Menschen sind einfach unterschiedlich groß und schwer und anatomisch verschieden gebaut. Der Körperbau von Kindern ist nochmal anders. Deswegen bietet SportScheck Skier in verschiedenen Längen und Vorspannungen an. Der Ski ist im besten Fall optimal auf dich zugeschnitten. Los geht es mit der Ski-Länge. Die Theorie ist relativ simpel. Je besser du fährst, desto länger wird der Ski. Genauso, je schwerer du bist, desto länger der Ski – bzw. geht es dann um eigene Vorlieben.

 

Faustregel Ski Längenempfehlung: Ski-Länge=Körpergröße +- 10 cm

  • Als Anfänger bis fortgeschrittener Fahrer nimmst du kürzere Ski, also sollten diese ca. 10 cm kleiner sein als du.
  • Sobald dein Fahrstil gut fortgeschritten oder profi-verdächtig ist, entspricht die Länge deines Ski knapp deiner Körpergröße (immer ein wenig vom Modell abhängig: Slalomcarver generell kürzer, Racecarver länger, Allrounder und Allmountain-Carver je nach eigenen Vorlieben) oder ist sogar bis zu 10cm größer.
  • Zusatz: Rocker Ski können meist etwas länger gefahren werden, da die effektive Auflagefläche der Skier beim Kurvenwechsel nicht der gesamten Skilänge entspricht.

 

Die Wahl der Länge hängt von den eigenen Präferenzen ab und geht mit dem Radius des Skis einher. Für kürzere Schwünge sollte der Ski nicht zu lang sein. Je schneller du fahren möchtest, desto mehr Laufruhe bringt Länge mit sich. Anfänger sollten für die ersten Tage im Schnee zu noch kürzeren Skiern greifen. Dann fallen die Kraftübertragung und das Kurven-Fahren leichter.

Ist das Gewicht ausschlaggebend für die Ski-Länge?

Nicht ausschließlich. Grundsätzlich kann man einen längeren Ski mit mehr Gewicht leichter steuern. Trotzdem ist es wichtiger die Länge deines Skis nach dem Fahr-Level und der Körpergröße zu wählen. Das Gewicht kann lediglich eine zusätzliche Tendenz geben. Je höher dein Gewicht, desto mehr Kantendruck und Anpressdruck kannst du aufbauen und desto länger kann der Ski sein. Hier handelt es sich aber um wenige Zentimeter.

Gibt es Unterschiede bei der Kaufberatung für Damen-Ski bzw. Herren-Ski?

Viele Frauen fahren Männer Modelle. Grundsätzlich ist der Unterschied zu den Damenski aber minimal. Ski für Damen sind oft etwas leichter und weicher als Herrenski der gleichen Länge. Denn im Durchschnitt sind Frauen leichter und weniger muskulös als Männer. Der größte Unterschied liegt aber meist im Design und der Farbgebung.

Die richtige Skilänge

Der richtige Ski für Kinder?

Längenverstellbare Ski gibt es nicht – die Skier wachsen nicht – Kinder jedoch recht schnell. Trotzdem macht es keinen Sinn, einem Kind zu lange Ski zu kaufen, sonst hat dein Kind keinen Spaß.

Kinder sind meist Anfänger auf der Piste. In diesem Fall können die Ski 10-15 cm kleiner sein als die Körpergröße bzw. auf Schulterhöhe liegen: Dadurch machen die kleinen Pistenneulinge schneller Fortschritte und haben von Beginn an mehr Spaß.

Sobald die Kids mehr Übung haben, kann die Ski-Spitzen irgendwo zwischen Kinn und Nase enden. Für besonders ambitionierte, sportlich fahrende Nachwuchstalente kannst du Ski bis zur Körpergröße kaufen. Zu lang sollten sie dennoch nicht sein, um kontrollierbar zu bleiben.

Ski-Kaufberater Schritt 4: Warum spielt der Kurven-Radius eine Rolle?

Hier dreht sich alles um den richtigen Schwung: wie ist dein bevorzugter Kurven-Radius beim Skifahren? Was bedeutet der Kurven-Radius bei einem Ski? Und was hat das mit deinem neuen Ski zu tun?

Der Kurvenradius deiner Skier ist eine der wichtigsten Kennzahlen beim Ski-Kauf. Rein technisch betrachtet bedeutet die Kennzahl, dass der Ski sobald er bei einer gewissen Krafteinwirkung auf der Kante steht einen Kreis mit dem angegebenen Radius fahren würde.

 

Für den Kauf bedeutet das

  • Kleiner Radius < 14 m – Eher Kurzschwung
  • Der mittlere Radius liegt zwischen 14 m und 18 m – Mittlere Kurven bzw. flexibler Einsatz
  • Großer Radius > 18 m – Eher weite Kurven

Kleine Radien, kurze Schwünge – Bsp.: Slalom Carver, Freestyle-Ski und teils auch Easy-Carver

Du fährst eher kleine Schwünge und enge Kurvenradien bis 14m? Dann brauchst du Skier mit einem kleinen Radius. Diese lassen sich leichter drehen, stoßen dafür allerdings bei höherem Tempo an ihre Grenzen. Für Trickskifahrer, aber auch für Einsteiger, sind enge Kurvenradien wichtig.

Drehfreudige Skier laden zu Kunststücken ein und erleichtern die Schwungeinleitung bei niedrigen und mittleren Geschwindigkeiten. Der Schnellwedler braucht also einen Ski für „kleine Schwünge und enge Kurvenradien“. Beispielradien für 171 cm Länge: Slalomcarver mit 11-14 m.

Durchschnittliche Radien, mittelgroße Schwünge – Bsp.: Allmountain-Carver, Allround-Carver, etc.

Oder fährst du mittelgroße Schwünge und einen mittelgroßen Kurvenradius ab 14 m? Skier mit mittlerem Radius sind variabel und damit für lange und kurze Schwünge geeignet. Sie sind spurstabil, aber noch komfortabel. Taillierung und Vorspannung sind hier eher konservativ und universell ausgelegt, damit kommst du in den meisten Situationen gut zurecht. Beispielradien für 171 cm Länge: Allmountain-Sport mit 14-17 m.

Riesen-Radien, weite Schwünge – Bsp.: Race-Carver, Freerider, etc.

Du ziehst lange Schwünge in einem Affenzahn, bei einem weiten Kurvenradius ab 18m: Skier mit einem großen Radius sind dafür optimal geeignet und spurstabil bei höchstem Tempo. Gleichzeitig erfordern sie eine gute Fahrtechnik! Beispielradien für 171 cm Länge: Racecarver FIS mit 23 m.

Der Rocker-Ski – Drehfreudig und spurstabil zugleich

Was zur *** ist ein Rocker? Heutzutage ist der Rocker das Allheilmittel der Ski-Technologie. Der Rocker ist eine Technologie, die die Vorteile unterschiedlicher Ski-Designs geschickt verbindet. Diese Innovation schätzen nicht nur Allround- und Tiefschneefahrer.

Wie sieht ein Ski mit Rocker aus und was kann er?

Das Rocker-Prinzip stammt ursprünglich aus der Snowboard-Technik und wurde auf die Skier übertragen – zuerst hauptsächlich im Freeride- und Allmountain-Bereich. Dort funktioniert es so gut, dass Rocker-Ski inzwischen sogar in den höheren Geschwindigkeitsbereich Einzug halten. Neben der recht breiten Auflagefläche fällt bei einem Rocker-Ski vor allem die stark aufgebogene Schaufel am vorderen und manchmal auch am hinteren Ski-Ende auf. Das sieht auf den ersten Blick durchaus gewöhnungsbedürftig aus – so als hätte das gute Stück ein wenig zu viel Buckelpiste abbekommen. Ski mit Rocker haben viele Vorteile!

Sie verschneiden weniger und sind einfacher drehbar, haben einen nachhaltigen Kantengriff und fahren sich deutlich kraftsparender. Auf allen Pistenverhältnissen einsetzbar fahren sie sich wie mit Servolenkung und garantieren so 100%igen Fahrspaß.

Warum sind Rocker die Könige der Kurven?

Das hat mit den Kontaktpunkten zu tun: Normale Alpin-Ski haben eine sogenannte positive Vorspannung. Im entlasteten Zustand hebt sich ihr Mittelteil (dort, wo die Skibindung ist) deutlich vom Boden ab. Rocker-Ski dagegen weisen eine negative Vorspannung auf. Sie haben schon ohne Belastung Bodenkontakt unter der Bindung. Die Auflagefläche rückt also zunächst weiter in die Mitte. Die lange Aufbiegung sorgt dafür, dass sich die Schaufel dabei vom Boden abhebt. Gerade auf frischem Schnee wird die Kontrolle damit wesentlich einfacher und der Ski agiler.

Das gilt vor allem bei der Schwungeinleitung. Hier verhält sich der Rocker wie ein kurzer drehfreudiger Ski. Dies ändert sich dann aber beim Ausfahren der Kurve. Mit zunehmender Schräglage bekommt die Schaufel Bodenkontakt und trägt zur Spurstabilität bei. Hier bietet der Rocker also die Vorteile eines langen Skis.

Rocker-Ski

Ist ein Ski mit Rocker für mich geeignet?

Mittlerweile nutzt fast jeder Ski die Rocker-Technologie in irgendeiner Form. Rocker-Ski sind echte Allrounder, von denen Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen profitieren. Ein Ski mit Rocker ist leicht zu beherrschen und neigt zum Driften. Das macht die Schwungaussteuerung und die Geschwindigkeitskontrolle deutlich einfacher als ein aggressiver Carvingski. Ein sehr angenehmer Nebeneffekt des Rocker: Die hochgebogene Schaufel verhindert das Verkanten – und damit so manchen unfreiwilligen Highsider.
Aggressive Carver hingegen ermöglichen zwar enge Kurven fast ohne Geschwindigkeitsverlust. Wer allerdings Schwünge komplett auf der Kante fahren will, braucht nicht nur eine sehr präzise Fahrtechnik, sondern muss auch in engen Kurven sehr hohe Zentripetalkräfte aufbringen – und das kann anstrengend werden. Einen Rocker-Ski kann man ruhig ein wenig länger kaufen, Kurven und Kantenwechsel gelingen dennoch geradezu spielerisch leicht. Seine Länge setzt der Rocker ja nur ein, wenn er sie wirklich braucht: in der Kurve. Dort läuft er dann wie auf Schienen.

Fazit

Generell gilt beim Skifahren natürlich: Wer es kann, der kann es – mit jedem Ski auf jedem Hang. Mit dem richtigen Ski geht es aber noch besser. Wenn du die Fragen alle beantwortet hast, weißt du, welche Anforderungen dein neuer Ski erfüllen muss.
Sicheres Skifahren ist Einstellungssache – das gilt besonders für die Bindung. Sie muss genau auf den Schuh und das Gewicht des Fahrers abgestimmt sein. Vorsicht also bei ausgeliehenen oder länger nicht mehr in Gebrauch befindlicher Skiausrüstung: Im Zweifelsfall lieber noch einmal nachmessen und nachjustieren.

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